130 auf einen Streich
Freitag, 12. August 2011, 13:42 Uhr
Die Nordhäuser Kriminalpolizei hat drei Kriminellen das Handwerk gelegt und damit 130 Straftaten aufgeklärt. Den drei Verdächtigen (19, 21 und 25 Jahre alt) aus dem Landkreis Nordhausen werden insgesamt 105 Einbrüche zur Last gelegt. Von Februar 2010 bis Ende Juni 2011 hatte das Trio immer wieder Einbrüche in Feuerwehrgerätehäuser verübt. Nachdem die Häufung derartiger Straftaten bemerkt worden war, übernahm die Kriminalpolizei die zentrale Bearbeitung der Fälle, die zuvor in verschiedenen Dienststellen bearbeitet wurden. Schnell stellte sich heraus, dass auch Einbrüche in Jugendclubs, Vereinsheime und Firmen auf das Konto der Diebesbande gehen.
Die drei Beschuldigten waren dabei auch über Thüringen hinaus aktiv. So konnten auch elf Einbrüche in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geklärt werden. Bei den Ermittlungen wurden weitere 25 andere Straftaten aufgedeckt.
Bei Hausdurchsuchungen konnte umfangreiches Diebesgut sichergestellt werden. Die Beute sprengte alle in der Dienststelle zur Verfügung stehenden Räume, so dass extra ein Überseecontainer auf dem Polizeigelände aufgestellt werden musste, um alles sicher verwahren zu können. Die Diebe hatten es insbesondere auf hochwertige Kettensägen, Notstromaggregate, Funkgeräte, Werkzeuge, Pumpen und Fernsehgeräte abgesehen. Gestohlen wurde alles, was sich in bare Münze umsetzen lässt.
Der Schaden wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. An manchen Tatorten hinterließen die drei Männer Schäden zwischen 25.000 und 54.000 Euro.
Der Hauptverdächtige, ein 25-Jähriger, sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Er gilt als Kopf der Bande. Bereits eine Woche nachdem er Anfang 2010 aus der Haft entlassen worden war, beging er wieder die ersten Straftaten. Der Hauptteil der Ermittlungsakten wird heute in mehreren Kisten verpackt an die Staatsanwaltschaft Mühlhausen übergeben. Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.
Gerd Jung, der Chef der Nordhäuser Berufsfeuerwehr, nahm heute einen Teil des Diebesgutes wieder in Empfang.



