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Zu Besuch im Frauenhaus

Mittwoch, 13. Juli 2011, 15:24 Uhr
Die Beauftragten für die Gleichstellung von Frau und Mann des Landes Thüringens, Johanna Arenhövel, kam anlässlich der Renovierung des Frauenhauses nach Sondershausen...

Zu Besuch im Frauenhaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Zu Besuch im Frauenhaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Bei der Besichtigung des Frauenhauses konnte sich Arenhövel von der sehr guten Arbeit des Vereins Arche e.V. überzeugen, die das Frauenhaus Sonderhausen betreiben. Ludmilla Krause und Jutta Jährling vom Verein führen die Gäste Johanna Arenhövel, und die Vizebürgermeisterin Cornelia Kraffzick und Vize Landrat Georg Schäfer durch die renovierten Räume.

Zu Besuch im Frauenhaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Zu Besuch im Frauenhaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Für rund 5.000 Euro waren zahlreiche Zimmer, Treppenhaus und Küche mit neuen Anstrichen versehen worden. Sehr notwendig war das ganze schon, so die Vorsitzende des Vereins, Veronika Schönfeld, denn im Treppenhaus fiel schon der Putz von den Wänden. Viel Unterstützung erhielt die Arche e.V. vom Sondershäuser Bildungsverein e.V., deren Auszubildende hatten die meisten Arbeiten übernommen.

In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass man auch am Dach etwas machen müsste. Das war wohl der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl. Wenn als Firmen der Region sich sozial engagieren wollen, sei es mit Arbeitsleistungen, oder Material, in dieser Richtung könnte Hilfe durchaus gebracht werden.
Der Dank des Vereins gilt den vielen Spendern und Sponsoren, die zum Erhalt des Frauenhauses beitrugen. Erst jüngst erhielt man von den Frauen des Vereins Soroptimist 1.000 Euro, als man die Gelegenheit hatte auf der Afterworkparty die Arbeit des Frauenhauses vorstellen zu können.

Obwohl man insgesamt zufrieden sein kann, durch die geknüpfte Festfinanzierung, so die Beteiligten im Gespräch, steht der Verein und damit das Frauenhaus auf stabilen Füßen. Das Frauenhaus Sondershausen hat eine wichtige Funktion für den ganzen Norden von Thüringen, so die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Johanna Arenhövel, gibt es doch neben Sondershausen nur noch in Leinefelde und Bad Langensalza so eine Einrichtung.

Johanna Arenhövel bekräftigte, dass das Frauenhaus Sondershausen weiter auf die Unterstützung des landes Thüringen rechnen können. Auch Georg Schäfer, der ja Sozialderzenent der Landkreises ist, sicherte die weitere Unterstützung zu. Wichtig dabei, so Schäfer, dass die Arbeit beim Frauenhaus in einer Leistungsbeschreibung festgehalten ist, das erleichtere die Arbeit in den Ausschüssen. Auch Kraffzick bekräftigte im Namen der Stadt das weitere Engagement. Wir haben das Frauenhaus in den letzten 20 Jahren immer unterstützt, auch wenn es uns in der jetzigen Finanzkrise schwer fiel und die Unterstützung um 2.000 Euro auf 18.000 Euro gesenkt werden musste. Für die Stadt, so Kraffzick erfüllt die Arche mit dem Frauenhaus eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Die Stadt hatte 1991 das haus zur Verfügung gestellt.

Für Johanna Arenhövel ist es wichtig, dass es mit Landesunterstützung gelingt, dass ein 24-Stunden-Notfalltelefon erhalten werden kann. Hier am Telefon können aber nicht nur Frauen Hilfe erhalten, auch sonder auch Männer. Auch wenn es eine große Dunkelziffer gibt, neben Gewalt an Frauen gibt es auch Gewalt an Männern zu verzeichnen, einer tatsache, so die Runde einstimmig, der man sich auch stellen muss, obwohl es nur einmal in den 20 Jahren vorkam, dass die Polizei um Hilfe bei der Aufnahme eines Mannes kam. Der kam aber dann nicht in das Frauenhaus.

Im weiteren Verlauf des Gespräches wurde festgestellt, dass das Frauenhaus eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Behörden verzeichnen kann, so mit dem Jugendamt und auch dem Jobcenter. Allein voriges Jahr gelang es in drei von 10 Fällen, die Ausbildung von Frauen wieder aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen. Bleibt in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass das Frauenhaus nach einem Qualitätsmanagement arbeitet.

Im weiteren Verlauf des Gespräches stellte man fest, wie wichtig die Mitarbeit im Netzwerk gegen häusliche Gewalt ist. Hier arbeiten u.a. Polizei, Rechtsanwälte, Weißer Ring und Kinderschutz mit. In diesem Zusammenhang verwies Schäfer auf die jährlich stattfindende Kinderschutzkonferenz hin.
Autor: khh

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