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Mi, 11:09 Uhr
06.03.2013

Belastender Arbeitsweg?

Langer Weg zur Arbeit belastet Menschen im Kyffhäuserkreis psychisch, so die Aussage der Techniker Krankenkasse in einer Pressemeldung.

Die Menschen im Kyffhäuserkreis sind mobil, wenn es um die Berufstätigkeit geht: Rund 12.400 Menschen pendeln zur Arbeit in einen anderen Kreis oder ein anderes Bundesland. Das sind rund 44 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die im Kreis wohnen. Mehr als jeder Sechste überschreitet sogar die Thüringer Landesgrenzen. "Volle Züge und verstopfte Autobahnen kosten Pendlern jedoch nicht nur Zeit, sondern gehen offensichtlich auch an der Psyche nicht spurlos vorbei", erklärt Teresa Urban, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) im Kyffhäuserkreis.

TK-Auswertungen zeigen, Mobilität ist ein Risikofaktor für psychisch bedingte Fehlzeiten. Dr. Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover (ISEG): "Wir haben erstmals Daten zur Entfernung von Wohn- und Arbeitsort der Beschäftigten herangezogen. Es zeigt sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Distanz zum Arbeitsort und einer psychischen Belastung. Auch Wohnort- oder Arbeitsplatzwechsel erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen." Berufspendler seien mit 2,2 Fehltagen pro Kopf häufiger und langwieriger von psychischen Diagnosen betroffen als andere Beschäftigte (1,9 Tage).

Im Flächenland Thüringen trifft dies offenbar besonders zu. Im Vergleich zur Referenzregion Nordrhein-Westfalen liegt das Risiko für eine psychische Erkrankung bei mobilen Erwerbspersonen im Freistaat um etwa sechs Prozent höher.

Insgesamt pendeln in Thüringen knapp 40 Prozent der Beschäftigten in einen anderen Kreis oder ein anderes Bundesland. Jeder Sechste verlässt den Freistaat. Die Thüringer zieht es dabei vor allem nach Bayern, Hessen und Sachsen. Zwei Drittel der Pendler sind männlich, knapp ein Viertel ist im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt, 15 Prozent im Handel, elf in der Baubranche.

"Betriebliche Gesundheitsförderung muss sich verstärkt auch den Anforderungen einer immer mobileren und flexibleren Arbeitswelt widmen. Es geht darum, Strategien für ein gesünderes Arbeiten zu entwickeln, beispielsweise variable Arbeitszeitmodelle, Home-Office oder Telefon- und Videokonferenzen anzubieten", so Teresa Urban.

Hinweis zur Statistik:
Die TK hat die Krankenstandsdaten der bei ihr versicherten rund 3,7 Millionen Erwerbspersonen analysiert. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Arbeitslosengeld-I-Empfänger. Für Thüringen wurden die Daten von über 55.000 TK-Versicherten ausgewertet.
Autor: khh

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