Trotz mit neuer Bestmarke
Freitag, 22. Juli 2011, 14:16 Uhr
Die Finanzkrise hinterlässt ihre Spuren. Auch bei den Unternehmen kühlt sich die Stimmung ab und hat den Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli überraschend deutlich sinken lassen. Doch die Thüringer Wirtschaft glänzt weiter mit neuen Rekordmarken...
Noch nie war die Beschäftigung in den Industriebetrieben über die letzten 20 Jahre so hoch wie in diesem Sommer. Die instabile Situation an den Finanzmärkten hat die Stimmung in den Chefetagen merklich gedämpft und den rasanten Aufschwung der vergangenen Monate etwas abgebremst, kommentiert Erfurts IHK-Hauptge-schäftsführer Gerald Grusser die aktuellen Zahlen.
Eine generelle Trendwende oder gar das Ende des Aufschwungs sieht er jedoch nicht: Die Thüringer Wirtschaft stabilisiert sich auf hohem Niveau. Die Zeichen stehen weiter auf Wachstum, wenn auch nicht mehr das rasante Tempo des ersten Halbjahres beibehalten werden kann, so der IHK-Chef.
Vor allem in der Thüringer Industrie stünden die Konjunkturampeln noch immer auf grün und würden vielfach Fachkräfte gesucht. Ende Mai waren in den größeren Industriebetrieben 132.586 Personen beschäftigt - 8.273 mehr als noch vor einem Jahr. Damit ist nicht nur das Vorkrisenniveau überschritten, sondern eine neue Bestmarkte seit 1990 geknackt, freut sich der IHK-Hauptgeschäftsführer. Insbesondere die Binnennachfrage trage immer mehr zum Wachstum bei. So seien die Auftragseingänge nach wie vor vielversprechend und ließen auch zum Jahresende ein gutes Ergebnis erwarten. Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 wären die Industrieumsätze bereits zur Jahresmitte um ein Drittel gestiegen.
Bisher trotzen die Firmen den Negativschlagzeilen zwar erstaunlich robust, beobachten allerdings mit großer Sorge die Entwicklung der globalen Krisenherde, mahnt Grusser. Vor allem die ungelöste Finanzkrise bei wichtigen EU-Handelspartnern lasse die Firmen nicht kalt. Die Thüringer Industrie ist vom Funktionieren der europäischen Märkte stark abhängig, betont der IHK-Chef. Immerhin würden 66 Prozent aller Thüringer Exporte in die 27 EU-Länder gehen.
Zwar sei das stark angeschlagene Griechenland mit einem Ausfuhrvolumen von 46 Millionen Euro im letzten Jahr ein relativ kleiner Geschäftspartner, doch schon in das hochverschuldete Italien exportierten Firmen aus dem Freistaat jährlich Waren im Wert von über 700 Millionen Euro. Und auch beim viertgrößten Thüringer Handelspartner USA werde die Lage immer bedrohlicher: Die Schulden wachsen in atemberaubender Geschwindigkeit und der Arbeitsmarkt kommt einfach nicht in Schwung.
Autor: nnzNoch nie war die Beschäftigung in den Industriebetrieben über die letzten 20 Jahre so hoch wie in diesem Sommer. Die instabile Situation an den Finanzmärkten hat die Stimmung in den Chefetagen merklich gedämpft und den rasanten Aufschwung der vergangenen Monate etwas abgebremst, kommentiert Erfurts IHK-Hauptge-schäftsführer Gerald Grusser die aktuellen Zahlen.
Eine generelle Trendwende oder gar das Ende des Aufschwungs sieht er jedoch nicht: Die Thüringer Wirtschaft stabilisiert sich auf hohem Niveau. Die Zeichen stehen weiter auf Wachstum, wenn auch nicht mehr das rasante Tempo des ersten Halbjahres beibehalten werden kann, so der IHK-Chef.
Vor allem in der Thüringer Industrie stünden die Konjunkturampeln noch immer auf grün und würden vielfach Fachkräfte gesucht. Ende Mai waren in den größeren Industriebetrieben 132.586 Personen beschäftigt - 8.273 mehr als noch vor einem Jahr. Damit ist nicht nur das Vorkrisenniveau überschritten, sondern eine neue Bestmarkte seit 1990 geknackt, freut sich der IHK-Hauptgeschäftsführer. Insbesondere die Binnennachfrage trage immer mehr zum Wachstum bei. So seien die Auftragseingänge nach wie vor vielversprechend und ließen auch zum Jahresende ein gutes Ergebnis erwarten. Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 wären die Industrieumsätze bereits zur Jahresmitte um ein Drittel gestiegen.
Bisher trotzen die Firmen den Negativschlagzeilen zwar erstaunlich robust, beobachten allerdings mit großer Sorge die Entwicklung der globalen Krisenherde, mahnt Grusser. Vor allem die ungelöste Finanzkrise bei wichtigen EU-Handelspartnern lasse die Firmen nicht kalt. Die Thüringer Industrie ist vom Funktionieren der europäischen Märkte stark abhängig, betont der IHK-Chef. Immerhin würden 66 Prozent aller Thüringer Exporte in die 27 EU-Länder gehen.
Zwar sei das stark angeschlagene Griechenland mit einem Ausfuhrvolumen von 46 Millionen Euro im letzten Jahr ein relativ kleiner Geschäftspartner, doch schon in das hochverschuldete Italien exportierten Firmen aus dem Freistaat jährlich Waren im Wert von über 700 Millionen Euro. Und auch beim viertgrößten Thüringer Handelspartner USA werde die Lage immer bedrohlicher: Die Schulden wachsen in atemberaubender Geschwindigkeit und der Arbeitsmarkt kommt einfach nicht in Schwung.
