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Di, 11:48 Uhr
22.11.2011

Neues aus Berlin (98)

Im Rahmen unserer Reihe Berichte der Bundestagmitglieder unserer Region äußert sich das Mitglied des Bundestags, Steffen-Claudio Lemme (SPD) zum Thema gesetzlich Krankenversicherte und fordert, Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Wartezimmern beenden.

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung einer Studie zu Wartezeiten von gesetzlich Versicherten bemerkt der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen-Claudio Lemme:

"Der Umstand einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Wartezimmern deutscher Arztpraxen ist lange bekannt. Nun liegen aber konkrete Zahlen vor. Danach müssen gesetzlich Versicherte deutlich länger auf einen Termin bei ihrem Arzt warten als Privatpatienten. Für jeden gesetzlich versicherten Patient ist dies jedoch keine Überraschung, haben wir es doch alle schon mehrfach erlebt, dass privat Versicherte vorgezogen werden. Denn der Privatpatient wird in der Regel umgehend zum Arzt vorgelassen. Ursache ist ein überkommenes System getrennter Vergütung von Leistungen des Arztes für Kassen- und Privatpatienten, wonach der Arzt in der Regel das 2,3-fache für seine Leistung am Privatpatienten abrechen kann."

Über 2000 Bürgerinnen und Bürger wurden im September diesen Jahres von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu ihren Erfahrungen mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten befragt. Viele Versicherte äußerten sich dabei vor allem negativ über fehlende Bedenkzeit bei sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Jenen Leistungen, die vom Arzt zwar angeboten werden, jedoch nicht Bestandteil des Leistungskatalogs und vom Patienten selbst zu tragen sind. Die Studie ergab, dass sich die Patienten grundsätzlich mehr Aufklärung und Informationen wünschen. Eine weitere Untersuchung befasst sich zudem mit der Frage der Wartezeiten in Praxen. Hier stellte sich heraus, dass 43 Prozent der GKV-Versicherten bis zu oder mehr als drei Wochen auf einen Facharzttermin warten mussten (PKV-Versicherte 20 Prozent).

"Mit dieser unerträglichen Ungleichbehandlung muss Schluss sein. Ich plädiere daher erneut für eine Angleichung der Honorarsysteme der beiden Versicherungszweige im Rahmen einer solidarischen Bürgerversicherung. Zukünftig darf nur noch der unmittelbare Gesundheitszustand der Patienten darüber entscheiden, wem sich der Arzt als erstes widmet. Die Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen darf nicht mehr davon abhängen, wo der Patient versichert ist oder ob er sich eine Zusatzbehandlung aus der eigenen Tasche leisten kann."

Wahlkreisbüro Steffen-Claudio Lemme
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