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Sa, 19:50 Uhr
14.06.2014

Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen

Gestern war man in seinem Geburtsort Bleicherode und heute fand in seinem langjährichen Wohnort Sondershausen in Kolloquium aus Anlass des 200. Geburtstages Prof. Philipp Heidenheims (1814 – 1906) statt...


Am 14. Juni jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des Schwarzburg-Sondershäuser Lehrers und Rabbiners Prof. Philipp Heidenheim.
Als Sohn eines Hausierers in Bleicherode geboren und in einfachsten Verhältnissen aufgewachsen, trat Heidenheim nach Selbststudium und Examen am Königlichen Hauptschullehrerseminar in Erfurt als Religionslehrer in den Dienst der jüdischen Gemeinde von Sondershausen und blieb mehr als siebzig Jahre, bis zu seinem Tode, ihr geistliches Oberhaupt.

Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Wagenhaus, genauer gesagt im Carl-Schepping-Saal, von Schloss Sondershausen fand nach der gestrige Exkursion die Eigentliche Fachtagung "Jüdisches Leben in Thüringen". Zuerst verlas die Direktorin des Schlossmuseums Sondershausen Christa Hirschler die Grußworte von Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer, der aus wichtigen persönlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Die Grußworte des Urnenkels von Prof. Philipp Heidenheims, Till Heidenheim aus Lübeck verlas ebenfalls Hirschler, weil Till Heidenheim nach einer Krankheit noch nicht länger reden sollte.


Als Rabbiner mehrerer schwarzburgischer Gemeinden gehörte er zu den wichtigsten Förderern des jüdischen Emanzipationsprozesses im Fürstentum. Schon seine Zeitgenossen empfanden den „Rabbi und Mathematiker“, der „in der Synagoge der ideale Theologe, in der Schule der reale Praktiker“ war, als Ausnahmeerscheinung und schätzten ihn als einen reich begabten Menschen „voll Pflichtgefühl und voll warmer Teilnahme für jedermann.“

Bis heute gilt Heidenheim als eine der herausragenden Persönlichkeiten des jüdischen Gemeindelebens des 19. Jahrhunderts in Thüringen. Leser werden sich noch erinnern, dass im Juni 2011 Till Heidenheim dem Schlossmuseum die SAMMLUNG HEIDENHEIMIANA übergeben hatte.
Hier der Link zu damaligen Bericht von kn:
ÜBERGABE DER SAMMLUNG HEIDENHEIMIANA

Im Verlauf der Fachtagung standen folgende Themen auf dem Programm
- Sabine Bloch, Herrsching: Von Kassel über Sondershausen nach Strelitz: Der Lebensweg des Schutzjuden und Hoffaktors Alexander Cantor zwischen 1680 und 1750
- Dr. Carsten Liesenberg, Erfurt: Vom Hauslehrer zum Kantoren (Chasan) und Rabbiner - Kultusbeamte einer jüdischen Gemeinde im 19. Jahrhundert am Beispiel Mühlhausen (Forschungsbericht)
- Dr. Jürgen Nitsche, Chemnitz: Des Rabbiners Enkel ziehen in den Krieg.. Gefallene und Überlebende der Familie Heidenheim. Vortrag anlässlich eines doppelten Gedenktages
- Marie-Luis Zahradnik, Nordhausen: Haus der Ewigkeit. Der Nordhäuser Israelitische Friedhof
- Ines Beese, Erfurt/Dr. Jutta Hoschek, Erfurt: Netzwerk „Jüdisches Leben Erfurt“
- Judith Bernstein, München: Bleicherode und Erfurt – Stationen im Leben meiner Großeltern Elly und Leopold Stein
- Jürgen Kaps, Arnstadt: Stolpersteine in Arnstadt. Arnstädter Schicksale
- Prof. Reinhard Schramm, Erfurt: Meine Familie, meine Gemeinde. Weißenfelser Juden im Nationalsozialismus und danach

Am morgigen 15. Juni 2014 gibt es ein Exkursion in die Städte Nordhausen – Mühlhausen – Erfurt
10.00 - 11.30 Uhr Nordhausen - Führung durch die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
12.30 – 15.00 Uhr Mühlhausen - Führung durch die rekonstruierte Mühlhäuser Synagoge
16.00 – 17.00 Uhr Erfurt - Führung über den Neuen Jüdischen Friedhof Erfurt, Annelie Hubrich, Erfurt
Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Kolloquium Jüdisches Leben in Thüringen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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