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Brücke und Weg saniert

Mittwoch, 06. Juli 2011, 15:26 Uhr
Die sanierte Parkbrücke östlich des Parksees und der wiederhergerichtet Fürstenweg im Schlosspark Sondershausen wurden heute übergeben...


Im Schlosspark Sondershausen ist ein weiterer Abschnitt der Parksee-Sanierung abgeschlossen. Am großen Parksee wurden die historische Brücke über die Mühlwipper und der Fürstenweg wiederhergestellt und die Sanierung des Parksees selbst konnte als Erfolg eingeschätzt werden.

Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Mit Zerschneiden des symbolischen Bandes gaben die 1. Beigeordnete des Bürgermeisters der Stadt Sondershausen, Cornelia Kraffzick (SPD) und der Direktor Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus, den Fürstenweg frei. Zuvor war in einer Pressekonferenz über die aktuellen Maßnahmen im Schlosspark informiert worden.

In diesem Rahmen dankte Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), er musste später zu einer anderen Veranstaltung weg, für die wichtige Verbesserung des Schlossparks und auch für die schnelle Lösung, dass mehr Parkbänke im Schlosspark aufgestellt wurden. Schmunzelnd sagte Prof. Dr. Paulus zu dem Problem, der Schlosspark Sondershausen hat jetzt die größte "Bankdichte" aller betreuten Gärten.

Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Skandal am Rande der Veranstaltung. Wider aller Etikette stürmte eine wild Rotte über den Fürstenweg, obwohl er gar noch nicht freigegeben war.

Im Herbst 2008 begannen die Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Parkseen mit vorbereitenden Arbeiten. 2009 wurden die Ufer des großen Parksees saniert. Dabei wurde der historische Verlauf der Uferlinien wiederhergestellt. Die Ufer wurden mit grobem Schotter neu befestigt und die historischen Steinsetzungen wieder arrangiert. 2010 konnte durch die Erneuerung der Zulaufleitung die Wasserqualität in beiden Parkseen deutlich verbessert werden. Zudem wurde durch Belüftung der Teich entschlammt.

Mit einem Mikroporen-Schlauch wurde Luft zugeführt, um organische Schlammbestandteile abzubauen. So konnte auf aufwendiges Ausbaggern verzichtet werden. Die Ufer wurden in Teilbereichen neu bepflanzt. Zudem begannen die Arbeiten am Fürstenweg und der Parkbrücke, die jetzt abgeschlossen werden konnten.

Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Der "Bauminister" der Stiftung, Dipl.-Ing. Dietger Hagner (im Bild links), erläutert weitere Aspekte der Sanierung.

In das Gesamtprojekt wurden seit 2008 rund 670.000 Euro investiert. Für die Sanierung des großen Parksees standen Mittel aus der Städtebauförderung in Höhe von etwa 142.000 Euro zur Verfügung. Die weiteren, darauf folgenden Maßnahmen wurden jedoch vollständig aus Mitteln der Stiftung finanziert. Ein für 2011 geplanter Bauabschnitt musste aufgrund einer Haushaltskürzung verschoben werden. Geplant waren hierbei die Sanierung der zweiten Parkbrücke nordwestlich des großen Parksees und Maßnahmen im ehemaligen Blumengarten.

Mit der östlichen Parkbrücke und dem Fürstenweg sind zwei äußerst wichtige Bestandteile der ersten Gestaltungsphase des Landschaftsparks wieder zugänglich. Der Fürstenweg verläuft auf dem Damm zwischen dem großen Parksee und der Mühlwipper. Er wurde vermutlich noch vor 1850 angelegt. Bis 1918 war die Benutzung des Wegs ausschließlich dem Fürstenhaus vorbehalten. Dies galt auch für die Wege im Blumengarten unterhalb des Prinzenpalais, Der Fürstenweg wurde nach 1918 entfernt. Die Wiederherstellung stützt sich auf historische Pläne. Ebenfalls nach gartenhistorischen Befunden wurden am Fürstenweg die Pflanzungen ergänzt. Dort wurden auch zwei weitere Bänke aufgestellt und damit das Angebot an Sitzgelegenheiten zum Verweilen im Park ausgeweitet.

Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Fußgängerbrücke östlich des großen Parksees stammt wie der Fürstenweg aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre Planung erfolgte unter dem Baurat Carl Friedrich Scheppig (1803-1885). Sie wurde mit stählernen Gitterträgern erbaut und erhielt ein gusseisernes Geländer. Die Brücke war stark geschädigt und musste vollständig saniert werden. Das Sandsteinmauerwerk der Widerlager wurde gereinigt und gerichtet. Die gusseisernen Geländer von 1839 wurden restauriert und fehlende Teile ergänzt. Nach historischem Befund erhielten sie einen gelben Anstrich. Die vier historischen Gitterträger konnten nicht wieder verwendet werden. Sie wurden exakt rekonstruiert und entsprechend den aktuellen statischen Anforderungen zusätzlich stabilisiert.

Die Anfange des Schlossparks Sondershausen gehen auf das 16. Jahrhundert zurück. Der Garten war zunächst auf den Schlossberg begrenzt, zunehmend wurden aber Teile der Flussaue einbezogen. 1836 begann unter maßgeblicher Beteiligung des Coburger Hofgärtners Tobias Philipp Ekart die Anlage des Landschaftsparks unterhalb des Schlossbergs. Es wurden dort Wege und Pflanzungen angelegt. Die beiden Parkseen waren bereits vorhanden und wurden integriert. 1850 wurde Eduard Petzold, ein Schüler des Gartenkünstlers Hermann Fürst von Pückler-Muskau, mit der Umgestaltung des Parks beauftragt. Die Umsetzung wurde vom späteren Obergärtner Carl Arlt geleitet. Nach Pelzolds Plänen wurden beispielsweise die Gehölzpflanzungen überarbeitet und der Blumengarten zwischen den beiden Parkseen neu gestaltet.

Zum Thema Parkssen und dessen Wasserqualität gab es durch Dipl.-Ing. Dietger Hagner Aussagen. Die mit Abstand preiswerteste Sanierungsvariante (Belüftung, kn berichtete) hat sich bewährt. Durch Schaffung eines neuen Zulaufs vonm kleinen zum großen Parksee wird zukünftig gesichert, dass der große Parksee nicht wieder so schnell verschlammt. Der kleine Parksee soll quasi als "Vorklärbecken" dienen, dass günstiger ist, nur den kleinen Teich entschlammen zu müssen.

Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus gab auch schon einen Ausblick auf die möglichen neuen Arbeiten. Geplant ist unter anderem, dass auch der restliche Weg um den Parksee herum saniert, und entlang des sanierten Weges Neubepflanzungen vorgenommen werden. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, kann dann der Parksee in historischem Ambiente umrundet werden.

Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sanierung Parkbrücke und Fürstenweg (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Interessant das Projekt es fürstlichen Blumengartens, der hatte früher mal ein Alleinstellungsmerkmal bei Schlossgärten. In dem mit einem Kreuz gekennzeichnetem Gebiet des Schlossgartens (hinter dem Landratsamt) befand sich dieser fürstliche Blumengarten, zu dem hin der frühere Fürstenweg führte. Wenn die Mittel vorhanden sind, soll die Rekonstruktion des Blumengartens erfolgen, genauso, wie die Rekonstruktion der zweiten Brücke (Bildergalerie).
Autor: khh

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