Fr, 16:37 Uhr
18.07.2014
Zustimmung der Verbraucher sinkt
Deutsche Verbraucher stehen der Umsetzung der Energiewende zunehmend kritisch gegenüber. Vor allem die Akzeptanz für höhere Stromkosten und neue Stromnetze sinkt. Dies zeigen aktuelle Ergebnisse des GfK Global Green Index, einer regelmäßigen Verbraucherbefragung von GfK und GfK Verein...
Der 2011 beschlossene Atomausstieg war der Startpunkt für eine beschleunigte Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Die Ergebnisse des GfK Global Green Index aus demselben Jahr zeigen, dass diese Entscheidung von der deutschen Bevölkerung überwiegend positiv aufgenommen wurde.
Auch in diesem Jahr sind neun von zehn Verbrauchern der Meinung, dass in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern deutlich mehr für eine saubere Umwelt getan werde.
Dennoch wird die Umsetzung der Energiewende zunehmend kritisch gesehen. So gaben im Jahr 2011 noch 56 Prozent der Verbraucher an, dass sie für den Ausbau erneuerbarer Energien auch höhere Stromkosten in Kauf nehmen würden. Der anfängliche Rückhalt der Bevölkerung schwand seitdem deutlich und sank um 10 Prozentpunkte auf nunmehr 46 Prozent.
Besonders ältere Personen ab 65 Jahren sind nicht mehr bereit, höhere Stromkosten zu zahlen. Die Zustimmung sank innerhalb von drei Jahren von 64 auf aktuell 40 Prozent.
Das ist ein Rückgang von mehr als 13 Prozentpunkten im Vergleich zu 2011. Der Grund dafür ist vermutlich nicht zuletzt in der anhaltenden Diskussion um den Ausbau der Übertragungsnetze und den damit verbundenen Auswirkungen für die Bevölkerung zu finden. Ein ähnlicher Trend zeigt sich, wenn es um den Bau neuer Windenergieanlagen geht. Die Zustimmung der Verbraucher sank hier in den letzten 3 Jahren um 14 Prozentpunkte auf nun unter 60 Prozent.
Trotz der zunehmend kritischen Haltung der Verbraucher zur Umsetzung der Energiewende zeigen die aktuellen Ergebnisse des GfK Global Green Index mögliche Handlungsfelder und damit Chancen für die Energiebranche auf. Sowohl der Wunsch nach vor Ort erzeugtem Strom als auch das Interesse an Bürgerenergieprojekten bieten Marktpotenziale für Energieanbieter und -dienstleister. So ist es knapp der Hälfte der Verbraucher wichtig, dass ihr Strom in der eigenen Gemeinde oder Region erzeugt wird. Die Möglichkeit, sich als Verbraucher direkt an Energieprojekten zu beteiligen, findet bei 38 Prozent der Befragten Zustimmung. Lokale Energieprodukte bieten für Energieversorger so die Möglichkeit, einen Mehrwert im Vergleich zum Wettbewerb zu schaffen.
Die einzelnen Subindizes werden entsprechend ihrer Bedeutung für die Verbraucher zum GfK Global Green Index zusammengefasst. Als neuer Aspekt wird seit 2014 auch die Einstellung der Verbraucher zu Nachhaltigkeitsprojekten von Unternehmen gemessen. Der GfK Global Green Index ist eine Lösung der GfK Energie & Umwelt.
Autor: redDer 2011 beschlossene Atomausstieg war der Startpunkt für eine beschleunigte Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Die Ergebnisse des GfK Global Green Index aus demselben Jahr zeigen, dass diese Entscheidung von der deutschen Bevölkerung überwiegend positiv aufgenommen wurde.
Auch in diesem Jahr sind neun von zehn Verbrauchern der Meinung, dass in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern deutlich mehr für eine saubere Umwelt getan werde.
Dennoch wird die Umsetzung der Energiewende zunehmend kritisch gesehen. So gaben im Jahr 2011 noch 56 Prozent der Verbraucher an, dass sie für den Ausbau erneuerbarer Energien auch höhere Stromkosten in Kauf nehmen würden. Der anfängliche Rückhalt der Bevölkerung schwand seitdem deutlich und sank um 10 Prozentpunkte auf nunmehr 46 Prozent.
Besonders ältere Personen ab 65 Jahren sind nicht mehr bereit, höhere Stromkosten zu zahlen. Die Zustimmung sank innerhalb von drei Jahren von 64 auf aktuell 40 Prozent.
Akzeptanz sinkt
Die Übertragung von dezentral und regenerativ erzeugtem Strom ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung der Energiewende. Drei von vier Befragten waren 2011 laut GfK Global Green bereit, für das Gelingen der Energiewende neue Stromnetze bzw. Stromleitungen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld zu akzeptieren. Im Juni 2014 zeigten nur noch 62 Prozent der Verbraucher diese Bereitschaft.Das ist ein Rückgang von mehr als 13 Prozentpunkten im Vergleich zu 2011. Der Grund dafür ist vermutlich nicht zuletzt in der anhaltenden Diskussion um den Ausbau der Übertragungsnetze und den damit verbundenen Auswirkungen für die Bevölkerung zu finden. Ein ähnlicher Trend zeigt sich, wenn es um den Bau neuer Windenergieanlagen geht. Die Zustimmung der Verbraucher sank hier in den letzten 3 Jahren um 14 Prozentpunkte auf nun unter 60 Prozent.
Trotz der zunehmend kritischen Haltung der Verbraucher zur Umsetzung der Energiewende zeigen die aktuellen Ergebnisse des GfK Global Green Index mögliche Handlungsfelder und damit Chancen für die Energiebranche auf. Sowohl der Wunsch nach vor Ort erzeugtem Strom als auch das Interesse an Bürgerenergieprojekten bieten Marktpotenziale für Energieanbieter und -dienstleister. So ist es knapp der Hälfte der Verbraucher wichtig, dass ihr Strom in der eigenen Gemeinde oder Region erzeugt wird. Die Möglichkeit, sich als Verbraucher direkt an Energieprojekten zu beteiligen, findet bei 38 Prozent der Befragten Zustimmung. Lokale Energieprodukte bieten für Energieversorger so die Möglichkeit, einen Mehrwert im Vergleich zum Wettbewerb zu schaffen.
Über den GfK Global Green Index
Die GfK ermittelt mit dem GfK Global Green Index seit 2011 das Umweltbewusstsein und die Nachhaltigkeitseinstellung von Verbrauchern. Neben generellen Einstellungen wird auch untersucht, ob und in welchem Ausmaß Verbraucher bereit sind, anfallende Kosten für umweltbewusstes Verhalten zu tragen. Die Einzelergebnisse werden zu sieben Subindizes verdichtet: Energie im Haushalt, Mobilität, Tourismus, Umweltschutz und Ressourcen, Abfall, Recycling und Entsorgung, Energieversorgung sowie Konsum und Produktion.Die einzelnen Subindizes werden entsprechend ihrer Bedeutung für die Verbraucher zum GfK Global Green Index zusammengefasst. Als neuer Aspekt wird seit 2014 auch die Einstellung der Verbraucher zu Nachhaltigkeitsprojekten von Unternehmen gemessen. Der GfK Global Green Index ist eine Lösung der GfK Energie & Umwelt.