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Mi, 17:55 Uhr
15.01.2014

Heinz Scharrs Metallskulpturen

Der in vielen Kunsttechniken bewanderte Künstler Heinz Scharr wird im Sommer 2014 neunzig. Das neue Jahr beginnt im Kunsthaus Meyenburg am 18. Januar um 18.00 Uhr mit einer Sonderausstellung seiner Holzschnitte. Dazu eine Betrachtung von Heidelore Kneffel...


Vor einer Eisenplastik in Utterode (Foto: Archiv Kneffel) Vor einer Eisenplastik in Utterode (Foto: Archiv Kneffel) Neben seinen Zeichnungen, besonders gern auch mit der Rohrfeder ausgeführt, seinen exzellenten Radierungen, die, wenn in Farbe, eine nuancenreiche Farbsymphonie ausstrahlen, seinen kraftvollen Aquarellen, seinen Skulpturen aus Holz und Metall, beeindrucken seine variationsreichen Holzschnitte immer aufs Neue.

In Nordhausen besteht unabhängig einer Ausstellung des Künstlers die Möglichkeit, ständig eines seiner Kunstwerke in Augenschein zu nehmen. Im Petriturm, auf der oberen Plattform, steht eine Plastik von seiner Hand, die dort am 30. März 1995 anlässlich des 50. Jahrestages der Zerstörung großer Teile Nordhausens und des Todes Tausender Menschen aufgestellt wurde.

Skulptur im Petriturm (Foto: Archiv Kneffel) Skulptur im Petriturm (Foto: Archiv Kneffel) Die Stadt Nordhausen wollte anlässlich des Jahrestages ein weiteres daran erinnerndes mahnendes Denkmal errichten. Es sollte, anders als das vor dem Rathaus von Jürgen von Woyski, darstellen, dass es die verheerenden Ausmaße des Zerstörens im April 1945 gab, weil Wissenschaft und Technik des 20. Jahrhunderts die Voraussetzungen dafür boten. Da Eisen und Stahl dabei eine entscheidende Rolle spielten, sollte das Kunstwerk darauf Bezug nehmen. Heinz Scharr ist der Künstler, der mit diesen Materialien ausdrucksstark umzugehen weiß, wie zahlreiche größere und kleinere Plastiken bezeugen. Ein Riesenwerk schuf er Mitte der 70er Jahre für die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Es zeigt, in große Kupferplatten getrieben, den Leidenszug der Häftlinge aus dem Lager im Frühjahr1945.

Scharr vor der Kupferwand (Foto: Archiv Kneffel) Scharr vor der Kupferwand (Foto: Archiv Kneffel) Scharr, der Sondershäuser, erwarb, um dem Ort des ehemaligen KZ-Lagers näher zu sein, mit seiner Frau 1975 den ehemaligen Komturhof Utterode. Zwischen Sollstedt und Rehungen gelegen, nahe des Eichsfeldes auf einem kleinen Bergsporn vor der Hainleite, sind sie mit dessen Restaurierung und Gestaltung bis heute beschäftigt.

1976 zogen sie in das damals seht heruntergekommene Anwesen, auf dem man bis heute die Zeit vom Mittelalter bis in die Jetztzeit lebendig spürt. Ein inspirativer Ort, an dem sich Natur, Architektur und Kunst aufs Glücklichste verbinden.

Zurück zum Petriturm! Eine senkrechte Stahlstele symbolisiert das Neue, die gestaltete Horizontale, aus Blech geschmiedet, das Inferno. Beide Teile sind mit grauer Zinkfarbe bestrichen. Das verbindende Element zwischen dem Zerstörten und dem Aufgebauten ist eine Pflanze.

In Utterode (Foto: Archiv Kneffel) In Utterode (Foto: Archiv Kneffel)

Obwohl auch in Mitleidenschaft gezogen, besitzt sie noch ihre Lebenskraft und wächst senkrecht wie die Stele empor. Scharr lässt dem Betrachter genügend Freiraum, seinen Gedanken und Gefühlen nachzugehen. Vielleicht wird man in diesem Jahr auch diese Stele Anfang April in das Gedenken der Stadt an die Zerstörung einbeziehen.
Heidellore Kneffel
Autor: red

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