Mo, 18:46 Uhr
08.07.2013
Kurskorrektur gefordert
VdK fordert Kurskorrektur in der Rentenpolitik. Mini Rentenanpassung von 0,25 Prozent fördert Altersarmut. Dazu eine Meldung vom VdK-Kreisverband Nordthüringen
Anlässlich der Rentenanpassung zum 1.Juli 2013 äußerte sich der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen – Thüringen, Udo Schlitt, kritisch zur Rentenpolitik. Die Mini-Erhöhung in den westlichen Bundesländern in Höhe von 0,25 Prozent ist für die 1,3 Millionen hessischen Rentnerinnen und Rentner schlichtweg ein Hohn, sagte Schlitt. Die Kosten für Miete, Strom und Heizung steigen in gewaltigen Schritten, und die Rentner speist man mit Kleingeld ab. Mit Blick auf die Rentenanpassung in den ostdeutschen Bundesländern in Höhe von 3,29 Prozent warnte der VdK-Landesvorsitzende vor einer Neiddebatte. Die Erhöhung im Osten ist nicht zu hoch, sondern die im Westen zu niedrig, betonte Schlitt.
Die Rentenanpassung im Westen gleicht die derzeitige Inflation von 1,5 Prozent nicht annährend aus. Die Kaufkraft sinkt – und das seit Jahren. Zwischen 2004 und 2012, so hat das Institut für Finanzwissenschaft an der Universität Freiburg errechnet, ist die Kaufkraft der Renten in Ost und West um 9,2 Prozent zurückgegangen. Noch immer seien die meisten Menschen im Alter vor allem auf die gesetzliche Rente angewiesen, erklärte der VdK- Landesvorsitzende. Wenn diese immer weiter abgesenkt werde, bedeute das zwangsläufig Altersarmut als Massenphänomen. Ein Zehntel weniger im Geldbeutel, da bleibt für viele am Ende des Monats nur der Gang zur Tafel, befürchtet der Sozialverband.
Für den Sozialverband VdK Hessen – Thüringen ist die Mini-Rentenanpassung Ausdruck des falschen Weges in der Rentenpolitik. Eine Kurskorrektur ist dringend erforderlich, die Politik muss endlich handeln. Die bis 2030 geplante Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent müsse gestoppt werden, bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns sei der kritische Wert erreicht. Um dies zu bewerkstelligen, gehe es jetzt, in wirtschaftlich guten Zeiten, darum, Rücklagen in der Rentenkasse zu bilden. Der Rentenbeitragssatz darf nicht, wie 2012 geschehen, gesenkt werden, sondern muss paritätisch, für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Jahr für Jahr moderat angehoben werden- bis 2025 auf 22 Prozent, forderte der Landesvorsitzende.
Andreas Links
Öffentlichkeitsarbeit VdK-KV Nordthüringen
Autor: khhAnlässlich der Rentenanpassung zum 1.Juli 2013 äußerte sich der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen – Thüringen, Udo Schlitt, kritisch zur Rentenpolitik. Die Mini-Erhöhung in den westlichen Bundesländern in Höhe von 0,25 Prozent ist für die 1,3 Millionen hessischen Rentnerinnen und Rentner schlichtweg ein Hohn, sagte Schlitt. Die Kosten für Miete, Strom und Heizung steigen in gewaltigen Schritten, und die Rentner speist man mit Kleingeld ab. Mit Blick auf die Rentenanpassung in den ostdeutschen Bundesländern in Höhe von 3,29 Prozent warnte der VdK-Landesvorsitzende vor einer Neiddebatte. Die Erhöhung im Osten ist nicht zu hoch, sondern die im Westen zu niedrig, betonte Schlitt.
Die Rentenanpassung im Westen gleicht die derzeitige Inflation von 1,5 Prozent nicht annährend aus. Die Kaufkraft sinkt – und das seit Jahren. Zwischen 2004 und 2012, so hat das Institut für Finanzwissenschaft an der Universität Freiburg errechnet, ist die Kaufkraft der Renten in Ost und West um 9,2 Prozent zurückgegangen. Noch immer seien die meisten Menschen im Alter vor allem auf die gesetzliche Rente angewiesen, erklärte der VdK- Landesvorsitzende. Wenn diese immer weiter abgesenkt werde, bedeute das zwangsläufig Altersarmut als Massenphänomen. Ein Zehntel weniger im Geldbeutel, da bleibt für viele am Ende des Monats nur der Gang zur Tafel, befürchtet der Sozialverband.
Für den Sozialverband VdK Hessen – Thüringen ist die Mini-Rentenanpassung Ausdruck des falschen Weges in der Rentenpolitik. Eine Kurskorrektur ist dringend erforderlich, die Politik muss endlich handeln. Die bis 2030 geplante Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent müsse gestoppt werden, bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns sei der kritische Wert erreicht. Um dies zu bewerkstelligen, gehe es jetzt, in wirtschaftlich guten Zeiten, darum, Rücklagen in der Rentenkasse zu bilden. Der Rentenbeitragssatz darf nicht, wie 2012 geschehen, gesenkt werden, sondern muss paritätisch, für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Jahr für Jahr moderat angehoben werden- bis 2025 auf 22 Prozent, forderte der Landesvorsitzende.
Andreas Links
Öffentlichkeitsarbeit VdK-KV Nordthüringen