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Mi, 15:06 Uhr
30.05.2012

„Ich fühle mich pudelwohl hier.“

Finneck-Wohnheim „Mara“ Artern feiert am 8.Juni fünfjähriges Bestehen. Vorab erreichte kn folgender Bericht von der Stiftung Finneck.

„Ich möchte noch lange hier wohnen.“, wünscht sich Martin Müller. Carmen Werkling sowie Andreas Haselhuhn nicken zustimmend. Die drei gehörten zu den ersten Bewohnern, als vor fünf Jahren die Stiftung Finneck das Wohnheim „Mara“ in Artern seiner Bestimmung übergab. Anliegen war es damals, für die Beschäftigten der ebenfalls im Ort befindlichen Finneck-Werkstatt auch ein Wohnangebot zu schaffen. Heute leben in dem Haus in der Salinestrasse 41 Frauen und Männer im Alter von 20 bis 62 Jahren in drei Wohngruppen sowie zwei Außenwohnungen. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, wo er sich ausruhen und zurückziehen kann, wenn er von der Arbeit aus den Finneck-Werkstätten Artern, Bad Frankenhausen oder vom Gutshof Hauteroda kommt. Oder man macht es sich im zu jeder Wohngruppe gehörenden Gemeinschaftsraum gemütlich, um Erlebnisse und Geschichten des Tages auszutauschen.

Die Mahlzeiten werden in den einzelnen Wohngruppen – wie in einer Großfamilie – gemeinsam zubereitet und eingenommen. Nach einem mit den Betreuern wöchentlich erstellten Ämterplan bekommt jeder Bewohner – auf seine Fähigkeiten und Fertigkeiten abgestimmt – die Möglichkeit, Aufgaben für die Gruppe zu übernehmen. Martin z.B. kocht besonders gern. Abwaschen und abtrocken hingegen mag er nicht so besonders. Er hat sogar noch einen kleinen Extraraum, wo der Hobbybastler defekte Geräte wie CD-Player repariert oder kleinere Holzarbeiten machen kann. „Ich fühle mich pudelwohl hier.“, sagt der 26-jährige Erfurter. „Hier habe ich wieder Achtung vor den Menschen bekommen und bin in der Gemeinschaft gut aufgehoben.“

Auch die 46-jährige Carmen ist hier inzwischen gern zuhause und ihre anfänglichen Ängste vor dem Leben im Wohnheim sind längst Geschichte. Ihre Mutter, bei der sie bis zu ihrem Umzug nach Artern wohnte, besucht sie jedes Wochenende und an den Feiertagen. Mit dem 27-jährigen Andreas, der aus dem Kinderwohnheim „Miriam“ in Rastenberg nach Artern kam, hat die fröhliche junge Frau einen Gruppenrat in ihrer Wohngruppe gegründet.

„Ich fühle mich pudelwohl hier.“ (Foto: Stiftung Finneck) „Ich fühle mich pudelwohl hier.“ (Foto: Stiftung Finneck)

„Wir kommen eigentlich alle gut klar miteinander“, schätzen die drei ein. Die Jüngeren bekommen manchen Tipp von den Älteren und „reißen“ diese im Gegenzug mit. „Klar gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten, zum Beispiel beim gemeinsamen Fernsehen. Aber da können wir zur Not auf unseren privaten Fernseher im Zimmer ausweichen“, berichten sie.

„Die Betreuer sind im Laufe der Jahre zu willkommenen Wegbegleitern geworden, welche alle Situationen des Alltags mit uns durchleben. So unterstützen sie uns bei Einkäufen, begleiten uns bei Spaziergängen, Urlaubsfahrten, Feiern und anderen Freizeitaktivitäten.“

Ein Höhepunkt im Jahr ist das Krippenspiel in der Arterner Kirche, das die „Mara“-Bewohner gemeinsam mit ihren Betreuern und freiwilligen Helfern einstudieren und gestalten.

Groß ist die Freude bei Carmen, Martin und Andreas auch auf das Fest zum fünfjährigen Bestehen des Hauses „Mara“, das am 8.Juni 2012 um 15 Uhr in der Salinestrasse 14 beginnen wird und zu dem viele Gäste willkommen sind. Die Besucher erwarten bis ca. 17.30 Uhr rund um das Haus zahlreiche Aktionsstände mit kreativen und sportlichen Angeboten, eine Cocktailbar, Führungen durch das Haus, kulinarische Köstlichkeiten von kalt bis heiß und der Auftritt der Trommelband der Stiftung Finneck. Anschließend kann in einem Zelt am Haus bei einer Disco weiter gefeiert und getanzt werden.
Autor: khh

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