Do, 12:37 Uhr
29.09.2011
Arbeitsmarkt - Redaktionen (1)
Der Arbeitsmarkt in Thüringen ist weiter auf Kurs. Die Arbeitssuchenden profitieren von der hohen Wachstumsdynamik der letzten Monate, sagte der Thüringer Arbeitsminister Matthias Machnig (SPD) heute in Erfurt. Machnig übt aber auch Kritik...
Mit einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent haben wir die niedrigste September-Arbeitslosigkeit seit 1991. Auch die weitere Entwicklung sieht er optimistisch: Wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin steigt, können wir unter 8 Prozent kommen, so Machnig.
Gleichzeitig warnte der Minister vor der Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit: Ältere Beschäftigte und Langzeitarbeitslose profitieren von der guten Konjunktur fast gar nicht. Er kritisierte die Kürzungen der Bundesregierung bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Hier sei genau das Gegenteil, nämlich ein weiterhin starkes Engagement, notwendig.
Am stärksten profitiert haben im September die Jugendlichen: Bei den Unter-25-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit um 14,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Jetzt sind die Chancen besonders günstig, Jugendliche für Thüringen zu gewinnen, sagte der Arbeitsminister. Dies funktioniere nur mit guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen. Die starke Konjunkturentwicklung müsse jetzt genutzt werden, um Thüringen zum Standort für gute Arbeit zu machen und Jugendliche, die ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben, im Lande zu halten.
Allerdings trage der Aufschwung nicht dazu bei, die Spaltung des Arbeitsmarktes zu überwinden. Während sich vor allem für junge und kurzzeitig Arbeitslose neue Perspektiven eröffnen, kämen die freien Stellen bei Älteren und Langzeitarbeitslosen kaum an. Bei den Über-55-Jähringen ist die Arbeitslosigkeit im September um magere 0,1 Prozent zurückgegangen.
Und auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen liege in Thüringen bei rund 30 Prozent. Laut der ILO (International Labour Organization) bleibe Deutschland trotz Aufschwung das Land der Langzeitarbeitslosigkeit: Es habe immer noch die höchste Quote innerhalb der Industriestaaten und sei im Ländervergleich wenig fortschrittlich. Dänemark und Schweden zum Beispiel hätten nicht einmal die Hälfte an Langzeitarbeitslosen wie Deutschland.
Der Arbeitsminister kritisierte, dass sich die Bundesregierung aus der aktiven Arbeitsmarktpolitik zurückzieht. Thüringen verliert damit in den nächsten Jahren rund 500 Millionen Euro. Mit ihrem jüngsten Spargesetz vertieft sie den Riss auf dem Arbeitsmarkt und gefährdet den sozialen Zusammenhalt, sagte Machnig, sie sorgt dafür, dass ältere Arbeitslose von der Konjunkturlokomotive abgehängt werden. Der Minister forderte, dass die aktive Arbeitsmarktpolitik auf hohem Niveau fortgesetzt wird.
Autor: nnzMit einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent haben wir die niedrigste September-Arbeitslosigkeit seit 1991. Auch die weitere Entwicklung sieht er optimistisch: Wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin steigt, können wir unter 8 Prozent kommen, so Machnig.
Gleichzeitig warnte der Minister vor der Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit: Ältere Beschäftigte und Langzeitarbeitslose profitieren von der guten Konjunktur fast gar nicht. Er kritisierte die Kürzungen der Bundesregierung bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Hier sei genau das Gegenteil, nämlich ein weiterhin starkes Engagement, notwendig.
Am stärksten profitiert haben im September die Jugendlichen: Bei den Unter-25-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit um 14,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Jetzt sind die Chancen besonders günstig, Jugendliche für Thüringen zu gewinnen, sagte der Arbeitsminister. Dies funktioniere nur mit guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen. Die starke Konjunkturentwicklung müsse jetzt genutzt werden, um Thüringen zum Standort für gute Arbeit zu machen und Jugendliche, die ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben, im Lande zu halten.
Allerdings trage der Aufschwung nicht dazu bei, die Spaltung des Arbeitsmarktes zu überwinden. Während sich vor allem für junge und kurzzeitig Arbeitslose neue Perspektiven eröffnen, kämen die freien Stellen bei Älteren und Langzeitarbeitslosen kaum an. Bei den Über-55-Jähringen ist die Arbeitslosigkeit im September um magere 0,1 Prozent zurückgegangen.
Und auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen liege in Thüringen bei rund 30 Prozent. Laut der ILO (International Labour Organization) bleibe Deutschland trotz Aufschwung das Land der Langzeitarbeitslosigkeit: Es habe immer noch die höchste Quote innerhalb der Industriestaaten und sei im Ländervergleich wenig fortschrittlich. Dänemark und Schweden zum Beispiel hätten nicht einmal die Hälfte an Langzeitarbeitslosen wie Deutschland.
Der Arbeitsminister kritisierte, dass sich die Bundesregierung aus der aktiven Arbeitsmarktpolitik zurückzieht. Thüringen verliert damit in den nächsten Jahren rund 500 Millionen Euro. Mit ihrem jüngsten Spargesetz vertieft sie den Riss auf dem Arbeitsmarkt und gefährdet den sozialen Zusammenhalt, sagte Machnig, sie sorgt dafür, dass ältere Arbeitslose von der Konjunkturlokomotive abgehängt werden. Der Minister forderte, dass die aktive Arbeitsmarktpolitik auf hohem Niveau fortgesetzt wird.
