Di, 13:01 Uhr
30.10.2012
Arbeitsmarkt-Reaktionen (1)
Die Arbeitslosenquote in Thüringen ist zum ersten Mal niedriger als in Nordrhein Westfalen. Allerdings gibt es in der Jubelbilanz auch einen Schönheitsfehler, den Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig ausgemacht hat....
Der Arbeitsmarkt erweist sich als robust trotz abnehmender Dynamik”, sagte Arbeitsminister Matthias Machnig. 90.746 Arbeitslose (7,8 Prozent) wurden im Oktober in Thüringen gezählt, rund 1.600 weniger als im September. Zum ersten Mal ist die Arbeitslosenquote in Thüringen niedriger als in NRW, sagte der Arbeitsminister. Thüringen bewegt sich in Richtung Westniveau. In NRW lag die Arbeitslosenquote im Oktober bei 7,9 Prozent. Zudem hat Thüringen weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit innerhalb Ostdeutschlands (9,8 Prozent). Auf Thüringen folgen Sachsen (8,8 Prozent), Brandenburg (9,3 Prozent), Sachsen-Anhalt (10,5 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (10,8 Prozent).
Trotz der Stabilität auf dem Arbeitsmarkt warnte der Minister vor den Auswirkungen der Eurokrise und der Konjunkturabkühlung. Es gibt keinen Grund für allzu große Euphorie, so Machnig. Wir müssen die Konjunkturentwicklung aufmerksam beobachten und gegebenenfalls schnell reagieren. Die Absatzeinbrüche etwa auf dem europäischen Automarkt – einem Leitmarkt gerade der deutschen Wirtschaft – seien ernstzunehmende Warnsignale.
Ein Zeichen für die abnehmende Dynamik ist der Rückgang an gemeldeten Stellen. Im Oktober gab es mit 5.170 gemeldeten Stellen fast 900 weniger als im Vormonat September (6.041). Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts nimmt ab, sagte der Minister, Unternehmen sind zurückhaltender bei der Neueinstellung von Mitarbeitern. Zu spüren bekämen diese Entwicklung vor allem ältere Beschäftigte. Bei den Jüngeren kommen die Auswirkungen der Konjunkturabkühlung hingegen weniger an: Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Oktober um 13,7 Prozent auf 7.047 Arbeitslose unter 25 Jahre gegenüber dem Vormonat September zurückgegangen. Dies hänge wiederum mit dem Beginn des Ausbildungsjahres zusammen.
Der Arbeitsminister forderte die Unternehmen auf, ältere Beschäftigte in den Fokus zu nehmen. Denn fast 60.000 Menschen über 50 Jahre waren im Oktober ohne Job. Damit sind zwei Drittel aller Arbeitslosen in Thüringen über 50 Jahre, warnte Machnig. Notwendig sei daher eine Qualifizierungsoffensive, die ältere Arbeitsnehmer dabei unterstützt, sich in ihrem Beruf oder in ihrem Unternehmen weiterzuentwickeln. Gerade vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels sind die Erfahrungen und Kompetenzen älterer Beschäftigter unverzichtbar, so der Minister.
Auch seien Belegschaften, die sich aus unterschiedlichen Altersgruppen zusammensetzen, besonders stabil. Der Minister wird daher im November gemeinsam mit Wirtschaft, Arbeitsagentur und Gewerkschaften eine Weiterbildungs- und Qualifizierungsinitiative starten, die sich gerade auch an Beschäftigte der Altersgruppe 50 plus richten werde.
Autor: redDer Arbeitsmarkt erweist sich als robust trotz abnehmender Dynamik”, sagte Arbeitsminister Matthias Machnig. 90.746 Arbeitslose (7,8 Prozent) wurden im Oktober in Thüringen gezählt, rund 1.600 weniger als im September. Zum ersten Mal ist die Arbeitslosenquote in Thüringen niedriger als in NRW, sagte der Arbeitsminister. Thüringen bewegt sich in Richtung Westniveau. In NRW lag die Arbeitslosenquote im Oktober bei 7,9 Prozent. Zudem hat Thüringen weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit innerhalb Ostdeutschlands (9,8 Prozent). Auf Thüringen folgen Sachsen (8,8 Prozent), Brandenburg (9,3 Prozent), Sachsen-Anhalt (10,5 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (10,8 Prozent).
Trotz der Stabilität auf dem Arbeitsmarkt warnte der Minister vor den Auswirkungen der Eurokrise und der Konjunkturabkühlung. Es gibt keinen Grund für allzu große Euphorie, so Machnig. Wir müssen die Konjunkturentwicklung aufmerksam beobachten und gegebenenfalls schnell reagieren. Die Absatzeinbrüche etwa auf dem europäischen Automarkt – einem Leitmarkt gerade der deutschen Wirtschaft – seien ernstzunehmende Warnsignale.
Ein Zeichen für die abnehmende Dynamik ist der Rückgang an gemeldeten Stellen. Im Oktober gab es mit 5.170 gemeldeten Stellen fast 900 weniger als im Vormonat September (6.041). Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts nimmt ab, sagte der Minister, Unternehmen sind zurückhaltender bei der Neueinstellung von Mitarbeitern. Zu spüren bekämen diese Entwicklung vor allem ältere Beschäftigte. Bei den Jüngeren kommen die Auswirkungen der Konjunkturabkühlung hingegen weniger an: Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Oktober um 13,7 Prozent auf 7.047 Arbeitslose unter 25 Jahre gegenüber dem Vormonat September zurückgegangen. Dies hänge wiederum mit dem Beginn des Ausbildungsjahres zusammen.
Der Arbeitsminister forderte die Unternehmen auf, ältere Beschäftigte in den Fokus zu nehmen. Denn fast 60.000 Menschen über 50 Jahre waren im Oktober ohne Job. Damit sind zwei Drittel aller Arbeitslosen in Thüringen über 50 Jahre, warnte Machnig. Notwendig sei daher eine Qualifizierungsoffensive, die ältere Arbeitsnehmer dabei unterstützt, sich in ihrem Beruf oder in ihrem Unternehmen weiterzuentwickeln. Gerade vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels sind die Erfahrungen und Kompetenzen älterer Beschäftigter unverzichtbar, so der Minister.
Auch seien Belegschaften, die sich aus unterschiedlichen Altersgruppen zusammensetzen, besonders stabil. Der Minister wird daher im November gemeinsam mit Wirtschaft, Arbeitsagentur und Gewerkschaften eine Weiterbildungs- und Qualifizierungsinitiative starten, die sich gerade auch an Beschäftigte der Altersgruppe 50 plus richten werde.
