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Fr, 09:50 Uhr
25.04.2014

Fachkräftemangel bekämpfen

Alle kennen das Wort: Fachkräftemangel. Bereits jetzt gibt es in vielen Branchen doppelt so viele offene Stellen wie Arbeitssuchende. Ausländische Fachkräfte für Thüringer Unternehmen zu gewinnen, hat sich der Europa-Service Nordthüringen zur Aufgabe gemacht...

Schwerpunkte bilden hierbei vor allem Unternehmen in den sogenannten "Mint"-Berufen (Berufen mit Kernkompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft schwächelt und leidet an zu wenig gut qualifiziertem Personal. Den deutschen Unternehmen entgehen dadurch Milliarden. Der einstige Klassenprimus Deutschland landet im EU-Ranking zur Innovationskraft 2014 mittlerweile nur noch auf Platz Drei. Eine negative Entwicklung, bei der die Auswirkungen des demografischen Wandels, das Schrumpfen und Altern der deutschen Gesellschaft und der damit einher gehenden weiteren Verknappung potenzieller Arbeitskräfte, noch nicht einmal durchgeschlagen haben.

Trotz dieser Perspektiven wagen bisher nur wenige Firmen Fachkräfte im Ausland auszubilden, anzuwerben oder sich in irgendeiner anderen Weise ernsthaft auf den Mangel im eigenen Betrieb vorzubereiten.

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Bahnt sich hier ein unausweichliches Drama an? Sinkt die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft mit dem wachsenden Mangel an gut ausgebildetem Personal weiter, erlahmt die weltweite Nachfrage nach deutschen Gütern. Düstere Prognosen möchte man meinen. Doch so müsste es nicht sein.
Betrachtet man die Problematik globaler oder zumindest im europäischen Kontext, relativiert sich die Frage nach dem Fachkräftemangel erheblich.

Die Verteilung der qualifizierten Arbeitnehmer ist der Schlüssel. In einigen europäischen Ländern kämpfen viele junge Menschen unter der hohen Arbeitslosigkeit in ihrem Land. Bei einer entsprechenden Qualifizierung würden diese Arbeitskräfte zur Deckung der deutschen Bedarfe an Fachkräften beitragen können. Die Bundesregierung ist sich dessen bewusst und will "insbesondere auf dem europäischen Arbeitsmarkt qualifizierte Fachkräfte gewinnen".

In bisher wenigen Thüringer Unternehmen gehören junge Menschen wie Softwareentwickler Carlos aus Barcelona oder Architektin Lucia aus Neapel bereits zum Team. Die regionale Wirtschaft profitiert davon, dass Fachkräfte aus EU-Staaten in Thüringen einen neuen Arbeits- und Lebensmittelpunkt finden. Wagen interessierte Unternehmen in Thüringen den Schritt, sich nach Personal außerhalb der deutschen Grenzen umzusehen, können diese fachkundig über regionale Beratungsbüros des Europa-Service-Netzwerks unterstützt werden. Thüringen möchte seine Unternehmer mit dem Problem der Fachkräfteplanung nicht im Regen stehen lassen.

Die formelle und praktische Unterstützung der in Nordthüringen ansässigen Unternehmen bei der aktiven Suche geeigneter Fachkräfte im EU-Ausland sowie die Qualifizierung des eigenen Personals im EU-Ausland hat sich der Europa-Service Nordthüringen (ESN) auf seine Fahnen geschrieben. Interessierte Unternehmen können Kontakt unter www.europa-service-nordthueringen.de aufnehmen und ihre Anliegen besprechen.

Dass das Fachkräfteproblem in Zukunft jedoch nicht nur mit europäischen Fachkräften in den Griff zu bekommen ist, warnen Experten bereits heute. Vor allem um eine langfristige Entschärfung der Fachkräfteproblematik zu erreichen, sehen Fachleute des Arbeitsmarkts zukünftige Potenziale im asiatischen Raum.

Auch aus Gründen einer Deutschland ähnlichen demografischen Entwicklung in einigen anderen europäischen Staaten gehen sie mit Ihren Empfehlungen über den europäischen Raum hinaus. So warten zum Beispiel in Indien derzeit etliche begabte und interessierte junge Menschen vergeblich auf einen Job oder eine Ausbildung. An den sieben Indian Instituts of Technology (IIT) etwa bewerben sich jährlich 300.000 hochqualifizierte junge Menschen. Studienplätze gibt es für 5000.
Indien ist damit neben einem stark wachsenden Markt für deutsche Absatzgüter auch ein Marktplatz, um potenzielle Arbeitnehmer für Thüringer Unternehmen zu akquirieren.

In einer Delegationsreise unter Leitung der Thüringer Landesregierung vom 22. bis 27. April 2014 haben sich bereits Thüringer Unternehmen aufgemacht, um in Indien Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Auch wenn es dabei derzeit noch nicht vorrangig um das Anwerben gut ausgebildeter Fachkräfte geht, ist jedoch vorstellbar, dass dieses Thema in Zukunft bei geschäftlichen Treffen zwischen deutschen und indischen Unternehmen und Einrichtungen auf der Agenda steht. Vielleicht wird man in Zukunft neben Carlos und Lucia auch Biochemiker Nagesh aus Mumbai in einem Unternehmen in Nordhausen, Jena oder Gera treffen.
Autor: red

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Kommentare
Wolfi65
25.04.2014, 10:27 Uhr
Diese Leute werden dringend benötig,
da der Altbestand an Bundesbürgern entweder nicht qualifiziert genug für diese verantwortungsvollen Tätigkeiten erscheint, oder sich nach 45 "Dienstjahren" erdreistet in den Ruhestand zu gegen, die Unternehmen im Regen stehen zu lassen und damit unnötig die Rentenkassen zu belasten.
Da ist es schon besser, Mobile Arbeitskräfte zu beschäftigen, welche auch wieder flexibel in anderen Ländern eingesetzt werden können.
just_me_74
25.04.2014, 14:16 Uhr
Fachkräftemangel...
lächerlich...
Ich komme auch aus eine Branche, in der immer wieder beschrieen wird, wie sehr Fachkräfte fehlen. Leider fehlt nur die BILLIGE Fachkraft, den ansonsten könnte man ja mal einige der (offiziellen) 3 Millionen (Achtung:Pauschalisierung!) einheimischen Arbeitslosen (sinnvoll) weiterbilden. Oder gar die ausgebildeten Fachkräfte auch einsetzen?!
Aber anstatt in zukunftsträchtige Aus - und Weiterbildung zu investieren legt man das Geld lieber bei denen an, die von Anfang an billig arbeiten und die man eben auch schnell wieder los werden kann.
Was für ein Staat..was für eine Landesregierung.
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