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Di, 06:31 Uhr
04.02.2014

nnz-Forum: Man muss sich schämen

Die Affäre um den Elefantenjäger aus dem Thüringer Naturschutzministerium ist selbst in Australien in den dortigen Zeitungen zu lesen...


Zum Elefantenkiller Udo Wedekind: selbst hier in Australien konnte er Thüringen "richtig bekannt" machen. Die Zeitung "The Australian" bringt in großer Aufmachung einen Artikel über diese 20schüssige "Heldentat". Auch sein Minister wird mit der zynischen Bemerkung zitiert "it is not of interest what civil servants do in their free time as long as they follow the law". Als Deutscher kann man sich nur noch für diese Art von Landsleuten schämen.
Hartmut Kuhn
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Cato
04.02.2014, 07:14 Uhr
Wider den Gutmenschen
Hach ist die Welt wieder herrlich einfach! Traurig nur, dass unsere Medien unser schwarz-weiss-Moralbild so widerspruchslos bedienen. Das geht soweit, dass der Mann sogar Morddrohungen erhält. Dabei, moment mal? Er hat gegen kein Recht verstossen? Wie denn das?

Unsere Moralvorstellungen erlauben uns, soviel tierisches Fleisch zu essen, wie (fast) nirgends auf der Welt. Glaubt ihr die Tiere sind alle am Herzinfarkt gestorben? Ach ja der Artenschutz... Dabei soll es Gegenden in Afrika geben, da ist der Elefant längst zur Plage geworden, die Tiere zerstören die Ernten, ähnlich unserer Wildschweine. Was macht man dann? Jagen eben!

Ob es hier so war, weiss ich nicht. Vielleicht war der Mann auch wirklich ein gieriger Trophäenjäger. Kann auch sein.

Dies herauszufinden, wäre Aufgabe der Medien. Diese Medien sind aber zum boulevardesken Sprachrohr unserer Gutmenschenempörung verkommen, anstatt uns mit Informationen zu versorgen.

Und die Leser? Blasen zum Halali auf einen nach deutschem Recht unschuldigen Menschen! Unschuldsvermutung? Wo kommen wir hin? Erst noch abgekürzter Name mit unkenntlichem Gesicht, nun alles in Reinkultur, ganzer Name, ganzes Gesicht, fehlt nur noch die Privatadresse. Kommt bestimmt noch...

Schämen sollte sich der, der ohne alle Informationen zu haben, Rufmord begeht.
Retupmoc
04.02.2014, 08:49 Uhr
@ Cato
Ein Mensch, der einem Lebewesen grundlos sein Leben nimmt, handelt nicht christlich. Klären Sie mich bitte auf, aber heißt es in der Bibel nicht: Du sollst nicht töten? Dann fliegt man aus Deutschland bis ans Ende der Welt, um den Jagdtrieb auszuleben. Und wenn man dann noch einen horrenden Geldbetrag dafür zahlen muß... sollte man das Geld (wenn man es denn zuviel hat ) als normaler Mensch nicht für die hungernden Kinder in der Gegend spenden? Das hätte eine bessere Presse gebracht.

Herr Wedekind ist nichts weiter als ein schießwütiger Trophäensammler, von denen es auf diesem Erdball leider viel zu viele gibt. Ich finde es gut, das die Medien so etwas aufdecken.
Boris Weißtal
04.02.2014, 09:53 Uhr
Cato hat Recht
Um gleich klarzustellen, ich kann Jagdtourismus keine Sympathie abgewinnen. Doch ist Jagd nun mal notwendig, um Tierbestände mangels natürlicher Bereinigung wieder auf das „natürliche“ Maß zurückzuführen. Dennoch erleben wir Gleiches täglich vor unserer Türe. Ein reicher Banker aus Frankfurt kommt in den Harz und darf einen kapitalen Bock schießen, wofür er viel Geld gezahlt hat. Natürlich werden davon Fotos gemacht. Der kleine Jagdpächter vor Ort darf dies nicht, obwohl er sicherlich mehr Ahnung von den Tierbeständen als der Banker hat. Der kleine Jagdpächter schießt halt Wildschweine und wehe ihm wenn nicht genug davon.

Wo ist nun der Unterschied zwischen dem Beamten in Afrika und dem Banker aus Frankfurt, außer dass beide Jagdtouristen sind, für die ich wenig Sympathie habe?

Dies ist der Unterschied:
Der Frankfurter Banker hat noch seine Persönlichkeitsrechte. Sein Name darf nicht weltweit durch den Medienmatsch gezogen werden. Sein Recht am eigenen Bild hat er auch noch. Und niemand zwingt seinen Oberbankerchef, ihn nach Buxtehude zu versetzen. Genau und Morddrohungen erhält er auch nicht.

Warum hat der Banker diese Rechte und der Beamte nicht? Beide halten die gleichen Gesetze ein. Das ist unsere mediale Doppelmoral.

Den Vorwurf, das Geld nicht gespendet zu haben, lasse ich auch nicht gelten. Diesen Vorwurf kann man jedem Neuwagenkäufer machen, der sich nicht mit´nem Gebrauchten begnügt und die Differenz spendet.

Tja, Freiheit im Rahmen der Gesetze verlangt auch, Dinge zu tolerieren, die man selber nicht mag.

Deshalb: Cato hat Recht!
lumpi22
04.02.2014, 09:56 Uhr
Trophäensammler gibt es bald auch hier!
Wenn erst die Biomethananlage steht, dann gibt es auch hier solche Sammler, aber nicht für Elefanten, sondern für die vielen Wildschweine! Die werden sich am angebauten Mais laaben, vermehren und so richtig Bewegung in die Natur bringen! Dann sind wir sogar froh, wenn diese Menschen genau diese Wildschweine abschießt, damit sie in Bielen dann nicht auf der Straße spazieren gehen werden...
Ist meinerseits etwas spaßig gemeint, aber Wahrheit steckt wohl auch genug drin oder...?
Harzer_Wolf
04.02.2014, 10:22 Uhr
Wasser predigen
Wie so oft sieht Herr Weißtal die Welt himmelblau. Soll ich Ihnen mal etwas sagen? Ich würde auch gern den Namen des Frankfurter Bankiers wissen, der für sein ( vielleicht sogar auf Kosten des Steuerzahlers ) Geld hierher kommt und den Hirsch schießt. Ich persönlich finde beides verwerflich. So ist das aber mit der gehobenen Klasse: Wein trinken, aber Wasser predigen ! Das haben Sie ja sogar richtig erkannt. Für den kompetenten Jagdpächter bleibt nur der Rest übrig. Finden Sie das richtig? Ich nicht ! Das ist eine Scheisswelt, wo jeder Tiere abknallen kann, nur weil er Geld hat.
I.H.
04.02.2014, 11:49 Uhr
Der Mann gehört zur "Jagd-Elite"
Ich glaube, der Mann hat bis heute nicht verstanden, was er alles falsch macht. Der denkt das Hörner, Knochen und Zähne von Exoten Sammeln ganz edles Weidwerk ist. An anderer stelle sagt er von sich selbst, dass er ja nur alte und große männliche Tiere über die Regenbogenbrücke schießt. Seine ganze "Bude" (so nennt er selbst seine Wohnung) soll nach eigenen Aussagen voller toter und lebender Tiere sein. Was der mit lebenden Tieren meint sollte allerdings von Behörden mal geprüft werden, so was zu sammeln ist absolut abstrus.

Ich denke dieser Herr lebt in einer anderen Welt und zählt sich zu einer Art "Jagd-Elite", die sich im Schießen von möglichst großen Tieren bestätigt. Im TMLNU sollen sich einige hohe Beamte um kostenlose Abschüsse großer Hirsche regelrecht kloppen. Deshalb vielleicht auch die Prahlerei im email Verteiler des Ministeriums. Da gibt es vielleicht so eine Art Wettbewerb. Interessant wäre, wohin der Herr versetzt wurde. Hoffentlich ist das nicht die ausgegliederte Gesellschaft "Thüringenforst". Da wäre er dann in seinem "Paradies" gelandet.
othello
04.02.2014, 15:56 Uhr
Logistische Fehler
Cato@ und Boris Weißtal@ verpacken ihre logistischen Fehler in Meinungen, die auch ich zum Teil vertreten könnte. Beide Kommentatoren gehen davon aus, dass es zwischen Bänker und einem Beamten im Ministerium vor dem Recht keinen Unterschied gibt. Dieses mag im Großen durchaus stimmen.

Der Banker hat aber Verpflichtungen und Bestimmungen innerhalb seiner Bank, die er einzuhalten hat. Dazu gehört auch seine Loyalität gegenüber der Bank. Wenn er zur Jagd geht, verstößt er gegen kein Gesetz und auch nicht gegen Bestimmungen innerhalb der Bank. Bei einem Beamten sieht die Welt ähnlich aus. Er unterliegt beamtenrechtlichen Bestimmungen und den anderen Deutschen Gesetzen. Gegen Gesetze hat er nicht verstoßen, aber wohl gegen Beamtenpflichten. Deshalb wurde er auch seines Postens enthoben, alles nach Recht und Gesetz.

Unschuldsvermutungen in diesem speziellen Fall sind wohl völlig Fehl am Platz, da er ja mit seinem Bild geständig war. Auch die Kritik an der Presse ist in diesem Fall nur zum Teil richtig. Name und erkennbares Bild hätte man tatsächlich nicht veröffentlichen sollen. Das könnte auch ein rechtliches Nachspiel haben.

Dass dieser Fall in die Presse kam, hat der Beamte aber selbst zu verantworten. Wenn man in einem solchen Ministerium arbeitet und dort stolz sein Jagdbild für alle zugänglich macht, muss man damit rechnen, dass es an die Öffentlichkeit gelangt und hier besonderes Interesse hervorruft.

Zum Zustand in diesem Ministerium könnte tatsächlich die Presse aber mehr nachhaken, denn dieses wäre ein spezielles Thema.
Glaskugel
04.02.2014, 19:17 Uhr
Bei Aussies kommt auch alles in die Pfanne
Lieber Herr Kuhn, ich habe mal bei den Aussies ein Jahr lang Melonen und Gurken gepflückt. Bei der Auswahl ihres Grillfleisches sind die Neffen und Nichten von Crocodile Dundee bestimmt keine Kinder von Traurigkeit. Die werden über unseren verbeamteten Großwildjäger Bwana U. nur deshalb die Nase rümpfen, weil er wohl zwanzig Patronen auf das arme Tier geschossen hat. Leider scheinen Beamte von heute hier bei uns die Rolle von Honecker und Co eingenommen zu haben. Alles Amateure.;)
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