Fr, 06:05 Uhr
20.09.2013
Treff für Neugierige
Leben und Sterben vor 400 Jahren. Die Leichenpredigten-Sammlung im Schlossmuseum Sondershausen bieten viel Stoff für einen interessanten Vortrag.
Wieder einen interessanten "Treff für Neugierige" bitet das Schlossmuseum Sondershausen am 25. September 2013, um 18.00 Uhr im Rosa Salon an:
Leben und Sterben vor 400 Jahren. Die Leichenpredigten-Sammlung im Schlossmuseum Sondershausen. Referentin ist Dr. Eva-Maria Dickhaut, Leiterin der Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg.
Über zwei Jahrhunderte - von 1530 bis ca. 1750, von der Reformation bis zur Aufklärung - blühte der Brauch der gedruckten protestantischen Leichenpredigten. Sie gehören zur Gattung der Personalschriften, also den Schriften, die zu Geburtstagen, Taufen, Verlobungen, Hochzeiten, Amtseinführungen, Jubiläen und schließlich zum Tod eines Menschen verfasst und gedruckt wurden. Mit ihren mehr oder weniger umfangreichen Biographien stellen sie eine der aussagekräftigsten Quellen zum Leben und Sterben eines Menschen in der Frühen Neuzeit dar.
Da die Leichenpredigten in großer Zahl gedruckt wurden und schon im 17. Jahrhundert als Sammelobjekte galten, haben sich, wie Umfragen ergaben, in Bibliotheken und Archiven mehr als 300.000 dieser Quellen erhalten. Seit 1976 ermittelt und katalogisiert die Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg Leichenpredigten. Seit 1986 werden sie verfilmt. 2009 ist mit der Digitalisierung des Filmarchivs begonnen worden. Als multi- und interdisziplinäre Quelle sind die Leichenpredigten für die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen von Interesse: für Historiker aller Richtungen (z.B. Literatur, Kunst, Kultur, aber auch Medizin und Pharmazie) ebenso wie z.B. für Germanisten oder Theologen.
Nach Hessen, Schlesien und Sachsen werden seit 2006 die Leichenpredigten-Bestände in Thüringen bearbeitet.
Nach einer kurzen Darstellung der Geschichte der Leichenpredigten und der Arbeit der Forschungsstelle stehen die Leichenpredigten des Schlossmuseums Sondershausen im Mittelpunkt des reich bebilderten Vortrages. Ein zweibändiger Katalog der dortigen Sammlung Leichenpredigten ist bereits 2012 veröffentlicht worden. Ein weiterer, der die Leichenpredigten und sonstigen Trauerschriften in der historischen Buchsammlung Schwarzburgica erschließt, erscheint demnächst.
Die Referentin, Dr. Eva-Maria Dickhaut, ist die Leiterin der Forschungsstelle für Personalschriften (www.personalschriften.de). Sie hat Geschichte und Anglistik in Tübingen, Marburg und London studiert und über ein stadtgeschichtliches Thema promoviert.
Autor: khhWieder einen interessanten "Treff für Neugierige" bitet das Schlossmuseum Sondershausen am 25. September 2013, um 18.00 Uhr im Rosa Salon an:
Leben und Sterben vor 400 Jahren. Die Leichenpredigten-Sammlung im Schlossmuseum Sondershausen. Referentin ist Dr. Eva-Maria Dickhaut, Leiterin der Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg.
Über zwei Jahrhunderte - von 1530 bis ca. 1750, von der Reformation bis zur Aufklärung - blühte der Brauch der gedruckten protestantischen Leichenpredigten. Sie gehören zur Gattung der Personalschriften, also den Schriften, die zu Geburtstagen, Taufen, Verlobungen, Hochzeiten, Amtseinführungen, Jubiläen und schließlich zum Tod eines Menschen verfasst und gedruckt wurden. Mit ihren mehr oder weniger umfangreichen Biographien stellen sie eine der aussagekräftigsten Quellen zum Leben und Sterben eines Menschen in der Frühen Neuzeit dar.
Da die Leichenpredigten in großer Zahl gedruckt wurden und schon im 17. Jahrhundert als Sammelobjekte galten, haben sich, wie Umfragen ergaben, in Bibliotheken und Archiven mehr als 300.000 dieser Quellen erhalten. Seit 1976 ermittelt und katalogisiert die Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg Leichenpredigten. Seit 1986 werden sie verfilmt. 2009 ist mit der Digitalisierung des Filmarchivs begonnen worden. Als multi- und interdisziplinäre Quelle sind die Leichenpredigten für die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen von Interesse: für Historiker aller Richtungen (z.B. Literatur, Kunst, Kultur, aber auch Medizin und Pharmazie) ebenso wie z.B. für Germanisten oder Theologen.
Nach Hessen, Schlesien und Sachsen werden seit 2006 die Leichenpredigten-Bestände in Thüringen bearbeitet.
Nach einer kurzen Darstellung der Geschichte der Leichenpredigten und der Arbeit der Forschungsstelle stehen die Leichenpredigten des Schlossmuseums Sondershausen im Mittelpunkt des reich bebilderten Vortrages. Ein zweibändiger Katalog der dortigen Sammlung Leichenpredigten ist bereits 2012 veröffentlicht worden. Ein weiterer, der die Leichenpredigten und sonstigen Trauerschriften in der historischen Buchsammlung Schwarzburgica erschließt, erscheint demnächst.
Die Referentin, Dr. Eva-Maria Dickhaut, ist die Leiterin der Forschungsstelle für Personalschriften (www.personalschriften.de). Sie hat Geschichte und Anglistik in Tübingen, Marburg und London studiert und über ein stadtgeschichtliches Thema promoviert.
