kyffhaeuser-nachrichten.de

Einblick in wichtige Arbeit

Donnerstag, 07. Juli 2011, 12:44 Uhr
Wenn Sie mal "hautnah" miterleben wollen, mit was sich Abgeordnete des Thüringer Landtages so den lieben langen Tag beschäftigen, dann wollen wir Ihnen am Beispiel der Diskussion um die Schulordnung einen klitzekleinen Einblick gewähren...


Die FDP-Fraktion kritisiert die skandalöse Informationspolitik der Landesregierung zur neuen Schulordnung. Franka Hitzing aus dem Landkreis Nordhausen sieht gar eine "böse Überraschung zum Schuljahresbeginn". Die Antworten des Kultusministeriums auf die in der Plenarsitzung am Mittwoch gestellten Mündlichen Anfragen aus der FDP-Fraktion offenbarten, dass sich die Thüringer Schüler und Eltern selbst mit den neuen Regelungen vertraut machen müssen. Die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Franka Hitzing, zeigte sich entsetzt über die Informationspolitik des Ministers. "Da bricht die Landesregierung eine Bildungsreform übers Knie, schafft teilweise die Versetzungsentscheidungen ab und führt Gemeinschaftsschulen in Thüringen ein. Und die betroffenen Eltern und Schüler sollen sich dann selbst darüber informieren. Ich finde diesen Umgang mit den Leidtragenden des ideologisch geprägten Reformeifers des Kultusministers skandalös", sagte Hitzing im Anschluss an die Sitzung.

Nun sei klar, dass alle von der FDP-Fraktion geäußerten Bedenken bei der Umsetzung auf taube Ohren im Ministerium gestoßen seien. "Ein solches Projekt funktioniert nur, wenn alle Beteiligten auch über den verordneten neuen Schulalltag informiert werden. Schüler und Eltern werden sonst zum Schuljahresbeginn eine böse Überraschung erleben, wenn das Leistungsprinzip wie geplant sukzessive aus der Schule entfernt wird. Wir sind enttäuscht über die Ignoranz des Ministers", so Hitzing abschließend.

Ihr antwortet derselbe Experte, allerdings aus dem sozialdemokratischen und damit Regierungslager. „Die FDP soll endlich aufhören, ins immer selbe Horn zu tuten. Die neue Schulordnung wurde lange diskutiert, an wichtigen Punkten überarbeitet und kann nun pünktlich zum neuen Schuljahr in Kraft treten.“ Diese Worte richtet Peter Metz, der bildungspolitische Sprecher der
SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, an die Adresse der FDP. Metz warnt vor Panikmache und Verunsicherung: Eltern, Schüler und Lehrer seien durchaus in der Lage, sich selbst ein Bild über die neue Schulordnung zu machen.

Er stellt zudem klar: „Sofort nach der Sitzung des Bildungsausschusses am vergangenen Donnerstag hat der Bildungsminister einen Brief an sämtliche Schulen im Freistaat geschickt.“ Neben dem Dank für die im vergangenen Schuljahr geleistete Arbeit sei darin eine komplette Fassung der neuen Schulordnung (Vorabexemplar) enthalten. Die wichtigsten Veränderungen seien in dem Schreiben deutlich hervorgehoben. Von einer skandalösen Informationspolitik könne also keine Rede sein, konstatiert Metz.

„Zweijährige Übergangsfristen in wichtigen Punkten
garantieren den Schulen zudem, dass sie Zeit haben, sich auf die neue Situation einzustellen.“ Metz stellt aber auch klar: „Die neue Schulordnung ist erst mit dem Tag der Veröffentlichung im Staatsanzeiger in Kraft.“ An dieser Zeitschiene lasse sich definitiv nichts ändern. Metz weist darauf hin, dass er selbst Schulen besucht und dort durchaus ein positives Feedback bezüglich der Informationspolitik des Ministeriums bekommen habe.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de