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Fr, 06:59 Uhr
19.09.2014

Marktwirtschaft, tote Gorillas und Ebola

Mit Angst und vielfach hilflos reagiert die Menschheit auf die Ebola-Katastrophe in Westafrika. Dass die reichen Länder noch bis vor wenigen Tagen eher weg blickten, als sich zu engagieren, widerspricht dem Grundgedanken der Vereinten Nationen in erschreckender Weise. Anmerkungen von Bodo Schwarzberg...


Die Menschen in Westafrika hatten bisher wohl nur das Pech, in keinem reizvollen Hotspot für Investoren zu liegen. Doch diese Ignoranz ist aus zwei Gründen unangebracht: Denn erstens haben wir es hier mit einer potentiell weltweiten Bedrohung zu tun und zweitens hat der Westen einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Ausbreitung von Ebola, HIV und anderen Viren.

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Vor allem Holz- und Bergbaufirmen aus Europa, Asien und Amerika sind es, die die Regenwälder zerstören, damit wir uns in den Wohlstandsländern billige Gartenmöbel kaufen, oder aber Palmöl in Schokolade und Treibstoffe mischen können. Auf ihrem Weg immer tiefer hinein in kaum berührte Landschaften, werden nicht nur Einheimische vertrieben: Ein weiterer makaberer Begleiter der Holzfirmen ist das Abschlachten der tierischen Urwaldbewohner.

Mit Bushmeat, http://de.wikipedia.org/wiki/Bushmeat, werden Millionen umgesetzt, auf Grund des ungebremsten Bevölkerungswachstums und der "Zivilisierung" von Naturlandschaften mit stark steigender Tendenz. Dieses blutige Werk erledigen Mitarbeiter der westlichen Firmen, um sich etwas hinzu zu verdienen, aber auch Einheimische, die die von den Bulldozern geschlagenen Schneisen für ihre privaten Beutezüge nutzen. Nicht nur, dass dabei vielfach wahllos und ungestraft geschützte und bedrohte Arten geschossen werden, ist eine Tragödie.

Durch das Ausweiden der Kadaver insbesondere von Affen, laufen die Menschen unmittelbar Gefahr, sich mit Ebola und anderen Viren zu infizieren. Affen sind Reservoire sowohl für HI-Viren (wahrscheinlich), als auch (nachgewiesen) für Ebola-Viren.

Die Holzindustrie, deren Verwaltungen oft in Europa sitzen und auch wir Konsumenten tragen so eine Mitverantwortung; für die Vernichtung der Wälder, die Ausrottung von immer mehr Arten und auch für die Ausbreitung tödlicher Krankheiten.

Ein erschütternder und doch nüchtern beschreibender Bericht des Schweizer Fotografen Karl Amann aus dem Dschungel von Kamerun zeigt Zusammenhänge vor Ort und tatsächliche sowie mögliche Folgen, die die wirtschaftlichen Aktivitäten europäischer Konzerne und letztlich auch wir Konsumenten mit zu verantworten haben.
Bodo Schwarzberg

http://www.regenwald.org/regenwaldreport/1998/98/die-andere-french-connection

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Autor: red

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Kommentare
Von um die Ecke
19.09.2014, 08:48 Uhr
Nicht die Affen...
Sondern Fledermäuse und Flughunde, sind die Überträger.
Affen, sind genau wie wir Menschen, von der Ansteckung bedroht. Das schließt nicht aus, das eine Übertragung vom Affen zum Menschen unmöglich ist.

Interessant ist nur, wie wieder mal an allem der Westen schuld ist.

Westafrika ist für Investoren uninteressant, weil dort fast in jedem Land der eine oder andere Bürgerkrieg wütet.
Diese Kriege werden durch illegalen Holzeinschlag und Diamanten finanziert.
Dabei dringen die Leute selbst immer tiefer in den Dschungel ein.
Nicht an allem ist der Westen schuld, manchmal sind Probleme auch haus gemacht.

Ebula Ausbrüche sind in der Region auch nichts neues. Die hat es dort immer schon gegeben.
Allerdings neu ist, das es sich heute schneller und weiter verbreiten kann.
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