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Di, 09:07 Uhr
24.09.2013

Kunst und Dichtung

Am Samstag, dem 28. September, wird in der „Dichterstätte“ in Limlingerode ab 14.30 Uhr eine neue Kunstausstellung eröffnet: „Aufzeichnungen zu Verszeichen“ - Zeichnung und Malerei von Karin Kisker...


Zeichnung (Foto: K. Kisker) Zeichnung (Foto: K. Kisker) Am Samstag, dem 28. September, wird in der „Dichterstätte“ in Limlingerode ab 14.30 Uhr eine neue Kunstausstellung eröffnet: „Aufzeichnungen zu Verszeichen“ - Zeichnung und Malerei von Karin Kisker. Die Künstlerin wünschte sich diese Präsentation, die anlässlich ihres 60. Geburtstages stattfindet, ausdrücklich in Limlingerode, was aus mehreren Gründen sehr sinnreich ist, wie an diesem Nachmittag zu erfahren sein wird.

Anschließend kommt der österreichische Dichter Nikolaus Lenau zu Wort, der vor allem durch das mehrfach vertonte Gedicht „Drei Zigeuner“ bekannt ist. Unter dem Namen Nikolaus Franz Niembsch, später kam noch von Strehlenau hinzu, wurde dieser große Dichter 1802 im Süden Ungarns, im Banat, Kaisertum Österreich, heute Lenauheim in Rumänien, geboren. Seit der Kindheit wechselten seine Aufenthaltsorte häufig. Er studierte u.a. in Wien, kam von der Landwirtschaft zur Philosophie und Medizin, belegte auch Jura, konnte sich aber nicht für einen Beruf entscheiden und verließ trotz großen Wissensdurstes die Universitäten ohne Abschluss. Verse schrieb er bereits in seiner Jugend, 1827 erschienen erste Gedichte in einer Zeitschrift, der erste Gedichtband kam 1932 in Stuttgart bei dem bekannten Verleger Johann Friedrich Cotta heraus. Der Höhepunkt seines Schaffens war von 1832 bis 1844. Zu den Gedichten schrieb er das Drama „Faust“, das Dramenfragment „Don Juan“ und epische Werke.

In Stuttgart aus, wo er 1831 hingezogen war, pflegte er Kontakt zum schwäbischen Dichterkreis um Gustav Schwab, Justinus Kerner und Ludwig Uhland. Lenau verliebte sich in Lotte Gmelin, eine Nichte Gustav Schwabs, versagte es sich jedoch, diese „himmliche Rose“ unglücklich zu machen und wanderte 1832 in die Vereinigten Staaten aus, erwarb Land für eine Farm, kehrte jedoch schon 1833 enttäuscht nach Europa zurück und sprach von den USA als „verschweinte Staaten von Amerika“.
In Wien verliebte er sich dann in die Frau eines Freundes, die diesen nicht verließ, jedoch Lenaus Zuneigung erwiderte. 1844 verlobte sich der anerkannte Dichter mit einer jüngeren Frau, erlitt einen geistigen Zusammenbruch und wurde in eine Nervenheilanstalt eingeliefert. Am 22. August 1850 starb er in einer Pflegestätte bei Wien.

Dieser österreichische Dichter gilt in der deutschsprachigen Literatur vor allem als typischer Vertreter des Weltschmerzes. Diese Sicht auf das Leben hatte in England mit Lord Byron begonnen und fand ihren Höhepunkt in dem Italiener Giacomo Leopardi, deren Dichtungen in der „Dichterstätte“ in Limlingerode bereits vorgestellt worden sind. Lenau ist wie Heinrich Heine ein Naturlyriker und Liebesdichter von hohem Rang und ein wichtiger Repräsentant des Vormärz. Zahlreiche seiner Verse wurden vertont, unter anderem von Robert Schumann, Franz Liszt, Felix Mendelssohn- Bartholdy und Richard Strauss.
Autor: nnz

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