Di, 18:39 Uhr
15.05.2012
Neues aus Berlin (71)
Im Rahmen unserer Reihe Berichte der Bundestagmitglieder unserer Region äußert sich das Mitglied des Bundestags, Johannes Selle (CDU) zum Thema: Kampf gegen Sex-Tourismus
Im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatten wir in dieser Sitzungswoche sehr interessante
Gäste eingeladen:
Der gebürtige Ire Pater Shay Cullen, Präsident von der Nichtregierungs-Organisation People’s Recovery, Empowerment and Development Assistance (PREDA Foundation). Pater Cullen wurde begleitet von dem Schauspieler Klaus Behrend, der vielen bekannt ist durch seine Rolle als Ermittler Max Ballauf in der WDR-Krimireihe Tatort. Herr Behrend gründete mit Mitgliedern des Tatort-Teams 1998 den Verein Tatort – Straßen der Welt e. V., der sich für philippinische Straßenkinder einsetzt und der auf die viel beachtete Tatort-Folge Manila (Episode 383) aus dem Jahr 1998 zurückgeht, die das Schicksal philippinischer Straßenkinder und Kindesmisshandlung thematisierte. Für dieses Engagement erhielt er von Kinderlachen e. V. gemeinsam mit Dietmar Bär den KIND-Award.
Pater Cullen berichtete sehr beeindruckend von seinem Engagement auf den Philippinen. Er schilderte sehr eindrucksvoll, wie von Mitarbeitern seiner Organisation 14 bis 15 jährige Jugendliche aus Sexbars (!) rausgeholt werden. Der Priester bemüht sich, diesen Opfern – häufig sind es ehemalige Straßenkinder - den Weg in ein normales Leben zu ebnen. Man bemühte sich auch darum, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr gemeinsam mit erwachsenen Gefangenen in einer Zelle einsitzen müssen. Die Haftbedingungen sind auf den Philippinen dramatisch. Auf engsten Raum werden die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes eingepfercht. Die Fotos sind sehr bedrückend. PREDA baute ein House of digniti‚. Den Kindern werden Therapien angeboten, um ihre schrecklichen Erfahrungen als Opfer der Sextouristen‚ zu verarbeiten. Das ist der Kern des Problems: Der Sextourismus boomt. Viele tausend Männer aus der westlichen Welt, gerade auch aus Deutschland, fliegen nur zu diesem Zweck auf die Philippinen.
Inzwischen gibt es Fortschritte: Einige langjährige Verurteilungen von Pädophilen wurden bereits ausgesprochen. Das Geschäft blüht aber immer noch wegen korrupter Regierungsbeamter in einigen asiatischen Ländern, die Geschäftslizenzen erteilen, auf denen Kinder- und junge Mädchen zur Schau gestellt werden dürfen.
Pater Cullen ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Für seinen Mut und seine Verdienste wurde er – was mich besonders freut - im Jahre 2000 von der Stadt Weimar mit dem Menschenrechtspreis geehrt. Er erhielt mehrfach Morddrohungen und gegen ihn wurden auch Rufmordkampagnen gestartet. Es ist gefährlich, sich mit der mächtigen internationalen Sex-Mafia anzulegen gut, dass es diesen mutigen Priester gibt.
Wahlkreisbüro Johannes Selle
Autor: khhIm Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatten wir in dieser Sitzungswoche sehr interessante
Gäste eingeladen:
Der gebürtige Ire Pater Shay Cullen, Präsident von der Nichtregierungs-Organisation People’s Recovery, Empowerment and Development Assistance (PREDA Foundation). Pater Cullen wurde begleitet von dem Schauspieler Klaus Behrend, der vielen bekannt ist durch seine Rolle als Ermittler Max Ballauf in der WDR-Krimireihe Tatort. Herr Behrend gründete mit Mitgliedern des Tatort-Teams 1998 den Verein Tatort – Straßen der Welt e. V., der sich für philippinische Straßenkinder einsetzt und der auf die viel beachtete Tatort-Folge Manila (Episode 383) aus dem Jahr 1998 zurückgeht, die das Schicksal philippinischer Straßenkinder und Kindesmisshandlung thematisierte. Für dieses Engagement erhielt er von Kinderlachen e. V. gemeinsam mit Dietmar Bär den KIND-Award.
Pater Cullen berichtete sehr beeindruckend von seinem Engagement auf den Philippinen. Er schilderte sehr eindrucksvoll, wie von Mitarbeitern seiner Organisation 14 bis 15 jährige Jugendliche aus Sexbars (!) rausgeholt werden. Der Priester bemüht sich, diesen Opfern – häufig sind es ehemalige Straßenkinder - den Weg in ein normales Leben zu ebnen. Man bemühte sich auch darum, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr gemeinsam mit erwachsenen Gefangenen in einer Zelle einsitzen müssen. Die Haftbedingungen sind auf den Philippinen dramatisch. Auf engsten Raum werden die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes eingepfercht. Die Fotos sind sehr bedrückend. PREDA baute ein House of digniti‚. Den Kindern werden Therapien angeboten, um ihre schrecklichen Erfahrungen als Opfer der Sextouristen‚ zu verarbeiten. Das ist der Kern des Problems: Der Sextourismus boomt. Viele tausend Männer aus der westlichen Welt, gerade auch aus Deutschland, fliegen nur zu diesem Zweck auf die Philippinen.
Inzwischen gibt es Fortschritte: Einige langjährige Verurteilungen von Pädophilen wurden bereits ausgesprochen. Das Geschäft blüht aber immer noch wegen korrupter Regierungsbeamter in einigen asiatischen Ländern, die Geschäftslizenzen erteilen, auf denen Kinder- und junge Mädchen zur Schau gestellt werden dürfen.
Pater Cullen ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Für seinen Mut und seine Verdienste wurde er – was mich besonders freut - im Jahre 2000 von der Stadt Weimar mit dem Menschenrechtspreis geehrt. Er erhielt mehrfach Morddrohungen und gegen ihn wurden auch Rufmordkampagnen gestartet. Es ist gefährlich, sich mit der mächtigen internationalen Sex-Mafia anzulegen gut, dass es diesen mutigen Priester gibt.
Wahlkreisbüro Johannes Selle
