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Fr, 11:40 Uhr
16.05.2014

kn-Forum: Schiefer Turm (3)

Richtigstellung zum Leserbrief von Herrn Ritter (kn-Forum: Schiefer Turm (2) ): Ein Leser ist da ganz anderer Meinung...

Herr Ritter wirft dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Sören Schobeß die Verdrehung von Gesetzmäßigkeiten vor, verdreht aber selber grundlegende Sachen.

Als Erstes sei hier erwähnt, dass Herr Schobeß „noch“ kein gewähltes Stadtratsmitglied ist.
Viel gravierender ist aber der Vorwurf, dass Herr Schobeß seine Verantwortung nicht wahrnimmt. „Politik mit Verantwortung“ lautet das Motto von Herrn Schobeß. Und jetzt stellt sich die Frage, wie man behaupten kann, dass sein Handeln im Bezug auf die Oberkirche nicht verantwortungsvoll ist.

Lieber Herr Ritter, wie definieren Sie das Wort Verantwortung?
Zurzeit trägt der aktuelle Bürgermeister die Verantwortung in der Kurstadt für solche Projekte. Herr Strejc hat mit Sicherheit in vielen Beziehungen gute Anstöße gegeben um die Stadt touristisch voran zu bringen. Und die Frage steht meiner Meinung nach auch überhaupt nicht im Raum, dass die Schiefe Kirche natürlich ihren Reiz hat. Nur muss man das Thema Schiefe Kirche auch mal ganz nüchtern und realistisch betrachten. Denn am Ende stimmt folgendes Sprichwort immer:
„Der eine trägt die Verantwortung - der andere die Folgen.“

Und ganz nüchtern betrachtet ist der Schiefe Turm tatsächlich auch in Erfurt zu einem Politikum geworden. Und das allein liegt an unserem Bürgermeister. Er und der Oberkirchsverein haben jetzt viele Jahre Zeit gehabt um die benötigten Gelder aus Spenden und Stiftungen zu akquirieren. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Es fehlen eben immer noch 800.000 €!

Jetzt als man merkt, dass das Ziel kurz vorm Scheitern ist, setzt Herr Strejc auf seine Parteigenossen in Erfurt. Der Bauminister sagt, dass das Land kein Geld hat und die SPD-Genossen lehnen sich aus jedem Fenster das gerade offen ist und unterstützen natürlich ihren Parteifreund in Bad Frankenhausen. Deshalb verwundert es nicht, dass das SPD-geführte Wirtschaftsministerium an das touristische Potential glaubt und einen warmen Geldregen nach der Sanierung verspricht.

Und lieber Herr Ritter, das Argument, dass man bisher nicht viel Werbung macht kann man nicht gelten lassen. Denn diese aufwendigen Werbeinszenierungen laufen bereits obwohl man eben nicht weiß, was dieses Jahr passiert. Auch das kostet Geld. Wer bezahlt das? Sind das vielleicht die Spendengelder? Geld aus der Stadtkasse? Hat der Bürgermeister nicht versprochen, dass der Kauf der Oberkirche keine Folgekosten für die Stadt bedeuten? Ist das verantwortungsvoll?

Mich würden außerdem die vielen und tragfähigen Ideen im Bezug auf das Nutzungskonzept interessieren. Informationspunkte und standesamtliche Trauungen klingen für mich nicht tragfähig. Und viel mehr ist zum Thema Nutzung nicht öffentlich gemacht wurden.

Man sollte hier auch einmal erwähnen, was die Folge einer Fördermittelgabe durch das Bauministerium wäre. Das Ergebnis wäre nämlich, dass unsere Stadt in den nächsten Jahren keine Förderungen mehr aus Erfurt zu erwarten hätte, da der Förderrahmen mit einmal ausgeschöpft wäre und das für ein Projekt was eben keinen mittelfristigen Erfolg garantiert.

Die Stadt lebt ganz einfach über ihren Verhältnissen. Wir schwimmen eben nicht im Geld. Aber ist doch egal – wir kaufen den Solarpark (laut Experten aktuell nicht rentabel), wir sanieren auf unsere Kosten das Gymnasium für 5.000.000 € (ach ne sind jetzt doch 10.000.000 €), wir übernehmen den Kyffhäuser (auch hier sagt jede Stadt und Gemeinde im Umkreis, dass sich das nicht rechnen kann) und wir erhalten die Schiefe Kirche ohne nur ansatzweise zu wissen, was für Folgekosten auf die Stadt zukommen.

Aber die Angestellten der Kur GmbH in der Therme gehen für Niedriglöhne arbeiten, die Grundsteuern werden erhöht (da freut sich der Hauseigentümer und der Mieter gleichermaßen), die Eintrittspreise in der Therme werden erhöht, die Saalmieten steigen und man führt eine Entsorgungsgebühr für Baum- und Strauchschnitt ein. Da hat uns der Bürgermeister eine Garantie auf Kostenfreiheit gegeben. Sehr verantwortungsvoll! Warum nicht noch die Hundesteuer erhöhen?

Also ich für meinen Teil gehe nicht für die Schiefe Kirche, den Kyffhäuser oder einen immer teuer werdenden Solewasser-Vitalpark jeden Tag auf Arbeit.

Lieber Herr Ritter, wenn Sie das anders sehen, dann ist das Ihr gutes Recht, aber das Wort Verantwortung beschränkt sich nicht auf einen kleinen Kreis von Leuten, sondern auf alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

Steffen Kobrow
Autor: khh

Anmerkung der Redaktion:
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