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Di, 15:20 Uhr
29.10.2013

Jüdischer Friedhof in Olawa saniert

Der Bund der Vertriebenen hat sich amßgeblich an der Sanierung eines jüdischen Friedhofs beteiligt. MdL Egon Primas war vor Ort.

Anlässlich der Übergabe der Finanzbereitstellungs- Garantie am 23. Oktober im Rathaus Olawa, reiste eine Delegation des BdV Landesverbandes Thüringen unter Leitung des Thüringer Landtagsabgeordneten Egon Primas, Landesvorsitzender und stellvertretender Bundesvorsitzender der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung "Union der Vertriebenen und Flüchtlinge".

olawa (Foto: olawa) olawa (Foto: olawa)

Auf Initiative unseres schlesischen Heimatfreundes Heinz Scholz aus Blankenhain in Thüringen, wurde die Idee zur Sanierung des Jüdischen Friedhofes geboren, den seine Enkelkinder entdeckt haben. Der BdV- Regionalverband Weimar und der BdV- Landesverband Thüringen haben sich deshalb zur Aufgabe gestellt, im Jahr 2013 den Jüdischen Friedhof in Ohlau /Olawa im polnischen Schlesien gemeinsam mit der polnischen Stadtverwaltung und der Jüdischen Gemeinde von Breslau 2013 zu sanieren. Der ehemalige deutsche Jüdische Friedhof befindet sich in einem erschreckenden Zustand, so dass alle 3 Partner sich gemeinsam verpflichtet haben, ihren Beitrag zur Deutsch- Jüdisch- Polnischen Verständigung und Versöhnung zu leisten.

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Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde von Wroclaw Aleksander Gleichgewicht, der Oberbürgermeister von Olawa Franciszek Pazdziernik und BdV Landesvorsitzender Egon Primas (v.l.n.r.)

Die planerischen Vorbereitungen und Verhandlungen zur Sanierung dieses bedeutsamen Jüdischen Friedhofes laufen seit 2011, und bereits am 12.06.2012 wurde der Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Oława /Polen und dem BdV- Regionalverband Weimar unterzeichnet.

Mit der Gesamtplanung der Gedenkstätte wurde von polnischer Seite ein Architekturbüro in Breslau beauftragt, dessen Entwurf die Gesamtkosten beinhalten und nun vorliegt. Es konnte erst das Architekturbüro beauftragt werden, nachdem der Rabbi der Jüdischen Gemeinde in Warschau (zur Wahrung der jüdischen Tradition) seine Zustimmung gab. Auf diesem Friedhof sind Vorfahren der Ehefrau des Nobelpreisträgers Thomas Mann und weiteren Persönlichkeiten von Schlesiern jüdischen Glaubens begraben worden.

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Die Familie der Ehefrau Katharina Mann, geborene Pringsheim, war in Schlesien sehr angesehen. Während der national- sozialistischen Diktatur hat sie viel Leid erlitten. Auf dem 1833 in Ohlau gegründeten Jüdischen Friedhofs sind nachgewiesen (durch erhaltene Grabsteine mit hebräischen Inschriften) Angehörige der Familie Pringsheim beigesetzt. Allein aus dieser Familie wurden 10 Angehörige durch Deportation in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten umgebracht.

Die Schwiegereltern Thomas Manns, das Ehepaar Alfred und Hedwig Pringsheim, wurde durch brutale physische und psychische Verfolgung, Entrechtung und Enteignung ins Exil getrieben, wo sie in Zürich / Schweiz 1941 bzw. 1942 starben.

Die Jüdische Gemeinde von Breslau hat ihre konstruktive Mitarbeit am Projekt verbindlich erklärt. Die Landsmannschaft Schlesien, Landesverband Thüringen hat von Beginn an diese Maßnahme aktiv unterstützt und dabei stets mit dem aktiven Sejmik- Abgeordneten des niederschlesischen Parlaments in Breslau, Jacek Pilawa, konstruktiv abgestimmt. Herr Pilawa setzt sich seit Jahren mit vielfältigen Initiativen und hoher Kompetenz für die Verständigung und Versöhnung zwischen Polen und Deutschen ein. Es ist sein Verdienst, dass in fast allen Ortschaften des Kreises Ohlau / Oława für die verstorbenen ehemaligen deutschen Bewohner würdige Gedenkstätten geschaffen wurden.

Er ist auch ein Freund der deutschen Volksgruppe in Polen und unterstützt besonders die Deutsche Sozialkulturelle Gesellschaft in Breslau.

Als polnischer Partner und Projektleiter hat er entscheidenden Anteil an der Verwirklichung der von Mitgliedern der Ortsgruppe Blankenhain des BdV- RV Weimar entwickelten Idee, eine Ausstellung über die letzten 20 Jahre erreichten Ereignis zu erstellen.

Dabei wurden konkrete Dialogergebnisse der Verständigung in deutscher und polnischer Sprache dargestellt. Die Ausstellung unter dem deutschen Titel „Schlesien, das Land, das Menschen miteinander verbindet“, mit 16 Schautafeln, wurde bundesweit mit großem Interesse präsentiert.
Autor: nnz

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Kommentare
Wolfi65
29.10.2013, 16:06 Uhr
Sehr gut!
Man kann nur staunen, was der Bund der Vertriebenen, schlesische Heimatfreunde und die Landsmannschaft Schlesien so alles in den letzten Jahren auf die Beine gestellt haben, um mit Unterstützung von polnischen Freunden den Friedhof wieder instant zu setzen.
Auch sind in diesem Zusammenhang die Freunde der deutschen Volksgruppe in Polen unbedingt zu nennen, welche auch tatkräftig bei der Umsetzung eines neuen deutsch-polnischen Verhältnisse beigetragen haben, um gemeinsam alte Vorurteile überwinden zu können.
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