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Mi, 16:55 Uhr
21.09.2011

Bedeutende Erweiterung

Ein Hammerflügel kehrt ins Schlossmuseum Sondershausen zurück. Im Schlossmuseum Sondershausen wurde heute ein restaurierter Hammerflügel vorgestellt, der die rund 60 Objekten der Musikinstrumenten-Sammlung des Museums besonders bereichert.

Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Das Jahrzehnte auf dem Dachboden des Schlosses gelagerte Instrument war vom Schlossmuseum geborgen worden und befand sich vom Jahr 2007 an bis jetzt in der Eisenacher Restaurierungs-Werkstatt von Musikinstrumenten-Restaurator Wolfgang Wenke zur umfassender Reinigung, Konservierung und Restaurierung.

Das bis 2007 völlig desolate Instrument zeigt sich jetzt wieder in einem optisch attraktiven und spielbaren Zustand. Bemerkenswert ist der für Tasteninstrumente des frühen 19. Jahrhunderts erstaunlich große Anteil an Originalsubstanz. Rekonstruiert wurden lediglich kleinste Holz-, Metall- und Vergoldungsteile, die Schellack-Politur der Oberflächen und etwa ein Viertel der Saiten. Damit ist das Instrument als ein wichtiger Träger von Informationen zum Instrumentenbau des frühen 19. Jahrhunderts erhalten und wertvoll für die Forschung.

Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Zwar fehlt das Signatur-Schild des Herstellers, doch konnte durch Vergleiche mit signierten Instrumenten im Bachhaus Eisenach, im Schloss Wörlitz, Schloss Burgk und im Metropolitan-Museum New York ermittelt werden, dass das Instrument vom Klaviermacher Franz Lautterer (1770-1830) in Wien gebaut wurde. Seine aufwendige Dekoration weist auf eine private Nutzung im höfischen Umfeld.

Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Mit großer Wahrscheinlichkeit hat der für Sondershausen allgegenwärtige Franz Liszt nicht auf diesem Instrument gespielt, ist sich Museumsleiterin Christa Hirschler (Bild oben) sicher. Der jetzt im Schlossmuseum stehende Hammerflügel, wurde dort aufgestellt, wo früher mal der Liszt-Flügel stand, der jetzt im Riesensaal steht.

Eine dendrochronologische Auswertung des Resonanzbodenholzes, das aus dem Böhmischen/Bayrischen Wald stammt und dessen jüngster Jahresring auf 1809 zu datieren ist, konnte die Herstellungszeit des unsignierten Instrumentes auf ca. 1820 eingrenzen. Der Hammerflügel ist von unschätzbarem Wert. Vor der Restaurierung hatte er schon einen (Versicherungs-)Wert von ca. 50.000 Euro. Jetzt ist er mit Sicherheit ein vielfaches Wert.

Am Mittwoch, dem 28. September, 18:00 Uhr, wird der Restaurator im Rahmen der Museums-Veranstaltungsreihe "Treff für Neugierige" mit einem Diavortrag zu seiner Arbeit sprechen und das Instrument wird musikalisch vorgestellt. Dieser Hammerflügel unterscheidet sich in seiner Spielart sehr von modernen Klavieren. Daher spielt eine Spezialistin für historische Instrumente, Violina Petrychenko aus Weimar, auf diesem wiedererstandenen Flügel.

Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Gegensatz zum Liszt-Flügel wird dieses Instrument allerdings nicht als Konzertflügel genutzt werden. Dazu müsste zu viele Teile erneuert werden. Dass Innenleben soll als kulturhistorischer Sicht in der Originalform erhalten werden. Der Hammer-Flügel wird ein reines Museumsstück. Das ist kein Nachteil, denn dieser Flügel bereichert den musikalischen teil des Schlossmuseums erheblich.

Die Restaurationskosten von rund 23.000 Euro waren in den rund fünf Jahren der Restauration stückchenweise von der Stadt Sondershausen, dem Land Thüringen und dem Förderverein Schlossmuseum aufgebracht worden.
Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bedeutende Erweiterung (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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