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Geteilte Freude

Donnerstag, 07. Juli 2011, 09:44 Uhr
Bei der "Deutschen Verkehrswacht" ist die Freude geteilt. Einige Zahlen sind gut und andere erschrecken. Hier die Einzelheiten...

Unfallstatistik 2010: Auf der Straße zum Erfolg

Licht und Schatten hatte die Bilanz, die das Statistische Bundesamt Deutschland (Destatis) gestern auf seiner Pressekonferenz zum „Unfallgeschehen auf deutschen Straßen 2010“ vorstellte. Insgesamt gab es 2010 mit 3.648 tödlich verunglückten Menschen so wenige Verkehrstote wie noch nie zuvor. Angesichts der Tatsache, dass 2010 das unfallreichste Jahr seit elf Jahren war, ist diese Tendenz zusätzlich positiv zu würdigen.

Besonders erfreulich ist die seit zehn Jahren stetig sinkende Verkehrstotenzahl bei der Hochrisikogruppe im Straßenverkehr, den jungen Pkw-Fahranfängern zwischen 18 und 24 Jahren. Die Entwicklung zeigt, dass die Anstrengungen um diese Zielgruppe greifen: Das Gesetz zum „Begleiteten Fahren ab 17“, das Alkoholverbot für Fahranfänger und andere Maßnahmen bringen die erhofften Effekte und ermutigen zur Intensivierung.

Schwarzes Jahr für Kinder und Eltern

Getrübt wird die Bilanz durch eine andere Aussage: Seit fünf Jahren waren zum ersten Mal mit 104 Opfern wieder mehr Kinder unter den Toten. Dies entspricht einem Anstieg von 16% gegenüber dem Vorjahr, bei einem gleichzeitigen allgemeinen Rückgang der Unfalltoten um 12%.

„Angesichts dieser Nachricht bleibt meine Freude über die grundsätzlich glückliche Entwicklung der Unfallstatistik etwas verhalten“, so Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Bundesminister a.D. „Dass gerade die schwächsten der Verkehrsteilnehmer das schlimmste Schicksal erleiden, muss allen Akteuren der Verkehrssicherheit zu denken geben.“

Auch die Tatsache, dass nahezu jedes zweite getötete Kind als Mitfahrer in einem Pkw verunglückte, also bei einer passiven Verkehrsteilnahme, ist düster. Bodewig: „Ein Kind zu verlieren, bringt unermessliches Leid in eine Familie.“

Die Deutsche Verkehrswacht hat sich dem Schutz aller Verkehrsteilnehmer verpflichtet. Mit zahlreichen Programme und Aktionen macht sie auf Gefährdungen im Straßenverkehr aufmerksam, informiert und schult Verkehrsteilnehmer – Kinder wie Erwachsene.

Bodewig: „Alle Anstrengungen reichen noch nicht. Die Akteure für Verkehrssicherheit in Deutschland müssen zu mehr konzertierten Aktionen zusammenfinden und einander ergänzende Aktivitäten entwickeln, damit das statistische Bild auch für Kinder (und für Eltern) im nächsten Jahr wieder besser aussieht.“
Autor: khh

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