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Mo, 11:51 Uhr
05.03.2012

nnz-Forum: Niersbach erhielt Staffelstab

Am vergangenen Freitag übernahm mit Wolfgang Niersbach ein neuer Kapitän die Führungsrolle des DFB. Das Außergewöhnliche war dabei, dass dieser in einem Frankfurter Hotel den Außerordentlichen DFB-Bundestag als hauptamtlicher Generalsekretär eröffnete und als ehrenamtlicher Präsident schloss. Dazu Bemerkungen von Hans-Ullrich Klemm...


Von einem Generationswechsel kann man nicht ausgehen, da der Altersunterschied zwischen den beiden Hauptpersonen nur fünf Jahre beträgt.
Sehr viele Vorschusslorbeeren erhielt der Neue, der als ehemaliger Journalist nicht so wie sein Vorgänger unbedingt als Solist seines riesigen Verbandes in der Öffentlichkeit auftreten möchte.

Bei solch einem Wechsel werden gerne die guten mit den etwas unglücklicheren Taten des Ausgeschiedenen nochmals gegenübergestellt, die er in seinen fast acht Jahren zur Genüge hatte.

Nach zwei Jahren Doppelspitze mit dem ungeliebten MV übernahm er ausgerechnet im Jahr 2006 die volle Verantwortung, als der hässliche Wettbetrug bekannt wurde. Die von Dr. Zwanziger angekündigten und schon damals dringend notwendigen Reformen rückten deshalb in den Hintergrund. Der als sehr eitel geltende Ex-Jurist fiel bei bestimmten angenehmen und sehr traurigen Anlässen als glänzender Rhetoriker auf. Ihm ist es auch besonders zu verdanken, dass der Frauenfußball im Land große Fortschritte machte. Er konnte allerdings nicht verhindern, dass sein Wunschtraum, die Weltmeisterschaft der Damen im eigenen Land zu erringen, im letzten Jahr verpasst wurde, wie auch die Qualifikation zur nächsten Olympiade in London 2012.

Durch seine Aufnahme in die skandalträchtige FIFA geriet allerdings sein Ansehen in`s Zwielicht, weil er dort bei der Wahl seines Chefs J. Blatter, der nicht nur in Fachkreisen alles Andere, als angesehen ist, den Augenblick verpasste, ihn nicht wieder zum 4. Male zu wählen. Auch bei der anschließenden Wahl der völlig umstrittenen Austragungsländer der WM 2018 und 2022 schien er sich kräftig verkalkuliert zu haben.

Blatter und die FIFA ist einfach ein schier unlösbares Dauerproblem! Scheinbar nur die Öffentlichkeit könnte da gemeinsam mit der Justiz z.B. endlich wieder Licht in die verwaisten Gerichts-Unterlagen der längst insolventen Sportvermarkter-Gruppe ISL / ISMM bringen. Nur die lückenlose Aufklärung dieses wohl größten Bestechungsskandales der Sportgeschichte, bei der einige Namen zum Vorschein kommen könnten, die Verwunderung auslösen, kann die Hintergründe beleuchten, wie dieser weltgrößte Fußball-Verband zu einer Vereinigung wurde, der man Betrug, Gier nach Macht, Geld sowie Korruption nachsagt.

Ob da der amtsmüde gewordene und nun auch noch „vereinslose“ Dr. Zwanziger ausgerechnet als zukünftige Einzelperson im Exekutivkomitee der FIFA etwas bewirken kann, ist fraglich, genauso, ob er es bis 2015 dort durchhält, nachdem sein vorzeitiger Rückzug in Raten als Präsident beim DFB in Anlehnung seiner Amtskollegen aus der Politik erfolgte.

Es kann nur vermutet werden, dass unser Ex- Fußballpräsident nicht, wie er sagte, von seiner Frau und den anderen Familienangehörigen „vor Ablauf der Frist“ zurückgerufen wurde (wie lange die Amtszeit dauert, wussten alle vor der Wahl !), sondern u.a. deshalb die Segel einholte, weil sich die negativen Vorkommnisse im eigenen Verband einfach immer mehr häuften,
wie z.B.
  • gleich zweifache Untersuchungen der Staatsanwaltschaft in der Frankfurter Fußballzentrale im Oktober und Dezember letzten Jahres wegen einer Schmiergeldaffäre Deutscher Spielervermittler bzw.
  • eines Schiedsrichter- Steuerskandales,
  • der versuchte bzw. eingetretene Suizid von Schiedsrichter Rafatik und Nationaltorhüter
  • Enke,
  • der verlorengegangene juristische Streit mit einem (!)Journalisten über mehrere Instanzen wegen angeblicher Beleidigung,
  • der überraschende Vertragspoker mit der sportlichen Leitung der Fußballnationalmannschaft einige Monate vor der WM 2010 in Südafrika,
  • die einfach nicht aufhörenden Schwierigkeiten zwischen gewaltbereiten „ Fans“ und der Polizei bei verschiedenen brisanten Fußballspielen in allen Ligen,
  • die unerwünschte und gänzlich noch nicht juristisch völlig
  • aufgeklärte sonderbare Beziehung zwischen einem früheren und noch relativ jungen Schiedsrichter in der Bundesliga, usw.,usw.
Der vor der Sport-und Politikprominenz sowie weiteren anwesenden Fußballaktivisten mit einem Bundesverdienstkreuz geehrte Dr. Zwanziger wird die Entwicklung des DFB trotzdem weiterhin mit aller Aufmerksamkeit verfolgen. Nicht nur seine besonderen Integrationsbemühungen und das ständige Anstreben von Gewaltpräventation und Realisierung sozialer Objekte werden die Fußballfreunde im Land in angenehmer Erinnerung behalten.
Hans-Ullrich Klemm
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
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