Zum Konzert der Madison Violet
Sonntag, 19. Juni 2011, 14:30 Uhr
Als Organisator von Konzerten grübelt man öfter über mögliche Ursachen dafür, warum das eine Konzert stärker als das andere besucht wird, ohne dass man wirklich zu einem Ergebnis kommt. Ins Grübeln kam Fred Böhme vom Panoramamuseum Bad Frankenhausen...
Für das Konzert von Madison Violet kann vorab gesagt werden, es war mit 138 zahlenden Gästen das bestbesuchte Konzert der laufenden Saison im Panorama Museum. Lag es an Pfingsten oder am Wetter? Alternativ Country oder American Folk wurden schon öfter an dieser Stelle geboten - man denke nur an Mark Olson, The Resentments oder Terry Lee Hale - ohne dass diese Konzerte eine solch überwältigende Resonanz gehabt hätten. Ist das Trio einfach bekannter? Dafür spräche vielleicht, dass es Reservierungswünsche von Gästen aus Halle, Leipzig, Hof und sogar aus Regensburg gab, die wegen dieses Konzertes in die Kurstadt kamen. Aber auch viele Besucher aus Bad Frankenhausen und Umgebung kamen erstmals an diesem Freitagabend, dem 10. Juni zu diesem Konzert ins Panorama Museum.
Madison Violet live im Panorama Museum, Foto: Fred Böhme
Madison Violet trafen recht spät zu ihrem Auftritt ein, denn unterwegs steckten sie vor Heiligenstadt in einem typischen Wochenendstau. Es blieb nicht viel Zeit für den Aufbau und einen perfekten Soundcheck. Als dieser gegen 19:00 Uhr beendet war, warteten bereits die ersten Gäste auf den Einlass. Kurz nach acht betrat das Trio die Bühne und seltsam, es passierte gar nicht viel, ein kurzes Hallo, eine Floskel über Brenleys begrenzte Deutschkenntnisse und ein unspektakuläres Liedchen über einen Aufenthalt in San Francisco und schon hatten sie das Publikum für sicheingenommen. Es war ähnlich wie bei dem Auftritt von Julian Dawson, der auch das Publikum in kürzester Zeit mittels seiner positiven Ausstrahlung für sich gewann.
Madison Violet, das sind die Multiinstrumentalistin Lisa MacIsaac (Gesang, Gitarre, Geige, Mandoline) und Brenley McEachern (Gesang, Gitarre, Dobro), zwei junge Damen mit unverkennbar schottischen Wurzeln aus der Gegend von Toronto, die sich auf ihren Tourneen durch den Bassisten Adrian Lowryshyn verstärken lassen.
Für ihre noch relativ junge Karriere und ihrem schmalen Werk aus gerade mal einer EP und zwei CDs haben sie bereits in Kanada und international eine Reihe Preise abgeräumt und sind zu renommierten Festivals eingeladen worden – nach Bad Frankenhausen folgte ein Auftritt auf dem angesagten Festival für Americana-Musik dem Orange Blossom Special von Glitterhouse Records in Beverungen – selbst in der Country-Hochburg Nashville gastierten sie bereits und lernten dort Künstler wie Emmilou Harris, Lucinda Williams, Robert Mellencamp oder Robert Plant persönlich kennen (Letzterer war vermutlich dort wegen seines Projektes mit Alison Krauss.).
Den Erfolg ihrer Musik machen wohl weniger überbordende Spielfreude und überragende Virtuosität aus, obwohl Lisas Gitarrenspiel durchaus mehr als nur solide war, vielmehr ist er in ihrem perfekten Satzgesang, wo die heisere Stimme Brenleys mit der von Lisa eine vorteilhafte Balance aus Harmonie und Kontrast einging, vielleicht auch in den simplen aber prägnanten Melodien ihrer Lieder, die durchaus überraschende Harmonien aufweisen, begründet, oder auch in ihrem tiefen Verwurzeltsein in der nordamerikanischen Volksmusiktradition, sicher aber in ihrer durchweg sympathischen Ausstrahlung und in dem durch ihre Lieder vermittelten positiven Lebensgefühl zu suchen. Brenleys Stimme klang in den Ansagen ungesund heiser, was beim Singen nicht mehr ganz so stark zu spüren war, ihr aber im Satzgesang mit Liza eine deutlichere Präsenz verlieh und diesem letztlich wohltuende Ecken und Kanten gab. Brenley spielte zumeist den Rhythmus auf den verschiedenen Gitarren bis hin zur Steelgitarre, während Lisa für die besonderen instrumentalen Tupfer sorgte, indem sie mal auf der Gitarre schöne Melodieläufe
zupfte, auf der Geige die amerikanische Fiddletradion wach werden ließ oder auf der Mandoline pickte.
Ihre Musik war durchweg akustisch bis hin zum Kontrabass von Adrian, der auch das Duo gesanglich mit seiner tieferen Stimme unauffällig jedoch effektiv unterstützte. Den Abend bestritten sie fast ausschließlich mit Liedern ihrer verschiedenen CD-Veröffentlichungen, es gab allerdings auch eine Weltpremiere eines auf der langen Autofahrt von Essen nach Bad Frankenhausen entstandenen Songs, den sie vor ihrem Auftritt im Backstagebereich eifrig probten. Daneben gab es ein zwei Referenzen an Kollegen wie John Prine oder Steve Goodman, letzterer eine Folkpopikone der 70er Jahre. Stilistisch sind Madison Violet vollkommene Traditionalisten und fügen mit ihren Liedern dem Kapitel des amerikanischen Folk und der Country-Musik eine sonnig-feminine Facette hinzu. Zu den schönsten Momenten des Konzertes gehörte sicher, als es den beiden Musikerinnen im 2.
Konzertteil gelang, das Publikum zum Mitsingen ihres Songs Small Of My Heart zu animieren. Mit einer mitreißenden Bluegrass- Nummer endete ihr Auftritt.
Der Jubeldes Publikums, nicht enden wollender Applaus und ihr erstaunlicher CD-Umsatz an diesem Abend bestätigten eindrucksvoll, dass Madison Violet 138 neue Freunde gewonnen haben.
Fred Böhme
Autor: khhFür das Konzert von Madison Violet kann vorab gesagt werden, es war mit 138 zahlenden Gästen das bestbesuchte Konzert der laufenden Saison im Panorama Museum. Lag es an Pfingsten oder am Wetter? Alternativ Country oder American Folk wurden schon öfter an dieser Stelle geboten - man denke nur an Mark Olson, The Resentments oder Terry Lee Hale - ohne dass diese Konzerte eine solch überwältigende Resonanz gehabt hätten. Ist das Trio einfach bekannter? Dafür spräche vielleicht, dass es Reservierungswünsche von Gästen aus Halle, Leipzig, Hof und sogar aus Regensburg gab, die wegen dieses Konzertes in die Kurstadt kamen. Aber auch viele Besucher aus Bad Frankenhausen und Umgebung kamen erstmals an diesem Freitagabend, dem 10. Juni zu diesem Konzert ins Panorama Museum.
Madison Violet live im Panorama Museum, Foto: Fred Böhme
Madison Violet trafen recht spät zu ihrem Auftritt ein, denn unterwegs steckten sie vor Heiligenstadt in einem typischen Wochenendstau. Es blieb nicht viel Zeit für den Aufbau und einen perfekten Soundcheck. Als dieser gegen 19:00 Uhr beendet war, warteten bereits die ersten Gäste auf den Einlass. Kurz nach acht betrat das Trio die Bühne und seltsam, es passierte gar nicht viel, ein kurzes Hallo, eine Floskel über Brenleys begrenzte Deutschkenntnisse und ein unspektakuläres Liedchen über einen Aufenthalt in San Francisco und schon hatten sie das Publikum für sicheingenommen. Es war ähnlich wie bei dem Auftritt von Julian Dawson, der auch das Publikum in kürzester Zeit mittels seiner positiven Ausstrahlung für sich gewann.
Madison Violet, das sind die Multiinstrumentalistin Lisa MacIsaac (Gesang, Gitarre, Geige, Mandoline) und Brenley McEachern (Gesang, Gitarre, Dobro), zwei junge Damen mit unverkennbar schottischen Wurzeln aus der Gegend von Toronto, die sich auf ihren Tourneen durch den Bassisten Adrian Lowryshyn verstärken lassen.
Für ihre noch relativ junge Karriere und ihrem schmalen Werk aus gerade mal einer EP und zwei CDs haben sie bereits in Kanada und international eine Reihe Preise abgeräumt und sind zu renommierten Festivals eingeladen worden – nach Bad Frankenhausen folgte ein Auftritt auf dem angesagten Festival für Americana-Musik dem Orange Blossom Special von Glitterhouse Records in Beverungen – selbst in der Country-Hochburg Nashville gastierten sie bereits und lernten dort Künstler wie Emmilou Harris, Lucinda Williams, Robert Mellencamp oder Robert Plant persönlich kennen (Letzterer war vermutlich dort wegen seines Projektes mit Alison Krauss.).
Den Erfolg ihrer Musik machen wohl weniger überbordende Spielfreude und überragende Virtuosität aus, obwohl Lisas Gitarrenspiel durchaus mehr als nur solide war, vielmehr ist er in ihrem perfekten Satzgesang, wo die heisere Stimme Brenleys mit der von Lisa eine vorteilhafte Balance aus Harmonie und Kontrast einging, vielleicht auch in den simplen aber prägnanten Melodien ihrer Lieder, die durchaus überraschende Harmonien aufweisen, begründet, oder auch in ihrem tiefen Verwurzeltsein in der nordamerikanischen Volksmusiktradition, sicher aber in ihrer durchweg sympathischen Ausstrahlung und in dem durch ihre Lieder vermittelten positiven Lebensgefühl zu suchen. Brenleys Stimme klang in den Ansagen ungesund heiser, was beim Singen nicht mehr ganz so stark zu spüren war, ihr aber im Satzgesang mit Liza eine deutlichere Präsenz verlieh und diesem letztlich wohltuende Ecken und Kanten gab. Brenley spielte zumeist den Rhythmus auf den verschiedenen Gitarren bis hin zur Steelgitarre, während Lisa für die besonderen instrumentalen Tupfer sorgte, indem sie mal auf der Gitarre schöne Melodieläufe
zupfte, auf der Geige die amerikanische Fiddletradion wach werden ließ oder auf der Mandoline pickte.
Ihre Musik war durchweg akustisch bis hin zum Kontrabass von Adrian, der auch das Duo gesanglich mit seiner tieferen Stimme unauffällig jedoch effektiv unterstützte. Den Abend bestritten sie fast ausschließlich mit Liedern ihrer verschiedenen CD-Veröffentlichungen, es gab allerdings auch eine Weltpremiere eines auf der langen Autofahrt von Essen nach Bad Frankenhausen entstandenen Songs, den sie vor ihrem Auftritt im Backstagebereich eifrig probten. Daneben gab es ein zwei Referenzen an Kollegen wie John Prine oder Steve Goodman, letzterer eine Folkpopikone der 70er Jahre. Stilistisch sind Madison Violet vollkommene Traditionalisten und fügen mit ihren Liedern dem Kapitel des amerikanischen Folk und der Country-Musik eine sonnig-feminine Facette hinzu. Zu den schönsten Momenten des Konzertes gehörte sicher, als es den beiden Musikerinnen im 2.
Konzertteil gelang, das Publikum zum Mitsingen ihres Songs Small Of My Heart zu animieren. Mit einer mitreißenden Bluegrass- Nummer endete ihr Auftritt.
Der Jubeldes Publikums, nicht enden wollender Applaus und ihr erstaunlicher CD-Umsatz an diesem Abend bestätigten eindrucksvoll, dass Madison Violet 138 neue Freunde gewonnen haben.
Fred Böhme

