Salzverzicht auf den Gehwegen
Durch den Wetterumschwung kann es in den nächsten Tagen auf Thüringens Straßen und Gehwegen glatt werden. Der NABU Thüringen ruft deshalb dazu auf, beim Winterdienst vor dem eigenen Haus auf Streusalz zu verzichten und nur umweltschonende Streumittel einzusetzen...
Streusalz schädigt Bäume, trägt zur Versalzung von Bächen bei und greift die Pfoten von Wild- und Haustieren an. Auf Gehwegen und in Hauseinfahrten hat Streusalz deshalb nichts verloren, so der Naturschutzbund.
Außerdem bringt das Salz den Nährstoffhaushalt von Straßenbäumen durcheinander und führt zu Trockenschäden. Die geschwächten Bäume sind dann anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Wenn Streusalz in Bäche gerät, beeinträchtigt es Fische und Kleintiere und führt zur Versalzung des Bach- und Grundwassers. Auch für Hunde stellt das Salz eine Beeinträchtigung dar. Wer mit dem Hund spazieren geht, sollte gestreute Flächen möglichst nicht betreten. Das Salz kann die Pfoten der Vierbeiner entzünden.
Für den NABU Thüringen ist es unverständlich, dass immer noch große Mengen an Streusalz ausgebracht werden. Mit Sand, Kies, Split und Granulat gibt es mittlerweile gute und umweltfreundlichere Alternativen. Der Umweltverband empfiehlt Privathaushalten, auf Streusalz ganz zu verzichten und nur noch alternative Streumittel zu nutzen. Besonders empfehlenswert sind die vom Umweltbundesamt getesteten und mit dem "Blauen Engel - weil salzfrei" ausgezeichneten Produkte (www.blauer-engel.de).
Der Winterdienst ist auch mit der Ausbringung der umweltfreundlichen Alternativen ordnungsgemäß erfüllt. Eine Verpflichtung zur Anwendung von Streusalz gibt es nicht. Wenn man das Streugut später zusammenkehrt und wiederverwendet, kann sogar Geld gespart werden.
Autor: nnz
Kommentare
dieter44
13.02.2012, 15:01 Uhr
Salz sparsam einsetzen
Der Nabu ruft Privatbürger auf Salz vor dem
eigenen Haus nicht anzuwenden, sondern andere
Abstumpfmittel zu gebrauchen. Das ist meine
Meinung schon seit Jahren und ich handele
auch danach. Nur wenn ich vor meinen Haus die Straße ansehe kommt es mir vor wie auf einer Salzhalde. Da fährt Nachts 3-4 mal der
Streudienst vorbei und jedes mal wird prophylaktisch Salz gestreut,es könnte ja mal in den nächsten 2-3 Tagen schneien.
Winterdienst muß sein, aber auch hier bitte
Salz sparsam anwenden.Mir kommt es so vor
weil dieses Jahr wenig verbraucht wurde muß der Rest noch gestreut werden.Da ich als Bürger für eine dann notwendige Sraßenreparatur mit zur Kasse gebeten werde,bitte ich diese Vorgehensweise mal zu überdenken
Wolfi65
13.02.2012, 15:26 Uhr
Immer das Selbe
Wird nicht gestreut wird sich aufgeregt und wird gestreut, dann auch. Zum Streusalz gibt es wohl nur Kies und Sand als Alternative.
Der große Unterschied ist aber wohl, dass das Salz sich nach und nach wieder auflöst, während Kies und Sand wieder kostenintensiv entfernt werden muss. Mit den Bäumen ist das schon so eine Sache. Aber wer will das Wohl der Bürger gegen das Wohl der Bäume am Strassenrand aufwiegen?
Retupmoc
13.02.2012, 16:00 Uhr
CO2
Ich vermisse in dem Artikel noch, das das Streuen mit Salz den Co2 - Gehalt erhöht, die Klimaerwärmung verschärft und das Ozonloch erweitert.
Fragen Sie mal einen Autofahrer, der früh um 5 um Arbeit muß was dem lieber ist: eine mit Salz abgestreute Fahrbahn oder Schnee mit Kies drauf.
Erst kommt das menschliche Leben - und dann der vermeintliche Umweltschutz. Nicht umgekehrt!
Paulinchen
13.02.2012, 18:39 Uhr
Bitte mal nicht falsch verstehen
Vor einem Jahr war ich dienstlich im Winter in der Schweiz. Hier kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus, weil man selbst im entlegenen Bergdorf Brot und Milch zu kaufen bekam.
Selbst die Müllabfuhr funktioniert. Im Kanton Wallis liegt der Schnee je nach Höhenlage zwischen 1,80 bis 4,50 m hoch. Viele Bewohner müssen morgens wie wir zur Arbeit mit dem Auto fahren und sie kommen auch noch pünktlich an. Ausnahmen sind Extremfälle, wenn z.B. erst die Schneefräse fahren muss, oder gar aus dem Helikopter Sprengsätze abgeworfen werden müssen, damit die Schneebretter abgehen. Dann ruht der Verkehr für eine Weile.
Aber dort, wo Schneeketten vorgeschrieben sind, kommen meist nur die Deutschen ohne Ketten nicht mehr vorwärts. Hier habe ich das Auflegen der Ketten mit steifen Fingern gelernt! Übrigens Salz in der Region auf den Fahrbahnen gibt es nicht! Nur Kies, der den Schnee im Laufe der Zeit mehlig macht, schafft recht gute Fahrbedingungen. Dann und wann muss der Fuß eben mal vom Gas genommen werden, was den Deutschen dort sichtlich schwer fiel. Man kann im Winter nicht die gleichen Bedingungen erwarten wie im Sommer. Dann und wann muss man eben eher aus dem warmen Bettchen, meint Paulinchen.
Wolfi65
13.02.2012, 21:14 Uhr
Geht nicht!
Wenn hier in Deutschland flächendeckend 1,80 Meter Schnee über Nacht fallen würden, dann könnten die Meisten getrost im Bettchen liegen bleiben, denn dann läuft hier gar nichts mehr. Brot und Brötchen kann man dann sowieso abhaken. Eisenbahn und Busse auch!
Feuerwehr und Krankenwagen fahren dann auch nirgens mehr wo hin.
Der Winterdienst müßte sich erst einmal selbst befreien, um Luft zu bekommen. Ich weiss nicht ob die Schweizer zaubern können, aber hier kann man das nicht.
Sagt das Wölfchen
Harzer_Wolf
14.02.2012, 08:07 Uhr
Schweizer Verhältnisse
Das es in der Schweiz noch in jedem Bergdorf Brot und Brötchen gibt, liegt nicht am Winterdienst - sondern daran, das man dort in den Dörfern noch selbst einen Bäcker hat und demzufolge das Brot nicht aus der Prärie rangekarrt werden muß.
Auh Schneeketten hätten einen Vorteil, das stimmt schon @ Paulinchen. Würde mich jetzt aber mal dafür interessieren, ob unsere Industrie soviele Schneeketten auf Lager hätte oder produzieren könnte. Bei Winterreifen gibt es ja schon mal die bekannten Engpässe. Und wenn dann in ERfurt, Berlin und Nordhausen alle mit Schneeketten unterwegs wären...
heyDu!
14.02.2012, 12:52 Uhr
Denkt mehr an die Umwelt!!! Weniger Egoismus...
würde so manchen besser stehen. Es ist in unseren Breitengraden nicht ungewöhnlich, dass es im Winter schneit. Daher sollten wir mit Schnee auf Straßen ja wohl nicht wieder überfordert sein. Ich schließe mich meinen Vorrednern an, halt mal den Fuß vom Gas. Es gibt heutzutage genug Möglichkeiten, sich über richtiges Fahrverhalten bei diesen Witterungsbedingungen zu informieren.
Ich bin fast täglich mit dem Kinderwagen unterwegs und kann dabei immer wieder feststellen, dass manche Anwohner sehr großzügig mit Salz umgehen. Gibt es heute auch Alternativen zu Streusalz. Auch wenn ich genervt bin, von den kleinen Steinchen die z.Z. im Eingangsbereich unserer Wohnung reingetragen werden und ich täglich am Fegen bin, aber dieses bringt das Wetter nunmal mit sich! Nicht zuletzt hinterläßt das Ganze auch Spuren am Kinderwagen, mag gar nicht dran denken, was dass für Tiere bedeutet, wenn die Räder an meinem Wagen schon so aussehen. Ganz zu schweigen von den Autos.
Ich muß noch ne Weile auf diesem Planeten leben und meine Kinder noch länger, also gehen wir nicht so sorglos mit ihm um!
lenny
14.02.2012, 13:02 Uhr
@Retupmoc
Zitat: "Erst kommt das menschliche Leben - und dann der vermeintliche Umweltschutz. Nicht umgekehrt!"
Genau diese Einstellung ist es, die unsere Umwelt zu Grunde richtet - Glückwunsch!!!
...Die Natur braucht UNS nicht, aber WIR brauchen die Natur!...
Harzer_Wolf
14.02.2012, 13:45 Uhr
So unrecht hat der User nicht
Auch für mich ist klar, das erst der Schutz des menschlichen Lebens kommt. Wenn auf einer vereisten/ verschneiten Straße ein Auto ins Schlingern kommt und in einer Kindergruppe hineinrast, was sagen Sie dann? Oder hätte man diese Leben mit einer geräumten Straße retten können. Lassen wir die Kids lieber sterben, als das wir die Straße mit Salz befahrbar machen? Und bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Schlag-mich -tot -Argument, das die Autofahrer geflissentlich vom Gas gehen sollen. Die meisten Fahrer ( auch ich ) tun dies. Sie werden jedoch nicht verhindern, das es auch andre Fahrer gibt und dann nützt Ihnen alle Vorsicht nicht. Es sind genug Unschuldige gestorben, weil ein anderer die Spielregeln nicht beachtet hat.
Und mal grundsätzlich. Ich bin auch für Umweltschutz und für alles was machbar ist. Das finge damit an, das Sie und ich unseren PC ausmachen und damit der Stromverbrauch sinkt. Machen wir das mal?
lenny
14.02.2012, 15:10 Uhr
@Harzer_Wolf
Mein PC ist an ein hamsterbetriebenes Laufrad angeschlossen, mehr Öko geht nicht ;), nein, mal spaß beiseite.
Dem User ging es nicht um Kinder, sondern um die halbe stunde, die er früher aufstehen muss, um trotz Schneebelag auf der Straße pünktlich zur arbeit zu erscheinen und genau da liegt das Problem! ich habe mich keineswegs gegen die Beräumung der Straßen ausgesprochen! eigentlich ging es im ursprünglichen Beitrag nämlich darum, salz auf den Gehwegen zu vermeiden! Es ist schon sehr ärgerlich zu sehen, wie (nicht wenige) Zeitgenossen nur mal schnell den Gehweg salzen, obwohl fegen (natürlich ungleich anstrengender) zum gleichen Ergebnis führen würde (und zum Schutz der Passanten!). Das und die Ignoranz mancher Mitmenschen regt einfach auf!
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