Mo, 16:14 Uhr
14.05.2012
Keine Fachkräfte, niedriges Gehalt
Der Fachkräftebedarf in Thüringer Unternehmen steigt: 22 Prozent der offenen Stellen konnten im vergangenen Jahr nicht besetzt werden – ein Zuwachs von vier Prozentpunkten gegenüber 2010. Davon sind fast ein Zehntel der Thüringer Betriebe betroffen...
Das geht aus dem aktuellen IAB-Betriebspanel hervor, einer jährlichen Arbeitgeberbefragung im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB). Die Deckung des Fachkräftebedarfs ist und bleibt die wichtigste Herausforderung, vor der wir bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland stehen, sagte Thüringens Arbeitsminister Matthias Machnig heute angesichts dieses Ergebnisses.
Das Problem dabei: Laut IAB-Betriebspanel ist der Bruttodurchschnittslohn (pro Vollzeitstelle) im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 zwar von 2.220 Euro auf 2.290 Euro gestiegen, er liegt aber immer noch unter dem ostdeutschen (2.350 Euro) und deutlich unter dem westdeutschen Durchschnitt (2.980 Euro). Hinzu kommt, dass 35 Prozent – also gut ein Drittel – aller Beschäftigungsverhältnisse in Thüringen atypisch sind (Befristung, geringfügige Entlohnung, Teilzeit). Dies ist der höchste Anteil atypischer Beschäftigung seit der Wende und ein Anstieg von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Wenn wir gut ausgebildete Fachkräfte im Land halten wollen, muss es in den kommenden Jahren eine deutliche Aufwärtsbewegung bei Löhnen und Gehältern geben, sagte Machnig. Dazu müsse das Land sein Niedriglohnimage abschütteln und bei Themen wie fairen Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Frauenerwerbstätigkeit weiter vorankommen. Gute Arbeit ist das beste Rezept gegen Fachkräftemangel.
Eine erfreuliche Tendenz immerhin: Um ihre Fachkräftenachfrage zu decken, setzen Thüringer Unternehmen verstärkt auf ältere Arbeitnehmer. Laut IAB-Betriebspanel 2011 liegt der Anteil älterer Beschäftigter an allen Arbeitnehmern mit 32 Prozent (2002: 22) in Thüringen auf dem höchsten Niveau bundesweit. In Westdeutschland lag der Anteil 2011 bei 26 Prozent (2002: 18). Angesichts des Fachkräftemangels müssen in Thüringen alle Beschäftigungsreserven erschlossen werden. Dazu gehört auch, ältere Arbeitnehmer besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren, so Machnig. Das gelinge in Thüringen offenbar zunehmend besser.
Deshalb sei es auch positiv zu bewerten, dass eine wachsende Zahl von Unternehmen auf die Qualifizierung ihrer Beschäftigten setzt: 53 Prozent aller Betriebe in Thüringen bieten Weiterbildungsmöglichkeiten an (Westdeutschland: 52 Prozent) – der höchste Stand seit zehn Jahren. Dementsprechend hat sich auch die Zahl der Beschäftigten, die von ihren Betrieben dabei durch Freistellung oder Kostenübernahme unterstützt wurden, um sechs Prozentpunkte auf 35 Prozent erhöht.
Generell weisen Thüringer Arbeitnehmer aber ein sehr hohes Qualifikationsniveau auf: 15 Prozent aller Beschäftigten sind Angestellte oder Beamte mit abgeschlossenem Hochschul- bzw. Fachhochschulstudium, während dies im Westen nur 13 Prozent der Arbeitnehmer ausmacht. Der Anteil von Arbeitnehmern mit Berufsabschluss beträgt 66 Prozent (Westdeutschland: 59 Prozent), und zwölf Prozent der Beschäftigten üben lediglich einfache Tätigkeiten aus (Westdeutschland: 22 Prozent).
Weitere Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2011:
Autor: nnzDas geht aus dem aktuellen IAB-Betriebspanel hervor, einer jährlichen Arbeitgeberbefragung im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB). Die Deckung des Fachkräftebedarfs ist und bleibt die wichtigste Herausforderung, vor der wir bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland stehen, sagte Thüringens Arbeitsminister Matthias Machnig heute angesichts dieses Ergebnisses.
Das Problem dabei: Laut IAB-Betriebspanel ist der Bruttodurchschnittslohn (pro Vollzeitstelle) im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 zwar von 2.220 Euro auf 2.290 Euro gestiegen, er liegt aber immer noch unter dem ostdeutschen (2.350 Euro) und deutlich unter dem westdeutschen Durchschnitt (2.980 Euro). Hinzu kommt, dass 35 Prozent – also gut ein Drittel – aller Beschäftigungsverhältnisse in Thüringen atypisch sind (Befristung, geringfügige Entlohnung, Teilzeit). Dies ist der höchste Anteil atypischer Beschäftigung seit der Wende und ein Anstieg von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Wenn wir gut ausgebildete Fachkräfte im Land halten wollen, muss es in den kommenden Jahren eine deutliche Aufwärtsbewegung bei Löhnen und Gehältern geben, sagte Machnig. Dazu müsse das Land sein Niedriglohnimage abschütteln und bei Themen wie fairen Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Frauenerwerbstätigkeit weiter vorankommen. Gute Arbeit ist das beste Rezept gegen Fachkräftemangel.
Eine erfreuliche Tendenz immerhin: Um ihre Fachkräftenachfrage zu decken, setzen Thüringer Unternehmen verstärkt auf ältere Arbeitnehmer. Laut IAB-Betriebspanel 2011 liegt der Anteil älterer Beschäftigter an allen Arbeitnehmern mit 32 Prozent (2002: 22) in Thüringen auf dem höchsten Niveau bundesweit. In Westdeutschland lag der Anteil 2011 bei 26 Prozent (2002: 18). Angesichts des Fachkräftemangels müssen in Thüringen alle Beschäftigungsreserven erschlossen werden. Dazu gehört auch, ältere Arbeitnehmer besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren, so Machnig. Das gelinge in Thüringen offenbar zunehmend besser.
Deshalb sei es auch positiv zu bewerten, dass eine wachsende Zahl von Unternehmen auf die Qualifizierung ihrer Beschäftigten setzt: 53 Prozent aller Betriebe in Thüringen bieten Weiterbildungsmöglichkeiten an (Westdeutschland: 52 Prozent) – der höchste Stand seit zehn Jahren. Dementsprechend hat sich auch die Zahl der Beschäftigten, die von ihren Betrieben dabei durch Freistellung oder Kostenübernahme unterstützt wurden, um sechs Prozentpunkte auf 35 Prozent erhöht.
Generell weisen Thüringer Arbeitnehmer aber ein sehr hohes Qualifikationsniveau auf: 15 Prozent aller Beschäftigten sind Angestellte oder Beamte mit abgeschlossenem Hochschul- bzw. Fachhochschulstudium, während dies im Westen nur 13 Prozent der Arbeitnehmer ausmacht. Der Anteil von Arbeitnehmern mit Berufsabschluss beträgt 66 Prozent (Westdeutschland: 59 Prozent), und zwölf Prozent der Beschäftigten üben lediglich einfache Tätigkeiten aus (Westdeutschland: 22 Prozent).
Weitere Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2011:
- 2011 waren 880.000 Arbeitnehmer in Thüringen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, was knapp dem Niveau des Vorjahres entspricht.
- 59 Prozent aller Ausbildungsabsolventen wurden 2011 in Thüringen von Ihren Ausbildungsbetrieben übernommen (2010: 58 Prozent).
