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Fr, 16:37 Uhr
28.09.2012

Mehr und weniger Zulauf

Innenminister Geibert stellte heute im im Bau befindlichen
Gefahrenabwehrzentrum in Erfurt Süd den Brand- und
Katastrophenschutzbericht des Jahres 2011 vor. Und da gibt es gute und weniger gute Nachrichten...


„Wo kann eine Bilanz über die Arbeit des Thüringer Brand- und Katastrophenschutzes und der Sicherung der Einsatzfähigkeit der Feuerwehren besser vorgestellt werden als an diesem Ort – einem Sinnbild von Sicherheit, Qualität und Arbeit auf höchstem technischem Niveau,“ begründete der Minister seine Ortswahl.

„Sehr erfreulich ist, dass seit der im Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz im Jahr 2006 vorgenommenen Absenkung des Mindestalters von zehn auf sechs Jahre und der Einführung der Pauschalförderung der Jugendfeuerwehren im Jahr 2008 ein kontinuierlicher Aufwärtstrend der Mitgliederzahlen zu verzeichnen ist.“, so Innenminister Jörg Geibert bei der Vorstellung des Brand- und Katastrophenschutzberichts
2011 heute in Erfurt.

Inzwischen verfügen die 1.008 Jugendfeuerwehren über 11.271 Mitglieder. Zur Verbesserung der Jugendarbeit in den Feuerwehren stellt das Innenministerium seit Mitte des Jahres 2011 unter anderem für zielgruppenorientierte Lehrgänge der Altersgruppe sechs bis neun Jahre zusätzliche Mittel in Höher von jährlich 35.000 Euro zur Verfügung.

Der rückläufige Vorjahrestrend bei der Anzahl der aktiven Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren konnte allerdings im Jahr 2011 nicht gestoppt werden, so der Minister. Die Anzahl der ehrenamtlichen Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren sank um 532 auf 39.654, während sich die Anzahl an Einsatzpersonal in den Berufsfeuerwehren mit 659 Mitgliedern nahezu konstant blieb.

Zur Sicherung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren seien nach wie vor verstärkte Bemühungen der Mitgliederwerbung durch die Gemeinden und die Feuerwehren selbst notwendig, appellierte der Minister. Er empfahl den Kommunen zur Entscheidung für ein Ehrenamt Motivationspakete zu schnüren, wie es die Stadt Erfurt z. B. mit kostenlosen Museumsbesuchen
oder freien Eintritt in den Zoopark für Feuerwehrangehörige beschlossen hat.

Im Freistaat Thüringen agieren zurzeit 1.684 Gemeinde-, Stadtteil- und Ortsteilfeuerwehren, 88 Stützpunktfeuerwehren, 8 Berufsfeuerwehren und 7
Werksfeuerwehren. 14 zentrale Leitstellen koordinieren landesweit die Einsätze zur Brand- und Gefahrenabwehr, um die flächendeckende Versorgung der 913 Gemeinden zu organisieren. Die Kameradinnen und Kameraden rückten zu insgesamt 26.873 Einsätzen - 654 weniger als noch 2010 - aus. Die Zahl der Einsätze zur Brandbekämpfung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 450 auf 3.200. Dabei wurden über 500 Menschen gerettet. Schwerpunkt bildete wie in den vergangenen Jahren der Wohnbereich. Gesunken sind die Einsätze zur technischen Hilfeleistungen um 1.167 auf 17.785. Die Fehleinsätze stiegen um 63 auf 5.888 leicht an.

Die Zahl der bei Hilfeleistungen insgesamt erfassten verletzten Personen erreicht mit 2.331 den Höchststand der letzten sechs Jahre. 288 Personen und damit 39 mehr als im Vorjahr konnten trotz intensiver Rettungsmaßnahmen nur noch tot geborgen werden. Die Anzahl der verletzten Feuerwehrleute sank von 29 auf 15. Bei der Brandbekämpfung sind mit 302 Verletzten 50 Verletzte weniger zu verzeichnen. Allerdings wurden 15 Personen durch Brandeinwirkung oder sonstige Verletzungen getötet. Auch hier waren mit 34 Verletzten drei verletzte Feuerwehrangehörige weniger zu verzeichnen.

Die Feuerwehren müssen auf alle Herausforderungen und
Einsatzsituationen reagieren können; sie müssen auf alles vorbereitet sein und im Zusammenspiel mit der Thüringer Polizei und anderen Rettungskräften allen Aufgaben gewachsen sein, erklärte der Minister und sprach im Namen der Landesregierung allen aktiven Feuerwehrangehörigen für ihren wichtigen und unverzichtbaren Dienst seinen Dank aus und sicherte dem Brand- und Katastrophenschutz weiterhin die Unterstützung durch die Landesregierung zu.
Autor: red

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