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Mo, 19:06 Uhr
07.04.2014

Alexander Krichel im Sondershäuser Liszt-Konzert

Beim inzwischen 5. Sondershäuser Liszt-Konzert gastierte am letzten Samstag der 25jährige Pianist Alexander Krichel im Riesensaal des Sondershäuser Schlosses.

Bereits bei großen Musikfestivals wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, beim Schleswig-Holstein Musik Festival und beim Rheingau Musik-Festival dabei und jüngst mit dem Echo-Klassik ausgezeichnet, ist Krichel längst kein Unbekannter mehr. Obwohl pianistisch exzellent ausgebildet, besucht er, um musikalisch weiter zu reifen, zur Zeit das Royal College of Music in London und wird dort vom großen russischen Pianisten Dmitri Alexeev weitergebildet. Das zog Besucher, auch von weiter her, in das von der Stadtverwaltung organisierte Konzert.

Alexander Krichel im Sondershäuser Liszt-Konzert (Foto: Stadt Sondershausen) Alexander Krichel im Sondershäuser Liszt-Konzert (Foto: Stadt Sondershausen)

Im Mittelpunkt des Abends standen Stücke romantischer Klavierliteratur, die Alexander Krichel vor etwa einem Jahr als CD unter dem Titel „Frühlingsnacht“, hochgelobt von Publikum und Kritik, publiziert hatte und für ihn einen Bekanntheitssprung zur Folge hatte.
Sein Klavierspiel ist technisch brillant – Franz Liszt hätte sicherlich seine Freude daran gehabt - und seine mathematischen Fähigkeiten machen Strukturen hörbar. Dabei kommen lyrische und emotionale Elemente nicht zu kurz, im Gegenteil, sie bereichern das Spiel. Alle Stimmungen von „gewaltig“ im Erlkönig bis zu „träumerisch“ bei Clara Schumanns Romanze oder dem „Ständchen“ bzw. der „Widmung“ der Liszt’schen Bearbeitungen von Schubert- bzw. Schumann-Liedern bringt Alexander Krichel auf dem Piano zum Klingen.

Alexander Krichel im Sondershäuser Liszt-Konzert (Foto: Stadt Sondershausen) Alexander Krichel im Sondershäuser Liszt-Konzert (Foto: Stadt Sondershausen)

Bereits mit den einleitenden „Variations sérieuses“ von Mendelssohn Bartholdy aus dem Jahr 1842 wird dem Pianisten in 17 Variationen eines Hauptthemas höchstes Einfühlungsvermögen abverlangt. Die folgende Sonate A-Dur von Schubert, 1819 entstanden und schlechthin als die „Kleine“ bezeichnet, bildet mit lyrischer Anmut ein Pendant zu Mendelssohn Bartholdy und zu Liszts Bearbeitung von 2 Schubert-Liedern. Im „Ständchen“ ließ Alexander Krichel den Liszt-Flügel singen, dagegen brachte er im „Erlkönig“ das Instrument nahezu zum Glühen.

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Im 2. Konzertteil spannte der Pianist einen Bogen von Clara Schumanns lyrischer Romanze a-moll aus dem Jahr 1853 über Liszts Bearbeitung der Schumann-Lieder „Frühlingsnacht“ und „Widmung“ hin zu Schumanns „Symphonischen Etüden“ op. 13. In 12 Etüden wird darin ein Hauptthema in den Stilen des Barock, der Wiener Klassik und der Romantik verarbeitet. Die letzte Etüde Allegro brillante bildete dabei den Höhepunkt des Stückes und forderte das Publikum zu stehenden Ovationen heraus.

Alexander Krichel bedankte sich mit dem Stück „El diablo suelto“ von Heraclio Fernández, das er jüngst aus Venezuela von einer Konzert-Tournee mitgebracht hatte.
Das Sondershäuser Publikum kann sich sicher sein, einen Pianisten mit großer Zukunft erlebt zu haben.

Dr. Klaus Buchmann
Autor: khh

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