Tempo 30: Ja oder nein?
Deutschlandweit wird über eine Ausweitung von ‚Tempo 30‘ innerhalb geschlossener Ortschaften diskutiert. Thüringens Verkehrsminister Christian Carius will wissen, wie die Bürger ganz konkret vor Ort selbst abwägen würden...
"Wollen Sie in Ihrer Stadt, da wo Sie selbst fahren und leben, mehr Begrenzungen auf Tempo 30 oder weniger als Sie bislang vorfinden? Oder wollen Sie, dass die bisherige Regelung mit Möglichkeiten für ‚Tempo 30‘ in Wohngebieten oder begründeten Ausnahmefällen fortgesetzt wird? Das fragte heute Verkehrsminister Christian Carius zum Start einer Internet-Umfrage zu ‚Tempo 30‘.
Die derzeitige gesetzliche Regelung erlaubt derzeit innerorts eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, soweit keine andere Regelung getroffen wird. Bislang besteht die Möglichkeit, dass die Kommunen zum Beispiel Nebenstraßen in Wohngebieten als ‚Tempo-30-Zonen‘ ausweisen. Auf Hauptstraßen und Ortsdurchfahrten (häufig Bundes- und Landesstraßen) kann hingegen derzeit nur in begründeten Ausnahmefällen (z.B. Unfallhäufung, Lärm) ein Tempolimit von 30 km/h angeordnet werden.
Somit werden die unterschiedlichen Funktionen der Straßen bei der zulässigen Höchstgeschwindigkeit berücksichtigt. Im Internet fragt das Verkehrsministerium nun, ob die Thüringerinnen und Thüringer mit den Ergebnissen dieser Regelung zufrieden sind oder für eine stärkere Ausweitung bzw. Eingrenzung von Tempo-30-Beschränkungen stimmen. Die Umfrage läuft noch bis Ostermontag (21. April 2014) und steht im Internet unter www.tmblv.de bereit.
Der Internet-Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ist ein wichtiges Kommunikationsforum für die Politik, so Carius weiter. Hier werden Standpunkte ausgetauscht, die Menschen diskutieren vielfältig über politische Entscheidungen. Deshalb starte ich erneut eine Internet-Umfrage. Auch bei unserem Landesentwicklungsprogramm (LEP) 2025 oder Gesetzen und Verordnungen haben wir die Öffentlichkeit bereits per Internet beteiligt. Heute laden wir die User ein, uns Ihre Ansicht zu ‚Tempo 30‘ mitzuteilen.
Autor: red
Kommentare
geloescht.otto
17.03.2014, 17:25 Uhr
Was für einen Sinn
machen immer mehr Geschwindigkeitsbeschränkungen, wenn diese nicht auch kontrolliert werden und eine Übertretung auch entsprechend bestraft wird.
Im Straßenverkehr stößt man auf immer mehr Verbote und Gebote aber auch auf immer mehr Verkehrsteilnehmer die sich über diese Vorschriften bewusst hinweg setzen, die interessiert es gar nicht!!!
Wenn die Verbote und Gebote im Straßenverkehr, welche wir schon haben, auch konsequent kontrolliert würden, wären wir sicher schon einen ganz großen Schritt weiter, um den Straßenverkehr sicherer zu machen!!
Retupmoc
18.03.2014, 07:55 Uhr
Geld
Wenn das Land nicht in der Lage ist, Umgehungen zu bauen, stellt man halt ein Schild hin. Tempo 30 auf einer Bundesstraße ? In Österreich, Schweden oder Norwegen lachen die schon über uns. Und das zu Recht !
funeddi
18.03.2014, 10:50 Uhr
Unsinn 30
Durch massig Ampeln statt Kreisverkehr und starken Verkehrsaufkommen ist in den meisten Orten mehr als 30 sowieso kaum fahrbar,weiterhin erhöht sich durch langsam fahren der CO2 Ausstoß und Geräuschpegel-runter schalten = höhere Drehzahl und mehr Abgase.Dieses trifft auch auf die idiotischen Insel Orts Ein-und Ausfahrten zu.
Finger weg von solchen unsinnigen Gedanken,steckt die Gelder lieber in die Sanierung von maroden Strassen!
Retupmoc
18.03.2014, 11:19 Uhr
Sie tun wir jetzt schon leid
@ funeddi. Das Heer der Besserwisser wird Ihnen erklären, das weder der Geräuschpegel noch die Abgase erhöht werden. Das sind dann fast immer Parteisoldaten der Regierungsparteien ( ob Bund oder land ), die ihre verfehlte Politik kaschieren wollen und müssen. Natürlich wäre es nötiger marode Straßen auszubessern oder Umgeheungsstraßen anzulegen. Aber so ein Schild kostet fast nichts und man kann sich damit wirksam fotographieren lassen. Das man hier die kaputte Infrastuktur damit kaschiert, merkt doch nicht jeder ...
Tempo 30
Ich bin auch kein Freund von 30 km/h auf innerörtlichen Bundesstraßen. Aber, nachweislich verringern sich die Abgase und der Lärm aller Fahrzeuge bei 30, das ist auch völlig logisch. Die Unfallgefahr sinkt erheblich, besonders für Kinder, ältere Menschen und Radfahrer. In Wohngebieten sollte deshalb die Zone 30 mit Rechts vor Links grundsätzlich eingeführt werden, wie es der Gesetzgeber schon vorsieht. Leider mangelt es an der Umsetzung.
I.H.
18.03.2014, 11:55 Uhr
kommentierende Fahrschüler
Jeder erfahrene Kraftfahrer weiß, dass mit sinkender Geschwindigkeit sowohl die Geräuschemission, die Schadstoffemission und die Unfallgefahr drastisch sinken! Die Mär der Raser, dass langsamer fahren schlecht sein soll stimmt nicht.
Wer glaubt, dass mit sinkender Geschwindigkeit die Geräuschemission und die Schadstoffemission steigt, sollte dringendst von Fahrlehrern nachgeschult werden. Der kann nämlich nicht anständig fahren.
Retupmoc
18.03.2014, 13:18 Uhr
Was habe ich Ihnen gesagt ?
Das Heer war schon da. Lassen Sie sich aber nix einreden!
Paulinchen
18.03.2014, 16:10 Uhr
Tempo 50 ist innerhalb geschlossener Ortschaften…
… nicht die Mindestgeschwindigkeit. Wann und wo man diese Maximalgeschwindigkeit fahren kann oder nicht, entscheidet in den meisten Fällen die jeweilige Verkehrssituation.
Auch wenn ich mit meiner Meinung vielleicht auch den Unmut einiger Fahrzeuglenker auf mich ziehe, so wage ich es trotzdem, meine Meinung zum Thema abzugeben. Von unseren Politikern hört man sehr oft die Worte altersgerecht und Demographie. Wie aber passen diese Worte zu gerade diesem Thema? Jeder will (!) so schnell wie nur irgend möglich von A nach B gelangen. Wie aber, wenn man dazu nur begrenzt in der Lage ist? Wer aufmerksam mal als Fußgänger durch unsere Stadt spaziert, dem wird ganz sicher auffallen, dass die Zahl der Menschen rapide zugenommen hat, welche sich aus welchen Gründen auch immer, einer Gehilfe in den verschiedensten Formen bedienen muss, um noch einen gewissen Grad an Mobilität zu haben. Nur was bieten wir diesen Menschen für Chancen im mobilen Straßenverkehr zu Recht zu kommen? Ich will es Ihnen sagen, kaum eine (zu mindest in Nordhausen). Was würde diesen Menschen dies aber erleichtern? Fußgängerüberwege!! Davon haben wir in Nordhausen viel zu wenig, denn dadurch käme es auch zu einer Verkehrsberuhigung des Fahrzeugverkehrs. Wer es sehr eilig hat, der möge in Spitzenzeiten die Straßen an der Peripherie der Stadt wählen, oder besser noch, rechtzeitig los fahren.
Da gibt es aber noch eine Möglichkeit allen Fußgängern die Wege sicherer zu machen, die da wäre: Radfahrer haben auf Fußwegen grundsätzlich nichts verloren, wenn es sich dabei um Erwachsene handelt! Es kann nicht sein, dass Mütter mit Kinderwagen von Radfahrern auf dem Fußweg durch Klingel-oder Rufzeichen aufgefordert werden Platz zu machen. Radfahrer fahren auf Fußwegen mit hoher Geschwindigkeit dicht an Hauswänden lang und rechnen nicht damit, dass vielleicht mal eben eine Person aus der Tür tritt. Das gilt zum Beispiel auch für die Grundstücksausfahrten der Hauseigentümer in der Stolbergerstraße. Hier muss ein Autofahrer ganz sicher nicht damit rechnen, dass ein Radfahrer auf dem Gehweg, wie Phönix aus der Asche, plötzlich mit Speed den Gehweg(!) befährt. In Göttingen müssen Radfahrer seit ca. vier Wochen generell auf den Straßen oder den Radwegen fahren, Fußwege sind generell verboten!
Radfahrer auf der Straße, was soll das denn bringen? Die Autofahrer sind dann eben nur zu mehr Rücksicht verpflichtet und der Fahrverkehr wird langsamer und somit sicherer für alle(!) Verkehrsteilnehmer. Betrachte ich mir das Verhalten von Fahrzeugführern an den Straßenbahnhaltestellen in unserer Stadt, da wird einem sehr oft schlecht. Da wird noch richtig Gas gegeben und dann mit hoher Geschwindigkeit an der Bahn vorbeigerast, obwohl die Bahn schon steht (!) Das ist nicht nur gefährlich, nein - es ist gewissenloses Fahrverhalten! Da muss man nicht über die Existenz der Straßenbahn in Nordhausen diskutieren, dass will auch nicht der Richter vor Gericht, wenn es um die Herbeiführung eines schweren Verkehrsunfalls mit Todesfolge geht. Es ist schon bemerkenswert, dass die Ausfahrten von Kreisverkehren in anderen Städten in der Regel mit einem Fußgängerüberweg schon bei der Einfahrt in den Kreisel und auch bei der Ausfahrt aus dem Kreisel versehen sind. Was anderswo geht, geht auch bei uns. Mit ein wenig gutem Willen, verbunden mit gegenseitiger Rücksichtnahme, kann man ohne Tempobeschränkungen von 30km/h den Verkehr in unserer Stadt sicherer und angemessener im Bezug auf die Geschwindigkeiten gestalten. Und von der Sicherheit haben alle Altersgruppen doch wohl etwas oder? Wie heißt es doch so schön: Wer langsam fährt, kommt auch ans Ziel.
Wir alle werden nicht jünger, aber dafür gebrechlicher mit zunehmendem Alter. Vielleicht freuen wir uns dann über die Existenz der Nordhäuser Elektrischen und über Fußgängerüberwege, wie zum Beispiel demnächst vor dem Theater in der Töpferstraße, allen Kreisverkehren in der Stadt und in der Rautenstraße ehemals Höhe Herfag Markt.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen, der Bereich Bahnhofstraße sollte doch wohl der Fußgängerbereich Auto – und Radfahrerfrei sein. Hier wären sowohl die Polizei, wie auch das Ordnungsamt endlich mal gefordert!! Hie ist mehr Geld zu holen, wie beim Verteilen von Knöllchen anderswo.
Retupmoc
18.03.2014, 17:31 Uhr
Hallo Paulinchen, guter Artikel
und die Argumente sind alle vernünftig. Ich finde allerdings, das man dabei nur an den Personenkreis ältere Menschen denkt. Was ist mit den Pendlern, die 100 km von zu hause auf Arbeit sind und wieder zur Familie wollen? Nehmen wir mal jemanden aus Hasselfelde der in Nordhausen arbeitet - erst 50 bis Krimderode, dann die Ampel NSW und der Stau, dann die 30 in Ilfeld, die nächste Baustelle... dann werden 35 km zu einer Stunde mindestens. Der arme Werktätige. Sorry - ich gehe auch gern in Wohngebieten oder vor Kindergärten in Petersdorf die 30 mit - aber doch nicht auf einer Bundesstraße!!!
Und Waldorf, sie können sicher sein, das ich im Gang 2 in der 30 Zone lauter bin als in 5 bei 50. Und ja ich fahre 2. Gang. Denn das ist nicht verboten. Und Sicherheit gibt es auch nicht mehr. Wenn Sie die 30 fahren gibt es genügend Fahrer die dann schnittig in den engen Straßen überholen. Oder meinen Sie das das keiner macht?
Nochmal: Umgehungen und sanierte Straßen. Aber kein Schilderwald. Nur dafür hat ja die CDU kein Geld.
Und bevor wieder einer sagt, ih kann ja nur die CDU niht leiden...ich würde jeden anderen Parteinamen so schreiben, aber die sind nun mal dran an der Regierung in Berlin , wie in Erfurt. Klaan und Primas stehen dafür. Aber bitte baut weiter Schilder auf.
Waldemar Ceckorr
18.03.2014, 17:51 Uhr
@ funeddi
runterschalten wegen tempo 30 braucht man nicht, ich fahre zz. einen qashqai mit dem kann man ohne probleme im 5. gang 30 fahren. das war auch mit seinen vorgängern so: skoda fabia, renault megane scenic.
schon mal versucht ?
der waldi
Glaskugel
18.03.2014, 19:30 Uhr
Frauen fahren besser
als Retupmoc. Mit meinem Golf muss ich bei 30 nicht in den 2. Gang schalten. Zwischen 30 und 50 muss ich überhaupt nicht schalten. Das macht mein Auto beides locker ohne Probleme im 4. Gang. Wer in einer 30 Zone den Motor aufheulen lassen muss, dem sollte der Führerschein entzogen werden.
Es ist doch auch in Ordnung, wenn ein Ministerium mal eine Internetbefragung durchführt, um zu erfahren wie die Leute darüber denken. So etwas müßte viel öfter geschehen. Daraus eine Anti-CDU Kampagne zu machen ist doch grober Unfug.
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