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Beeindruckt vom "lebenszugewandten Klima"

Freitag, 10. Juni 2011, 13:14 Uhr
Die Thüringer Landtagspräsidentin besuchte gestern die Finneck-Zweigwerkstatt Artern. Dazu erreicht kn folgender Bericht..

Beeindruckt vom "lebenszugewandten Klima" (Foto: Stiftung Finneck) Beeindruckt vom "lebenszugewandten Klima" (Foto: Stiftung Finneck)

Beeindruckt sei sie besonders vom lebenszugewandten, freundlichen und engagierten Klima , so die Präsidentin des Thüringer Landtages, Birgit Dietzel (im Bild re.), bei ihrem Besuch in der Finneck-Zweigwerkstatt Artern am 09. Juni 2011. Eingeladen von der Landtagsabgeordneten der CDU, Gudrun Holbe(im Bild li.), war die Finneck-Werkstatt eine Station auf dem Besuchsprogramm im Wahlkreis der christdemokratischen Landespolitikerin.

Nach der Begrüßung durch den Vorstand der Stiftung Finneck, Joachim Stopp, und dem Geschäftsbereichsleiter Werkstätten, Jens Kranhold, lud die Zweigstellenleiterin Sylvia Buchmann die Landtagspräsidentin zu einem Rundgang durch die seit 20 Jahren bestehende Finneck-Werkstatt ein. Im Metall- und Montagebereich überzeugte sie sich im Gespräch mit Mitarbeitern und Beschäftigten nicht nur von den modernen und freundlichen Arbeits- und Lebensbedingungen der rund 130 Beschäftigten und 20 Mitarbeiter, sondern auch davon, dass die hier tätigen Frauen und Männer bei der Realisierung von Aufträgen für Firmen Teil der Produktionskette sind und im Kreislauf der Wertschöpfung nutzbringende Arbeit leisten.

In einer Gesprächsrunde thematisierte Vorstand Joachim Stopp einige Sorgen, die die Stiftung in der Betreuung von Menschen mit Behinderung belasten und bei deren Lösung die Politik gefragt ist. So sei es aufgrund der rückläufigen Zuweisungen und Kostensätze zum Beispiel schwierig, fachlich kompetentes Personal für die Stiftung zu gewinnen. Problematisch sei auch der Wegfall der Zivildienststellen. Der neue Bundesfreiwilligendienst könne dies nicht kompensieren, so Joachim Stopp besorgt. Schwierig gestalte sich in den Werkstätten zudem die Akquise von Außenarbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung in Firmen der Region.

Beeindruckt vom "lebenszugewandten Klima" (Foto: Stiftung Finneck) Beeindruckt vom "lebenszugewandten Klima" (Foto: Stiftung Finneck)

Bewährt haben sich dagegen Dienstleistungsangebote der Werkstätten, wie Sylvia Buchmann anhand der "Grünen Gruppe" in der Zweigwerkstatt praktisch belegt. Diese pflegt im Auftrag von Unternehmen deren Grünanlagen.
Birgit Dietzel, die nach eigener Aussage diese Probleme kennt, betonte, dass Inklusion kein Sparfaktor sein dürfe. Vielmehr müsse diese mit Augenmaß, orientiert an den individuellen Befindlichkeiten und Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung, erfolgen.


Künftig wolle man die Einrichtungen der Stiftung Finneck mehr für Interessenten öffnen und Netzwerke mit Einrichtungen, Vereinen, Firmen usw. aufbauen, informierte Joachim Stopp. Er nutzte die Gelegenheit und thematisierte erneut die Sorgen, die sich mit dem neuen Thüringer Schulgesetz für die Stiftung als Schulträger ergeben. Er appellierte an die Landtagspräsidentin, Förderschulen in freier Trägerschaft strukturell nicht zu benachteiligen und diese vielmehr als Kompetenzzentren mit optimalen Förderbedingungen zu erhalten. Die angestrebte verstärkte Inklusion praktiziere die Stiftung seit Jahren erfolgreich im Projekt "Lernen unter einem Dach". Joachim Stopp machte deutlich, dass die Qualität der Finneck-Schule in Frage gestellt wird, wenn die gegenüber staatlichen Schulen geminderte Finanzierung weiter abgesenkt würde.

Birgit Dietzel ermunterte die Verantwortlichen in der Stiftung und die Eltern, auf die Probleme weiter aufmerksam zu machen. Dies sei eine Baustelle, bei der die Thüringer CDU/SPD-Koalitionspartner gefordert seien. "Es muss um das Kind gehen", so die Landtagspräsidentin am Ende ihrer Stippvisite in der Finneck-Werkstatt in Artern.
Stiftung Finneck
Autor: khh

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