Di, 20:08 Uhr
09.09.2014
Wölfe im Schafspelz
Zu einer Diskussionsrunde zum Thema rechtsradikale Tendenzen hatte Stadtjugendring Sondershausen, Düne e.V. in die Cruciskiche Sondershausen geladen.
Der Geschäftsführer des Stadtjugendrings Andreas Gothe hatte die Begrüßung zu dieser Aufklärungsveranstaltung für Jugendliche, Lehrer(innen), Kommunalpolitiker(innen), Jugendarbeiter(innen), Verwaltungsmitarbeiter(innen) und engagierte Bürger übernommen. Wir erachten das für notwendig, weil mit dem verstärkten Einzug von NPD-Mitgliedern in den Stadtrat von Sondershausen wir uns mit rechten Tendenzen auseinandersetzen müssen.
Das macht sich allerdings nicht nur mit der Erhöhung der Stadtratsmitglieder fest. Als Moderator Christian Stadali Freier Journalist) in die Runde fragte, wer ist schon mit rechter Musik in Berührung gekommen, meldeten sich rund 30 Prozent. Und das sei noch in diesem Rahmen mit vielen älteren Personen verständlich. Bei Schulen hätten sich auf diese Frage sogar rund 70 Prozent gemeldet, so der Aussteiger aus der Neonazi-Szene Steven Hartung.
Im kurzen Einstiegsfilm Wie Rechtsextreme ködern, und Hartung bestätigte es, besonders mit Musik sollen junge Leute geködert werden. Hartung war ebenfalls mit der Musik (schon mit 13 Jahren) auf dem Schulhof im Süden Thüringens mit der Musik in Berührung gekommen. Hartung hatte erläutert, wie er in die rechte Szene gefunden hatte.
Er war Mitglied im Feuerwehr- und Fußballverein und wurde dort bereits mit Alltagsrassimus konfrontiert, ohne das jemand etwas dagegen sagt. Seinen Eltern haben erst spät erfahren, dass er in die recht Szene geraten war, und später auch sehr aktiv war, ehe er später (u.a. durch die Liebe) den Ausstieg in einem langen Prozess aus der rechten Szene schaffte.
Interessant einige These die er vertrat:
- Mit einem Verbot der Rechtsradikalen ist es nicht getan, sondern man muss den Neonazis entgegen wirken.
- Hartung warnte aber auch, diskutiert nicht mit den Neonazis, ihr zieht in so einer Diskussion meist den kürzeren
- Präventiv muss etwas in Jugendclubs und Vereinen getan werden, damit scheinbar harmloser Alltagsrassismus sich gar nicht erst breitmachen kann.
In der anschließenden Podiumsdiskussion saßen Felix Steiner von Mobit, Steven Hartung und SPD-Landtagsmitglied Dorothea Marx zusammen mit Christian Stadali.
Als Vorsitzende des Thüringer NSU-Ausschuss sagte Marx, nicht nur der Verfassungsschutz hatte in Thüringen versagt. Der Kampf gegen rechts kann nicht nur bei den Schulsozialarbeitern liegen, so Marx. Hier müssten auch Lehrer und Schüler mitziehen.
Wie leicht können rechte Tendenzen verharmlost werden, wenn der Überfall von Ballstedt von einer Ministerin als harmlose Wirtshausschlägerei abgetan wurde. Auch das scheinbar schon verharmloste Wort "Fidschis" für Bürger aus Vietnam die sich meist schon seit Jahre integriert haben bleibt ein Schimpfwort, so Marx, und da fängt der Alltagsrassimus an, für den eben besonders junge Menschen empfänglich sein.
Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogammes TOLERANZEN FÖRDERN - KOMPETENZEN STÄRKEN durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Autor: khhDer Geschäftsführer des Stadtjugendrings Andreas Gothe hatte die Begrüßung zu dieser Aufklärungsveranstaltung für Jugendliche, Lehrer(innen), Kommunalpolitiker(innen), Jugendarbeiter(innen), Verwaltungsmitarbeiter(innen) und engagierte Bürger übernommen. Wir erachten das für notwendig, weil mit dem verstärkten Einzug von NPD-Mitgliedern in den Stadtrat von Sondershausen wir uns mit rechten Tendenzen auseinandersetzen müssen.
Das macht sich allerdings nicht nur mit der Erhöhung der Stadtratsmitglieder fest. Als Moderator Christian Stadali Freier Journalist) in die Runde fragte, wer ist schon mit rechter Musik in Berührung gekommen, meldeten sich rund 30 Prozent. Und das sei noch in diesem Rahmen mit vielen älteren Personen verständlich. Bei Schulen hätten sich auf diese Frage sogar rund 70 Prozent gemeldet, so der Aussteiger aus der Neonazi-Szene Steven Hartung.
Im kurzen Einstiegsfilm Wie Rechtsextreme ködern, und Hartung bestätigte es, besonders mit Musik sollen junge Leute geködert werden. Hartung war ebenfalls mit der Musik (schon mit 13 Jahren) auf dem Schulhof im Süden Thüringens mit der Musik in Berührung gekommen. Hartung hatte erläutert, wie er in die rechte Szene gefunden hatte.
Er war Mitglied im Feuerwehr- und Fußballverein und wurde dort bereits mit Alltagsrassimus konfrontiert, ohne das jemand etwas dagegen sagt. Seinen Eltern haben erst spät erfahren, dass er in die recht Szene geraten war, und später auch sehr aktiv war, ehe er später (u.a. durch die Liebe) den Ausstieg in einem langen Prozess aus der rechten Szene schaffte.
Interessant einige These die er vertrat:
- Mit einem Verbot der Rechtsradikalen ist es nicht getan, sondern man muss den Neonazis entgegen wirken.
- Hartung warnte aber auch, diskutiert nicht mit den Neonazis, ihr zieht in so einer Diskussion meist den kürzeren
- Präventiv muss etwas in Jugendclubs und Vereinen getan werden, damit scheinbar harmloser Alltagsrassismus sich gar nicht erst breitmachen kann.
In der anschließenden Podiumsdiskussion saßen Felix Steiner von Mobit, Steven Hartung und SPD-Landtagsmitglied Dorothea Marx zusammen mit Christian Stadali.
Als Vorsitzende des Thüringer NSU-Ausschuss sagte Marx, nicht nur der Verfassungsschutz hatte in Thüringen versagt. Der Kampf gegen rechts kann nicht nur bei den Schulsozialarbeitern liegen, so Marx. Hier müssten auch Lehrer und Schüler mitziehen.
Wie leicht können rechte Tendenzen verharmlost werden, wenn der Überfall von Ballstedt von einer Ministerin als harmlose Wirtshausschlägerei abgetan wurde. Auch das scheinbar schon verharmloste Wort "Fidschis" für Bürger aus Vietnam die sich meist schon seit Jahre integriert haben bleibt ein Schimpfwort, so Marx, und da fängt der Alltagsrassimus an, für den eben besonders junge Menschen empfänglich sein.
Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogammes TOLERANZEN FÖRDERN - KOMPETENZEN STÄRKEN durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.




