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kn-Kommentar: Am Thema vorbei?

Donnerstag, 30. Juni 2011, 09:23 Uhr
Am Freitag startet die 1. Radwegkonferenz des Kyffhäuserkreises. Die Tagesordnung lässt aber Befürchtungen aufkommen. Warum erläutert kn hier...

Nach der geplanten Eröffnung durch Landrat Peter hengestermann wird Tourismuschef Herbert Knischka (TVK) über den Tourismus im Kyffhäuserkreis referieren. Danach geht es weiter mit Radverkehr und Tourismus, Auswertung des Besuchermonitoring am Unstrut-Radweg, durch Julia Hornickel (Landidee).

Nach der Pause geht es dann um die landesbedeutsamen Radwege im Kyffhäuserkreis mit Matthias Unbehaun (Regionalmanagement Kyffhäuserkreis). Damit ist bei der bis 12:00 Uhr angesetzten Konferenz schon mal bis 10:40 Uhr nicht mal etwas über die wichtigen Themen Sicherheit der Radfahrer und dar Ausbau der Radwege für die Bevölkerung in ihrem täglichen Leben.

Die Tätigkeit des ADFC-Kreisverbandes Kyffhäuserkreis stellt Steffen Gröbel, Vorsitzender ADFC-Kreisverband Kyffhäuser vor.Wenn dann die gegenwärtige Projekte im Radwegebau und Vorschläge der Kreisverwaltung zum weiteren Vorgehen für die Jahre 2011 bis 2013 von Regina Kirchner, Amt für Wirtschaftsförderung, vorgestellt werden, ist zu befürchten, dass es Hauptsächlich um den bei den Politikern jetzt in aller Munde gehenden Unstrut-Werra-Radweg handelt. Werden die eben auch so wichtigen Themen wie Sicherheit, straßenbegleitende Radweg und ähnliches auf diesen Punkt reduziert: 11.20 – 12:00 Uhr Diskussionsrunde und Abstimmung des weiteren Vorgehens.

„Alle 7 Stunden verunglückt ein Radfahrer in Thüringen, deshalb ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit eine zentrale verkehrspolitische Aufgabe", sagte Thüringens Verkehrsminister Carius erst diese Woche. Das scheint bei einigen Politikern im Kyffhäuserkreis noch nicht angekommen zu sein.

Spricht man mit Radfahrern, vor allem im Westteil des Kyffhäuserkreises, dann werden immer öfter die fehlenden straßenbegleitenden Radwege bemängelt. Parallel zu fast allen bedeutenden Bundes- und Landstraßen im Kyffhäuserkreis gibt es keine nennenswerten straßenbegleitenden Radwege. Nordthüringen ist fahrradmäßig völlig von der Region um Gotha, Erfurt, Weimar abgeschottet. Selbst in der "Flächengroßstadt" Sondershausen kann man so gut wie nicht, sicher mit dem Fahrrad von einem Ortsteil zum anderen fahren.

Unter diesen Gesichtpunkten bleibt zu befürchten, dass die 1. Fahrradkonferenz nur die Hälfte der wichtigen Themen anreißen wird. Aber für die eigene radfahrende Bevölkerung sind diese (noch) fehlenden Punkte gerade im täglichen Leben von hoher Wichtigkeit.

Der ADFC kann keine Radwege für den Alltag bauen, dass müssen schon die Politiker auf die Reihe bekommen. Und wenn einige Spitzenpolitiker am nächsten Mittwoch in Sachsen-Anhalt sind, sollten sie mal an die B80 schauen, dort findet man auch außerhalb der Ortschaften straßenbegleitende Radwege. Suchen Sie das mal an der B4 im Norden Thüringens.
Karl-Heinz Herrmann
Bekennender Radfahrer, der auch ab und zu sein eigenes Auto bewegt.
Autor: khh

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