Sa, 15:20 Uhr
20.08.2011
Neuen Baustoff entwickelt
Am Freitagnachmittag bekamen einige Politiker große Augen, als beim guten alten "Backe, backe Kuchen" ein neuer Baustoff vorgestellt wurde, der hier im Norden Thüringens entwickelt wurde. Bei der Vorstellung war auch kn dabei...
Alte "Kali-Hasen" werden sie ja noch kennen, die Sokalitplatte die aus Salz (Anhydrit), Mineralwolle und leider einer erheblichen Menge Asbest geschaffen wurde. Damit wurden ja sogar Häuser in Sondershausen gebaut. Der neue Baustoff greift allerdings nicht auf gefährliche Stoffe zurück, im Gegenteil.
Und dieser Baustoff ist relativ leicht, dieser Klotz den hier Dr. Heinz Scherzberg von der Sondershäuser Firma K-UTEC vorführt besteht aus gerade mal ca. fünf Litern Magnesiumchlorid-Sole (MgCl2), rund zwei kg MgO-Pulver (dem bekannte Magnesia) und einer kleine Menge Schäumungsmittel (beim Versuch liebevoll Backpulvergenannt). Mehr Zutaten werden nicht benötigt, wobei die angegebenen Mengen nur grob geschätzt sind.
Gerade aber diese Magnesiumchlorid-Sole ist ein Stoff, der vielen Kaliaufbereitern Kopfzerbrechen bereitet. Wie das Zeug loswerden. Magnesiumchlorid ist in vielen Kalisalzlagerstätten (besonders beim Carnalit) als Verunreinigung enthalten und fällt eben dadurch bei der Verarbeitung der Kalisalze oft in erheblichen Mengen an. Auch die Deusa in Bleicherode hat Magnesiumchlorid-Sole im Programm.
Auch die Lagerstätte in Sondershausen enthält Magnesiumchlorid und beim Bau eines neuen Kaliwerkes muss man sich Gedanken machen, wie los werden. Sicher, die GVV – Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH nimmt die Sole für das Verfüllen der Grube Bischofferode sicher gern ab, aber sie muss eben mit Pipeline oder Tankwagen erst mal nach Bischofferode geschafft werden. Da wäre es natürlich von Vorteil wenn man gleich aus der Magnesiumchlorid-Sole einen Baustoff produzieren könnte.
Dieser neue Baustoff interessierte natürlich die Politiker. Im Rahmen seiner Sommertour besuchte der Fraktionsführer der SPD im Thüringer Landtag, Uwe Höhne, (begleitet von SPD-Landtagsmitglied Dorothea Marx und der SPD-Chefin Kyffhäuserkreis, Cornelia Kraffzick) die Sondershäuser Firma K-UTEC (Kali-Umwelttechnik). Zum Abschluss des Besuches (kn berichtet noch ausführlich) hatte sich Geschäftsführer Dr. Volker Asemann zusammen mit Dr. Heinz Scherzberg das Schmankerl des Vorstellens des neuen möglichen Baustoffes aufgehoben.
Noch sind allerdings eine ganze Reihe Untersuchungen notwendig, um den neuen Baustoff, der porös aber auch sehr fest ist, anwenden zu können. Deshalb hat man bei der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) Antrag auf Fördermittel gestellt. Das stieß bei den SPD Politikern auf viel Interesse, denn Baustoffe produzieren und nicht erwünschte Nebenprodukte los zu werden ist doch sehr interessant, wie Uwe Höhn sofort feststelle. Die Problematik Sole ist dem Politiker nicht fremd, denn mit Kaliproduzent K+S AG liegt Thüringen ja seit geraumer Zeit im Clinch, wegen der Kaliabwässer im Werra-Revier.
Und der Baustoff (links im Bild ist die poröse Struktur zu erkennen) ist auch leicht herzustellen. Aus einem halbvollen Glas (vorn) Magnesiumchlorid-Sole (MgCl2), MgO (dem bekannte Magnesia) und einer kleine Menge Schäumungsmittel (beim Versuch liebevoll Backpulver genannt - Fläschchen hinten) hatte Dr. Heinz Scherzberg vor den Augen von Politkern den neuen Baustoff angerührt. Man konnte förmlich zu sehen, wie der "Teig" aufging und an Volumen zunahm. Siehe auch die drei Szenen im Video).
Neuen Baustoff anrühren
Man könnte, so Dr. Scherzberg, nicht nur Bausteine aus dem Material herstellen, sondern das Material auch zum Ausschäumen nutzen. Auch die gewünschte Festigkeit lässt sich regulieren. Je nach "Backpulvermenge" kann das Material gerade mal einen Menschen tragen, oder man kann es fester machen, dass es auch einen Panzer trägt.
Bei soviel Aufmerksamkeit der Politiker sollte man sicher bald mehr von diesem möglichen neuen Baustoff hören, der ja erst am Anfang der Entwicklung steht. Denn bis zur Einsatzreife müssen noch viele Dinge geklärt werden, wie Einsatzbedingungen, Standards für die Festigkeit und viele ähnliche Fragen, bis hin zum Nachweis der Haltbarkeit des neuen Baustoffes. Ein Anfang ist es allemal. Einen Namen hat der mögliche neue Baustoff noch nicht.
Fortsetzung hier!
Autor: khhAlte "Kali-Hasen" werden sie ja noch kennen, die Sokalitplatte die aus Salz (Anhydrit), Mineralwolle und leider einer erheblichen Menge Asbest geschaffen wurde. Damit wurden ja sogar Häuser in Sondershausen gebaut. Der neue Baustoff greift allerdings nicht auf gefährliche Stoffe zurück, im Gegenteil.
Und dieser Baustoff ist relativ leicht, dieser Klotz den hier Dr. Heinz Scherzberg von der Sondershäuser Firma K-UTEC vorführt besteht aus gerade mal ca. fünf Litern Magnesiumchlorid-Sole (MgCl2), rund zwei kg MgO-Pulver (dem bekannte Magnesia) und einer kleine Menge Schäumungsmittel (beim Versuch liebevoll Backpulvergenannt). Mehr Zutaten werden nicht benötigt, wobei die angegebenen Mengen nur grob geschätzt sind.
Gerade aber diese Magnesiumchlorid-Sole ist ein Stoff, der vielen Kaliaufbereitern Kopfzerbrechen bereitet. Wie das Zeug loswerden. Magnesiumchlorid ist in vielen Kalisalzlagerstätten (besonders beim Carnalit) als Verunreinigung enthalten und fällt eben dadurch bei der Verarbeitung der Kalisalze oft in erheblichen Mengen an. Auch die Deusa in Bleicherode hat Magnesiumchlorid-Sole im Programm.
Auch die Lagerstätte in Sondershausen enthält Magnesiumchlorid und beim Bau eines neuen Kaliwerkes muss man sich Gedanken machen, wie los werden. Sicher, die GVV – Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH nimmt die Sole für das Verfüllen der Grube Bischofferode sicher gern ab, aber sie muss eben mit Pipeline oder Tankwagen erst mal nach Bischofferode geschafft werden. Da wäre es natürlich von Vorteil wenn man gleich aus der Magnesiumchlorid-Sole einen Baustoff produzieren könnte.
Dieser neue Baustoff interessierte natürlich die Politiker. Im Rahmen seiner Sommertour besuchte der Fraktionsführer der SPD im Thüringer Landtag, Uwe Höhne, (begleitet von SPD-Landtagsmitglied Dorothea Marx und der SPD-Chefin Kyffhäuserkreis, Cornelia Kraffzick) die Sondershäuser Firma K-UTEC (Kali-Umwelttechnik). Zum Abschluss des Besuches (kn berichtet noch ausführlich) hatte sich Geschäftsführer Dr. Volker Asemann zusammen mit Dr. Heinz Scherzberg das Schmankerl des Vorstellens des neuen möglichen Baustoffes aufgehoben.
Noch sind allerdings eine ganze Reihe Untersuchungen notwendig, um den neuen Baustoff, der porös aber auch sehr fest ist, anwenden zu können. Deshalb hat man bei der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) Antrag auf Fördermittel gestellt. Das stieß bei den SPD Politikern auf viel Interesse, denn Baustoffe produzieren und nicht erwünschte Nebenprodukte los zu werden ist doch sehr interessant, wie Uwe Höhn sofort feststelle. Die Problematik Sole ist dem Politiker nicht fremd, denn mit Kaliproduzent K+S AG liegt Thüringen ja seit geraumer Zeit im Clinch, wegen der Kaliabwässer im Werra-Revier.
Und der Baustoff (links im Bild ist die poröse Struktur zu erkennen) ist auch leicht herzustellen. Aus einem halbvollen Glas (vorn) Magnesiumchlorid-Sole (MgCl2), MgO (dem bekannte Magnesia) und einer kleine Menge Schäumungsmittel (beim Versuch liebevoll Backpulver genannt - Fläschchen hinten) hatte Dr. Heinz Scherzberg vor den Augen von Politkern den neuen Baustoff angerührt. Man konnte förmlich zu sehen, wie der "Teig" aufging und an Volumen zunahm. Siehe auch die drei Szenen im Video).
Neuen Baustoff anrühren
Man könnte, so Dr. Scherzberg, nicht nur Bausteine aus dem Material herstellen, sondern das Material auch zum Ausschäumen nutzen. Auch die gewünschte Festigkeit lässt sich regulieren. Je nach "Backpulvermenge" kann das Material gerade mal einen Menschen tragen, oder man kann es fester machen, dass es auch einen Panzer trägt.
Bei soviel Aufmerksamkeit der Politiker sollte man sicher bald mehr von diesem möglichen neuen Baustoff hören, der ja erst am Anfang der Entwicklung steht. Denn bis zur Einsatzreife müssen noch viele Dinge geklärt werden, wie Einsatzbedingungen, Standards für die Festigkeit und viele ähnliche Fragen, bis hin zum Nachweis der Haltbarkeit des neuen Baustoffes. Ein Anfang ist es allemal. Einen Namen hat der mögliche neue Baustoff noch nicht.
Fortsetzung hier!





