Fr, 11:45 Uhr
16.11.2012
nnz-Forum: Gut aber machtlos
Wir hatten heute innerhalb unserer doku-Reihe die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck veröffentlicht, die dieser gestern in München hielt. Dazu die Meinung eies Lesers der nnz...
Zum einen finde ich es einen feinen Zug der nnz-Redaktion, mal wieder den Blick auf das Große Ganze zu wagen. Von Herrn Gauck, den einseitigen DDR-Verdammer, habe ich bisher nicht all zu viel gehalten, was sich aber mit seiner jüngsten Rede geändert hat. "Verantwortung", "Rote Linie nicht überschreiten" und sinngemäß blinder, rücksichtsloser Konsum der Bevölkerung.
Gauck hat den Nagel vielfach auf den Kopf getroffen. An eines aber hat er sich nicht herangewagt. Verantwortungslosigkeit ist ein Grundmerkmal des Kapitalismus. Marx hat das sehr eingehend analysiert und tagtäglich sehen, lesen und hören wir die letztlich tödlichen Folgen für Millionen in den Medien: Hunger, Verschwendung der letzten Ressourcen, Regenwaldabholzung, immer neue Rekorde bei den Treibhausgasen, Gier ohne Ende.
Gauck müsste ja eine Diktatur fordern, um den unser aller Leben bedrohenden Kapitalismus in seine Schranken zu weisen. Das aber ist eine rote Linie, die er als Bundespräsident und Ex-DDR-Bürger nicht überschreiten kann.
Wie aber sonst soll der mittelfristig wahrscheinlich unausweichliche Untergang der Menschheit oder zumindest großer Teile von ihr, wie sollen die zu erwartenden und teils schon im Gange befindlichen Flüchtlingsströme infolge Klimawandel und Armut, wie sollen die menschgemachten Naturkatastrophen mit ihren Billionen Kosten verhindert werden?
Glaubt Gauck etwa, der Kapitalismus wird sich aus purem Verantwortungsgefühl heraus mit einem Mal beherrschen? Sollte er so denken, ist er ein genau so guter Ideologe und Weissager wie der frühere SED-Chefideologe Kurt Hager, der nie müde wurde, die Überlegenheit des Sozialismus zu "beweisen".
An allen Ecken und Enden wird doch deutlich, dass diese Gesellschaft in ihrer profitbedingten Zerstörungswut nicht zu bremsen ist. Kyoto hat versagt: 35 Mrd. Tonnen CO2 - neuer Rekord 2011. Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung für 2010. Versagt: Gabriel räumte das persönlich ein. Und die EU ist nicht einmal in der Lage, den Import von Tropenhölzern generell zu verbieten, trotz des Wissens darum, dass illegal geschlagenes Holz so lange umzertifiziert wird, bis es als legal geschlagen zu erkennen ist. Es gibt Dutzende weitere Beispiele des Versagens.
Den Politikern ist das System längst entglitten. Herrschen tun die Magnaten, die Gauck nur kritisiert, statt Wege aufzuzeigen, wie sie zu stoppen sind. Und derweil stecken die politisch Verantwortlichen die Köpfe in den Sand, um ihre eigenen Pründe nicht zu gefährden. Auch sie wollen doch nur mit ihrem Allerwetesten an die Wand kommen in Nordhausen genauso wie in Berlin und in Wallstreet.
Idealisten wie Gauck sind da herzlich wenig willkommen in einer Welt in der die größte Angst darin besteht, Bestehendes zu verändern. Die DDR ging genau daran zugrunde. Und Gott sei Dank aber, werden die Herren in den Konzernzentralen nach Ihrer Rede frohlocken, haben Sie sehr geehrter Pfarrer und Herr Bundespräsident, nicht wirklich etwas zu sagen.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzZum einen finde ich es einen feinen Zug der nnz-Redaktion, mal wieder den Blick auf das Große Ganze zu wagen. Von Herrn Gauck, den einseitigen DDR-Verdammer, habe ich bisher nicht all zu viel gehalten, was sich aber mit seiner jüngsten Rede geändert hat. "Verantwortung", "Rote Linie nicht überschreiten" und sinngemäß blinder, rücksichtsloser Konsum der Bevölkerung.
Gauck hat den Nagel vielfach auf den Kopf getroffen. An eines aber hat er sich nicht herangewagt. Verantwortungslosigkeit ist ein Grundmerkmal des Kapitalismus. Marx hat das sehr eingehend analysiert und tagtäglich sehen, lesen und hören wir die letztlich tödlichen Folgen für Millionen in den Medien: Hunger, Verschwendung der letzten Ressourcen, Regenwaldabholzung, immer neue Rekorde bei den Treibhausgasen, Gier ohne Ende.
Gauck müsste ja eine Diktatur fordern, um den unser aller Leben bedrohenden Kapitalismus in seine Schranken zu weisen. Das aber ist eine rote Linie, die er als Bundespräsident und Ex-DDR-Bürger nicht überschreiten kann.
Wie aber sonst soll der mittelfristig wahrscheinlich unausweichliche Untergang der Menschheit oder zumindest großer Teile von ihr, wie sollen die zu erwartenden und teils schon im Gange befindlichen Flüchtlingsströme infolge Klimawandel und Armut, wie sollen die menschgemachten Naturkatastrophen mit ihren Billionen Kosten verhindert werden?
Glaubt Gauck etwa, der Kapitalismus wird sich aus purem Verantwortungsgefühl heraus mit einem Mal beherrschen? Sollte er so denken, ist er ein genau so guter Ideologe und Weissager wie der frühere SED-Chefideologe Kurt Hager, der nie müde wurde, die Überlegenheit des Sozialismus zu "beweisen".
An allen Ecken und Enden wird doch deutlich, dass diese Gesellschaft in ihrer profitbedingten Zerstörungswut nicht zu bremsen ist. Kyoto hat versagt: 35 Mrd. Tonnen CO2 - neuer Rekord 2011. Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung für 2010. Versagt: Gabriel räumte das persönlich ein. Und die EU ist nicht einmal in der Lage, den Import von Tropenhölzern generell zu verbieten, trotz des Wissens darum, dass illegal geschlagenes Holz so lange umzertifiziert wird, bis es als legal geschlagen zu erkennen ist. Es gibt Dutzende weitere Beispiele des Versagens.
Den Politikern ist das System längst entglitten. Herrschen tun die Magnaten, die Gauck nur kritisiert, statt Wege aufzuzeigen, wie sie zu stoppen sind. Und derweil stecken die politisch Verantwortlichen die Köpfe in den Sand, um ihre eigenen Pründe nicht zu gefährden. Auch sie wollen doch nur mit ihrem Allerwetesten an die Wand kommen in Nordhausen genauso wie in Berlin und in Wallstreet.
Idealisten wie Gauck sind da herzlich wenig willkommen in einer Welt in der die größte Angst darin besteht, Bestehendes zu verändern. Die DDR ging genau daran zugrunde. Und Gott sei Dank aber, werden die Herren in den Konzernzentralen nach Ihrer Rede frohlocken, haben Sie sehr geehrter Pfarrer und Herr Bundespräsident, nicht wirklich etwas zu sagen.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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