Mo, 13:36 Uhr
10.06.2013
Soll kein Einzelprojekt bleiben
Theaterwerkstatt in Roßleben weckt Erinnerungen und den Wunsch nicht Aufzugeben. Auf der Suche nach dem Unstrutdelta - Roßlebener Reminiszenzen
Wahrlich, es war ein hartes Stück Arbeit, was den Mitgliedern der Theater-AG aus Roßleben an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden abverlangt wurde: Schauspieltrainings, Stimmübungen, spielerische Improvisationen, kreatives Schreiben, szenisches Arbeiten und proben, proben, proben… Mit großem Einsatz und viel Kreativität haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 12 bis 77 Jahren mit zwei Theatermachern aus Berlin in kürzester Zeit ein einzigartiges und authentisches Theaterstück aus Traumsequenzen, Erinnerungen und historischen Ereignissen erarbeitet. In diesem Stück haben sie ihre ganz persönlichen Biografien mit der lokalen Geschichte und der Zukunft der Region verbunden.
Dieses Theaterstück mit dem Namen "Auf der Suche nach dem Unstrut-Delta" wurde zum Abschluss der Theaterwerkstatt im Mehrgenerationenhaus in Roßleben aufgeführt und war ein voller Erfolg. Im Saal drängten sich die Zuschauer auf engstem Raum, es gab nicht mal mehr Stehplätze. Die Leute klatschten und sangen mit, sie lachten und waren gerührt von den Erzählungen des Stücks, die ihren eigenen Lebensgeschichten teilweise wahrscheinlich sehr ähnelten.
Eine Szene im Stück behandelte die Stilllegung des Kaliwerks Roßleben nach der Wende, Anfang der 90er Jahre. Dieses Ereignis hatte eine große Bedeutung im Leben der Schauspieler, es prägte die Region und unzählige ihrer Biografien. Arbeitslosigkeit, mangelnde berufliche Perspektiven sowie zahlreiche Abwanderungen insbesondere junger Menschen waren die wesentlichen Folgen und stellen auch noch heute die Bürger in der Region vor große Herausforderungen. Menschen mit einem einst sicheren Einkommen mussten zum Arbeitsamt, bzw. zum späteren Jobcenter. Dort warteten sie, und hofften auf eine neue Beschäftigung. Viele fanden diese in vorübergehenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Das "Alptraum-Amt" - so haben es die Akteure in ihrem Stück sarkastisch genannt. Doch das Stück schließt mit einem überaus positiven Fazit. Sie wollen nicht mehr auf dem Arbeitsamt warten. "Wir geben nicht auf", sagen sie im Chor. Und die Zuschauer applaudieren laut und lange und stimmen noch einmal, gemeinsam mit den Schauspielern und den Regisseuren von Kubiq das Steiger-Lied an.
Diese offene, freudige und hoffnungsvolle Atmosphäre unter den Zuschauern, Schauspieler, Theatermachern und Projektleitern nach der Aufführung des Theaterstücks wird wohl allen Beteiligten nachdrücklich in Erinnerung bleiben. Besonders die Schauspielerinnen und Schauspieler wünschen sich, dass diese Erfahrungen und das gemeinsam erarbeitete Stück nicht in der Schublade verschwinden.
Die Theaterwerkstatt und die Zusammenarbeit mit Kubiq e.V. aus Berlin soll deswegen kein Einzelprojekt bleiben. Vielmehr soll sie einen Anstoß geben, für weitere ähnliche Projekte in der Region und im Kyffhäuserkreis, die die lokale Geschichte lebendig werden lassen und die vor allem verstärkt Ideen für die Zukunft entwerfen und das Gespräch und das weitere Zusammenwirken aller ermöglichen.
Kreisjugendring
Autor: khhWahrlich, es war ein hartes Stück Arbeit, was den Mitgliedern der Theater-AG aus Roßleben an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden abverlangt wurde: Schauspieltrainings, Stimmübungen, spielerische Improvisationen, kreatives Schreiben, szenisches Arbeiten und proben, proben, proben… Mit großem Einsatz und viel Kreativität haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 12 bis 77 Jahren mit zwei Theatermachern aus Berlin in kürzester Zeit ein einzigartiges und authentisches Theaterstück aus Traumsequenzen, Erinnerungen und historischen Ereignissen erarbeitet. In diesem Stück haben sie ihre ganz persönlichen Biografien mit der lokalen Geschichte und der Zukunft der Region verbunden.
Dieses Theaterstück mit dem Namen "Auf der Suche nach dem Unstrut-Delta" wurde zum Abschluss der Theaterwerkstatt im Mehrgenerationenhaus in Roßleben aufgeführt und war ein voller Erfolg. Im Saal drängten sich die Zuschauer auf engstem Raum, es gab nicht mal mehr Stehplätze. Die Leute klatschten und sangen mit, sie lachten und waren gerührt von den Erzählungen des Stücks, die ihren eigenen Lebensgeschichten teilweise wahrscheinlich sehr ähnelten.
Eine Szene im Stück behandelte die Stilllegung des Kaliwerks Roßleben nach der Wende, Anfang der 90er Jahre. Dieses Ereignis hatte eine große Bedeutung im Leben der Schauspieler, es prägte die Region und unzählige ihrer Biografien. Arbeitslosigkeit, mangelnde berufliche Perspektiven sowie zahlreiche Abwanderungen insbesondere junger Menschen waren die wesentlichen Folgen und stellen auch noch heute die Bürger in der Region vor große Herausforderungen. Menschen mit einem einst sicheren Einkommen mussten zum Arbeitsamt, bzw. zum späteren Jobcenter. Dort warteten sie, und hofften auf eine neue Beschäftigung. Viele fanden diese in vorübergehenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Das "Alptraum-Amt" - so haben es die Akteure in ihrem Stück sarkastisch genannt. Doch das Stück schließt mit einem überaus positiven Fazit. Sie wollen nicht mehr auf dem Arbeitsamt warten. "Wir geben nicht auf", sagen sie im Chor. Und die Zuschauer applaudieren laut und lange und stimmen noch einmal, gemeinsam mit den Schauspielern und den Regisseuren von Kubiq das Steiger-Lied an.
Diese offene, freudige und hoffnungsvolle Atmosphäre unter den Zuschauern, Schauspieler, Theatermachern und Projektleitern nach der Aufführung des Theaterstücks wird wohl allen Beteiligten nachdrücklich in Erinnerung bleiben. Besonders die Schauspielerinnen und Schauspieler wünschen sich, dass diese Erfahrungen und das gemeinsam erarbeitete Stück nicht in der Schublade verschwinden.
Die Theaterwerkstatt und die Zusammenarbeit mit Kubiq e.V. aus Berlin soll deswegen kein Einzelprojekt bleiben. Vielmehr soll sie einen Anstoß geben, für weitere ähnliche Projekte in der Region und im Kyffhäuserkreis, die die lokale Geschichte lebendig werden lassen und die vor allem verstärkt Ideen für die Zukunft entwerfen und das Gespräch und das weitere Zusammenwirken aller ermöglichen.
Kreisjugendring

