Fr, 06:29 Uhr
10.02.2012
nnz/kn-Forum: Jan Ullrich schuldig!
Seinen Glückstag, wie im Vorfeld von ihm beschrieben, hatte sich gestern unser ehemaliges Radsport-Idol bestimmt etwas anders vorgestellt. Das eindeutige Urteil nach mehrfachen Hinauszögerungen des Internationalen Sportgerichtes (CAS) lautete: schuldig! Anmerkungen dazu von Hans-Ullrich Klemm..
Die dabei ausgesprochene zweijährige Sperre, rückwirkend ab August 2011, wird für ihn nicht so schlimm sein, weil er seine aktive Laufbahn bereits beendet hat. Es klingt schon fast makaber, doch kann der frühere Vorzeigeathlet, der Millionen durch seine überragenden Leistungen an die Straßen im Flachland, an den Bergen, doch besonders an die Fernsehschirme lockte, kann mit diesem Urteil noch zufrieden sein, weil der ursprünglich vom Rad-Weltverband UCI geforderte Strafantrag einer lebenslangen Sperre das Gericht ablehnte. Seine großartigen Erfolge, die uns alle noch in guter Erinnerung sind, wurden ab 01.05.2005 annulliert .
Sein neuer PR-Manager Falk Nier kündigte zeitnah eine Stellungnahme zu diesem ganz aktuellen Doping-Schuldspruch an. Er hätte allerdings seinem Schützling schon eher, also vor dem Urteilsspruch, zur Seite stehen können, als danach sich doch in einer bedrängten Situation vor der wartenden Meute von Presse, Funk und Fernsehen erklären zu müssen. Bereits vor Jahren war das der Fall, als ihm ein danach unbekannter Freund eines guten Bekannten in einer Bar ein Getränk anbot, das später etwas näher auf seine Einzelteile unter Laborbedingungen angeschaut wurde. Vor den Augen der damaligen Radsportpräsidentin S. Schenk ist bei der ersten Stellungnahme Ullrichs jede Regung, Silbe und Sonstiges genauestens registriert worden. Jeder Fernsehzuschauer konnte da bereits selbst ahnen, wie seine Aussagen einzuordnen waren….
Eigentlich ist es wirklich schade, dass der von den unzähligen Radsportfans in seiner aktiven Zeit so geliebte ehemalige Rostocker Junge trotz mancher privater Rückschläge nicht selbst zur Aufklärung seiner Vergangenheit beitrug, wie z. B. dagegen sein ehemaliger Rennkamerad Rolf Aldig, der ab November 2006 neuer Rennleiter seines damaligen Teams T- Telekom wurde und seine wegen damals schon laut gewordenen Dopingvorwürfe auch ehemaligen Wegbegleiter Olaf Ludwig und Mario Kummer als Manager ablöste. Monate danach zog sich der Sponsor ganz zurück. Nach Eingeständnissen anderer Rennfahrer gab auch Aldag zu, gedopt zu haben.
Für den heute 38-jährigen Jan Ullrich wird der weitere Weg in die Öffentlichkeit seit gestern ganz offiziell immer von einem Schatten verfolgt werden, egal, ob dieser ihn zukünftig nach Dubai als Gesellschafter eines Technologieunternehmens, in sein heimatliches privates Schweizer Rückzugsgebiet oder zu öffentlichen Empfängen nach Deutschland führen wird. Die stets vermutete Zusammenarbeit mit dem Doping- und Skandalarzt Fuentes aus Spanien ist ab 01.05.2005 jetzt endgültig , sechs Jahre danach, nachgewiesen worden.
Eigentlich ist diese lange Zeit ein Skandal, genauso, dass er nicht lebenslang gesperrt wurde, meinte der bekannte und mit seiner Meinung nicht verlegene Doping-Jäger Prof. Franke in einer ersten Stellungnahme nach dem Urteil des CAS, der sich mit einer Verleumdungsklage von Ullrich gegen ihn fast vier Jahre auseinandersetzen musste, ehe er als Arzt Recht erhielt.
Ein weiterer bitterer Beigeschmack bleibt allerdings auch nach diesem Urteil bestehen. Während einer der erfolgreichen Nachfolger Ullrichs, der Spanier Contador, der allerdings noch aktiv dabei ist, erst vor drei Tagen ebenfalls für zwei Jahre nach langem juristischen Hickhack gesperrt wurde und dadurch alle sportlichen Großtaten ab 2010 im Nachhinein verlor, hat der Mehrfachgewinner der Tour-de-France, Armstrong Glück gehabt. In der letzten Woche stellte man sein Verfahren ein. Die damals großartigen Duelle mit Ullrich, besonders in den Bergen, waren die unvergessenen Hingucker!
Der einstige Liebling der Nation kann jetzt das im Raum lange umhergeisternde Problem des Doping wenigstens innerlich abhaken. Bleibt zu hoffen, dass er sich in seiner zu erwartenden Erklärung wenigstens dazu auch bekennt!
Die mit Doping aufgeladenen dunklen Wolken haben ihre Teilchen bekanntlich auch auf das Erfurter Olympia-Zentrum niedergelassen und dabei einigen moralischen Schaden verursacht. Dieser wird gegenwärtig noch ausgewertet und könnte zu empfindlichen Strafen für alle Beteiligten aus der Gegenwart und Vergangenheit führen. Bleibt abschließend zu hoffen, dass wenigstens die Zukunft davon endlich verschont wird...
Hans-Ullrich Klemm
Autor: nnzDie dabei ausgesprochene zweijährige Sperre, rückwirkend ab August 2011, wird für ihn nicht so schlimm sein, weil er seine aktive Laufbahn bereits beendet hat. Es klingt schon fast makaber, doch kann der frühere Vorzeigeathlet, der Millionen durch seine überragenden Leistungen an die Straßen im Flachland, an den Bergen, doch besonders an die Fernsehschirme lockte, kann mit diesem Urteil noch zufrieden sein, weil der ursprünglich vom Rad-Weltverband UCI geforderte Strafantrag einer lebenslangen Sperre das Gericht ablehnte. Seine großartigen Erfolge, die uns alle noch in guter Erinnerung sind, wurden ab 01.05.2005 annulliert .
Sein neuer PR-Manager Falk Nier kündigte zeitnah eine Stellungnahme zu diesem ganz aktuellen Doping-Schuldspruch an. Er hätte allerdings seinem Schützling schon eher, also vor dem Urteilsspruch, zur Seite stehen können, als danach sich doch in einer bedrängten Situation vor der wartenden Meute von Presse, Funk und Fernsehen erklären zu müssen. Bereits vor Jahren war das der Fall, als ihm ein danach unbekannter Freund eines guten Bekannten in einer Bar ein Getränk anbot, das später etwas näher auf seine Einzelteile unter Laborbedingungen angeschaut wurde. Vor den Augen der damaligen Radsportpräsidentin S. Schenk ist bei der ersten Stellungnahme Ullrichs jede Regung, Silbe und Sonstiges genauestens registriert worden. Jeder Fernsehzuschauer konnte da bereits selbst ahnen, wie seine Aussagen einzuordnen waren….
Eigentlich ist es wirklich schade, dass der von den unzähligen Radsportfans in seiner aktiven Zeit so geliebte ehemalige Rostocker Junge trotz mancher privater Rückschläge nicht selbst zur Aufklärung seiner Vergangenheit beitrug, wie z. B. dagegen sein ehemaliger Rennkamerad Rolf Aldig, der ab November 2006 neuer Rennleiter seines damaligen Teams T- Telekom wurde und seine wegen damals schon laut gewordenen Dopingvorwürfe auch ehemaligen Wegbegleiter Olaf Ludwig und Mario Kummer als Manager ablöste. Monate danach zog sich der Sponsor ganz zurück. Nach Eingeständnissen anderer Rennfahrer gab auch Aldag zu, gedopt zu haben.
Für den heute 38-jährigen Jan Ullrich wird der weitere Weg in die Öffentlichkeit seit gestern ganz offiziell immer von einem Schatten verfolgt werden, egal, ob dieser ihn zukünftig nach Dubai als Gesellschafter eines Technologieunternehmens, in sein heimatliches privates Schweizer Rückzugsgebiet oder zu öffentlichen Empfängen nach Deutschland führen wird. Die stets vermutete Zusammenarbeit mit dem Doping- und Skandalarzt Fuentes aus Spanien ist ab 01.05.2005 jetzt endgültig , sechs Jahre danach, nachgewiesen worden.
Eigentlich ist diese lange Zeit ein Skandal, genauso, dass er nicht lebenslang gesperrt wurde, meinte der bekannte und mit seiner Meinung nicht verlegene Doping-Jäger Prof. Franke in einer ersten Stellungnahme nach dem Urteil des CAS, der sich mit einer Verleumdungsklage von Ullrich gegen ihn fast vier Jahre auseinandersetzen musste, ehe er als Arzt Recht erhielt.
Ein weiterer bitterer Beigeschmack bleibt allerdings auch nach diesem Urteil bestehen. Während einer der erfolgreichen Nachfolger Ullrichs, der Spanier Contador, der allerdings noch aktiv dabei ist, erst vor drei Tagen ebenfalls für zwei Jahre nach langem juristischen Hickhack gesperrt wurde und dadurch alle sportlichen Großtaten ab 2010 im Nachhinein verlor, hat der Mehrfachgewinner der Tour-de-France, Armstrong Glück gehabt. In der letzten Woche stellte man sein Verfahren ein. Die damals großartigen Duelle mit Ullrich, besonders in den Bergen, waren die unvergessenen Hingucker!
Der einstige Liebling der Nation kann jetzt das im Raum lange umhergeisternde Problem des Doping wenigstens innerlich abhaken. Bleibt zu hoffen, dass er sich in seiner zu erwartenden Erklärung wenigstens dazu auch bekennt!
Die mit Doping aufgeladenen dunklen Wolken haben ihre Teilchen bekanntlich auch auf das Erfurter Olympia-Zentrum niedergelassen und dabei einigen moralischen Schaden verursacht. Dieser wird gegenwärtig noch ausgewertet und könnte zu empfindlichen Strafen für alle Beteiligten aus der Gegenwart und Vergangenheit führen. Bleibt abschließend zu hoffen, dass wenigstens die Zukunft davon endlich verschont wird...
Hans-Ullrich Klemm
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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