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Keine Gefahr

Montag, 08. August 2011, 14:00 Uhr
Panik an den Finanzmärkten, eine herabgestufte USA, Turbulenzen an der Börse. Doch für die Konjunktur in Thüringen besteht laut Industrie- und Handelskammer keine Gefahr. Noch nicht...


Ungeachtet der aktuellen Turbulenzen an den internationalen Börsen sieht der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Gerald Grusser, die Thüringer Konjunkturentwicklung nicht in Gefahr. Insbesondere die Industrieunternehmen würden glänzende Zahlen melden und die Investitionsabsichten den höchsten Stand seit 1994 erreichen.

„Die regionale Wirtschaft zeigt sich momentan noch recht unbeeindruckt von der Nervosität an den Finanzmärkten. Sowohl das Inlandsgeschäft als auch der Export laufen auf vollen Touren. Deutliche Gewinne sorgen für gut gefüllte Kassen und erweitern den Spielraum für Modernisierungen und die Anschaffung von neuen Maschinen und Fahrzeugen“, so der IHK-Chef. Laut jüngster Umfrage der IHK unter rund 250 Firmen des Verarbeitenden Gewerbes erreichten die Investitionsabsichten inzwischen den höchsten Stand seit 1994.

„Wir können davon ausgehen, dass die Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs liegt. Nach wie vor senden die Unternehmen positive Signale. Immerhin wollen 40 Prozent der befragten Industriebetriebe des Kammerbezirks ihre Investitionsbudgets aufstocken“, berichtet der IHK-Hauptge-schäftsführer. Die Modernisierung von Maschinen und Anlagen sei dabei das Hauptmotiv der Investitionen. Aber auch die Kapazitätserweiterung und die damit verbundene Schaffung neuer Arbeitsplätze spiele eine immer größere Rolle.

„Die steigenden Investitionsabsichten der Unternehmen werden nicht zuletzt durch die niedrigen Zinsen befeuert“, ist Grusser überzeugt. Dabei dürften die Zentralbankzinsen in Deutschland noch einige Zeit niedriger als die Inflationsrate bleiben. Das mache zum einen die Unternehmensinvestitionen attraktiv, erlaube aber auch so mancher Familie, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Davon profitiere wiederum die Baubranche. Zudem hätten die Firmen in den letzten Monaten durch verstärkte Anstrengungen und Umstrukturierungen ihre Produktivität entscheidend steigern können.

„Das Ausland beneidet uns inzwischen um die positive Arbeitsmarktentwicklung und die gute Wettbewerbsfähigkeit. Beides wäre jedoch undenkbar ohne ein gutes Investitionsumfeld“, erklärt der IHK-Chef. Dies müsse gesichert werden. Gerade im Steuerrecht würden sich noch etliche Investitionsbremsen verbergen. Insbesondere die Besteuerung von Kostenelementen, wie beispielsweise Lizenzen, bedürfe dringend einer Korrektur. Und auch die Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen sollten sich an der tatsächlichen betrieblichen Nutzungsrealität orientieren – durch die Wiedereinführung der „degressiven AfA“. Das würde auch die Liquiditäts- und Eigenkapitalsituation der Unternehmen weiter verbessern.
Autor: nnz

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