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Di, 11:40 Uhr
19.03.2013

Kaum Veränderungen

Auf den Nordthüringer Straßen ging es im vergangenen Jahr relativ ruhig zu. Dennoch kann der Trend der Verkehrsunfallstatistik nur teilweise als positiv bewertet werden werden. Wir haben die ausführlichen Zahlen für Sie aufbereitet...


Die heutige Pressekonferenz in der Landespolizeiinspektion musste erst um drei Stunden verschoben, dann gänzlich abgesagt werden. Hintergrund dafür war das Verkehrschaos in weiten Teilen des Landkreises Nordhausen und des Kyffhäuserkreises, auch ausgelöst durch den schrecklichen Unfall bei Neuheide (wir berichteten ausführlich). Jetzt aber zu den Zahlen, Statistiken und Trends des vergangenen Jahres.
Noch einmal glimpflich abgegangen - Juni 2012 (Foto: nnz)
Tödlicher Unfall B 247 - August 2012 (Foto: nnz)
Tödlicher Unfall B 247 -  2012 (Foto: nnz)
Im Jahr 2012 wurden auf den Straßen der vier Nordthüringer Landkreises 9.308 Verkehrsunfälle registriert, das waren 109 oder 1,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der Unfälle mit schwerwiegenden Sachschäden. Zurückgegangen ist die Unfallzahl mit verletzten Personen. So ereigneten sich im zurückliegenden Jahr 1.174 Unfälle mit Verletzten. 22 Menschen wurden im Jahr 2012 getötet, das waren zwei mehr als 2011.

Anders ausgedrückt:
  • alle 56 Minuten ein durch die Polizei aufgenommener Verkehrsunfall
  • alle 22 Stunden ein Verkehrsunfall auf der BAB 38
  • alle 5 Stunden ein Verkehrsunfall mit Unfallflucht
  • alle 6 Stunden ein Verunglückter (Verletzte und Tote)
  • alle 7,5 Stunden ein Verkehrsunfall mit Personenschaden
  • alle 9 Stunden ein Verkehrsunfall innerhalb von Ortslagen
  • alle 14 Stunden ein Verkehrsunfall außerhalb von Ortschaften
  • alle 13 Stunden ein Verkehrsunfall mit Personenschaden innerorts
  • alle 19 Stunden ein Verkehrsunfall mit Personenschaden außerorts
  • alle 37 Stunden eine verunglückte Person „18 bis 25- jährige“
  • alle 52 Stunden ein verunglückter Mofa-, Krad- und Mitfahrer
  • alle 45 Stunden ein verunglückter Senior (ab 65 Jahre)
  • alle 2 Tage ein Verkehrsunfall unter Alkohol
  • alle 2 Tage ein verunglückter Radfahrer
  • alle 3 Tage ein verunglücktes Kind (bis unter 15 Jahre)
  • alle 3 Tage ein verunglückter Fußgänger
  • alle 17 Tage ein Verkehrsunfall unter Drogen
  • alle 18 Tage ein Verkehrsunfall mit Getöteten
  • alle 28 Tage ein verunglücktes Kind auf dem Schulweg
  • alle 23 Tage ein Verkehrsunfall mit getöteten Personen außerorts
  • alle 91 Tage ein Verkehrsunfall mit getöteten Personen innerorts
Und da sind wir schon bei den Hauptunfallursachen. Da hat sich gegenüber dem Jahr 2011 kaum etwas verändert. Spitzenreiter ist erneut nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit (529), gefolgt vom Nichtbeachten der Vorfahrt (280) oder einem nicht genügenden Sicherheitsabstand (188). Die meisten Unfälle ereigneten sich im Juli und Dezember, an einem Freitag und tagsüber zwischen 14 Uhr und 18 Uhr.

Ein wenig entspannt hat sich die Situation der Unfälle, an denen die Zielgruppe der so genannten Jungen Fahrer zwischen 17 und 25 Jahren beteiligt war. Nicht nur die Zahl der Unfälle insgesamt war um 8.3 Prozent rückläufig, auch die Zahl der getöteten jungen Menschen halbiert sich auf vier.

Glücklicherweise waren im Jahr 2012 keine Kinder als Opfer von tödlichen Unfällen zu beklagen, obwohl die Zahl der Kinderunfälle insgesamt von 76 auf 83 anstieg.

Besorgniserregend ist der Trend bei den Fahrerfluchten. 1.876 Unfälle mit anschließender Fahrerflucht wurden aufgenommen, das sind mehr als fünf Prozent mehr als 2011, wobei 26 derartiger Straftaten registriert wurden, bei denen Menschen schwer verletzt wurden. Das ist eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Etwas mehr als ein Drittel aller Unfallfluchten konnte aufgeklärt werden.

Zum Schluss der Blick in die einzelnen Regionen: Im Landkreis Nordhausen wurden 2.177 Unfälle registriert, bei denen 287 Menschen verletzt und drei getötet wurden. Im Landkreis Eichsfeld wurden fünf Frauen und Männer bei 2.278 Unfällen getötet, 296 wurden verletzt. Spitzenreiter bei Unfällen mit tödlichem Ausgang ist der Kyffhäuserkreis. Bei 1.777 registrierten Verkehrsunfällen mussten sechs Menschen ihr Leben lassen, 202 wurden verletzt.

Schlussfolgerungen

Nach dem aufgezeigten Entwicklungstrend der Unfallentwicklung der zurückliegenden zehn Jahre darf vermerkt werden, dass sich trotz steigender Verkehrsbelastung die rückläufige Tendenz in den nächsten Jahren fortsetzten wird. Dies ist auch auf die Weiterentwicklung des technischen Fortschritts im Fahrzeugbau zurückzuführen. (ABS, ESP, Seitenaufprallschutz, Rückfahrwarner u.a. elektronischen Fahrhilfen). Unfallschwerpunkte, die sich in den letzten Jahren auf den Bereich der Bundesstraßen B 4, B 85, B 247 und B 249 abgezeichnet haben, bedürfen der weiteren Beachtung, um die Unfallzahlen zurückdrängen zu können. Die Schwerpunkte befinden sich außerorts auf der
  • B4 und B 81, zwischen den Landesgrenzen Niedersachen sowie Sachsen-Anhalt und Thüringen bis Ilfeld, weiter B 4 Nordhausen und Abzw. Hain, Neuheide und
  • Sondershausen, Sondershausen/Graß, in der Kurve vor der Ortslage Oberspier und
  • zwischen Abzw. Obertopfstedt und Westerengel
  • B 85, Landesgrenze Thüringen/Sachsen-Anhalt und Einfahrt Denkmal sowie 2,5 km vor Ortseingang Bad Frankenhausen,
  • B 247, zwischen Dingelstädt und Kallmerode und
  • B 249, zwischen Ortsausgang Ebeleben und Abzw. Rockstedt
Im Streckenabschnitt der B 85 im Kyffhäusergebirge ist eine hohe Beteiligung von Zweiradfahrzeugen zu verzeichnen. Aus diesem Grund werden bereits seit mehreren Jahren bereits gesonderte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen, aber auch präventive Aktionen mit Beteiligung anderer Einrichtungen wie DEKRA, TÜV und der Presse, durchgeführt. Im August 2012 wurden durch das Straßenbauamt Nordthüringen 3 Rüttelstreifen eingebaut.

Im Jahr 2012 wurden in der polizeilichen Verkehrsüberwachung 1.103 Fahrer wegen „Fahren unter Alkohol“ und „Fahren unter Drogen“ im Straßenverkehr zur Verantwortung gezogen. Dabei wurden wegen des Verdachts des Fahrens unter illegalen Drogen 470 Blutentnahmen angeordnet. Bei der Feststellung von Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr ist ein Rückgang zu verzeichnen. Weiterhin wurden nach dem Straßenverkehrsgesetz, dem Strafgesetzbuch und dem Pflichtversicherungsgesetz 2.600 Anzeigen bearbeitet. Sonstige Maßnahmen der Polizei, wie Sicherheitsleistungen, Mängelberichte und Kontrollaufforderungen wurden 4.142 durchgeführt.

Bei den Kontrollen der Risikogruppe „Junge Fahrer“ gab es allein an den Wochenenden 632 Geschwindigkeitskontrollen, in deren Ergebnis 171 Bußgeldverfahren eingeleitet wurden, die ein Fahrverbot nach sich zogen. Allein 56,7% der Gesamtfeststellung „Fahren unter Alkohol“ und 48,3% beim „Fahren unter illegalen Drogen“ wurden an den Wochenenden durch verstärkte Kontrollmaßnahmen im präventiven Bereich getroffen.

Vorbeugung

Die Nordthüringer Polizisten leisten speziell im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit einen großen Beitrag. Dies betrifft besonders die Verkehrserziehung in den Kindergärten und Grundschulen, die Aufklärungsaktionen für die Gruppe der jungen Fahrer aber auch immer mehr auf ältere Verkehrsteilnehmer ausgerichtete Aktionen. Somit werden umfangreiche Anstrengungen unternommen, um zielgerichtet das Unfallgeschehen zu beeinflussen.

Die vier Jugendverkehrsschulen, die im Schutzbereich der Landespolizeiinspektion Nordhausen tätig sind, führten 803 Schulungen und Ausbildungen durch. Bei einer Teilnehmerzahl von 19.449 Schülern der 1. bis 4. Klassen wurden 3.517 Stunden geleistet. Im Weiteren wurden 77 Vorträge bei Veranstaltungen, wie z.B. Verkehrsteilnehmerschulungen der Kreisvolkshochschulen, gehalten. Die Teilnehmerzahl betrug hier 2.980 bei geleisteten 350 Stunden.

Bei den Aktionstagen „Junge Fahrer“ soll es nicht um die Orientierung an den Defiziten der jungen Fahrer und Fahrerinnen, sondern um den Aufbau und die Unterstützung vorhandener Fähigkeiten gehen. Durch zielgerichtete Einflussnahme und eine breite Palette von Veranstaltungsangeboten soll
die Betreuung Jugendlicher besser gewährleistet werden. Auf diesem Gebiet wollen wir besonders darauf hinwirken, dass eine gleichmäßige Betreuung dieser Verkehrsteilnehmer erreicht wird.
Autor: red

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