Di, 14:14 Uhr
30.09.2014
Für sichere Elektrizitätsversorgung
10-Punkte-Programm fur sichere Elektrizitätsversorgung in Ostdeutschland. Arbeitsgemeinschaft der Flaschennetzbetreiber OST und Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz verstandigen sich auf Maßnahmenpaket fur die Systemstabilität und verstärken Zusammenarbeit,so die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom...
Die Arbeitsgemeinschaft der Flaschennetzbetreiber OST und der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz haben sich auf ein gemeinsames 10-Punkte-Programm für die Sicherstellung der Stabilitat der Stromversorgung verständigt. Die Unternehmen wollen künftig noch enger miteinander zusammenarbeiten. Ziel ist es, gemeinsam Losungen für die sich rasant verändernden Anforderungen an die Stromnetze in Ostdeutschland zu entwickeln. Im Mittelpunkt der bundesweit beispielhaften Kooperation stehen die Systemdienstleistungen, mit denen die Sicherheit der Systemstabilität der Stromversorgung durch die Netzbetreiber gewährleistet wird.
Hintergrund der Initiative der Netzbetreiber, an der MITNETZ STROM als größster regionaler Vierteilnetzbetreiber in Ostdeutschland federführend mitgewirkt hat, ist die Energiewende, die einen fundamentalen Wandel des Energieversorgungssystems mit sich bringt.
bundesweite Vorreiterrolle.
Das 10-Punkte-Programm ist ein Meilenstein und hat eine Vorbildfunktion fur Deutschland. Die Energiewende verändert die Aufgaben von Übertragungsnetzbetreibern und Vierteilnetzbetreibern und damit die Art und Weise der Zusammenarbeit grundlegend. Dies haben die Netzbetreiber in Ostdeutschland erkannt. Mit dem gemeinsam verabschiedeten 10-Punkte-Programm übernehmen sie eine bundesweite Vorreiterrolle bei der Umsetzung des Umbaus der Energieversorgung. Die neue Form des Miteinanders stößt nicht nur national, sondern auch international auf großes Interesse und wird hoffentlich viele Nachahmer finden, so Dr. Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM.
Wandel von zentraler zu dezentraler Energieerzeugung
In der Vergangenheit waren wenige große Kraftwerke im Übertragungsnetz für die zentrale Bereitstellung von Strom verantwortlich. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien nimmt die Zahl der dezentralen Anlagen zur Stromerzeugung stark zu. Diese sind zu 97 Prozent an die Verteilnetze angeschlossen. Allein im Netzgebiet der MITNETZ STROM, das sich über Teile der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt, befinden sich mehr als 34.000 dezentrale Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien produzieren. Die installierte Leistung der erneuerbaren Energien liegt bei knapp 7.000 Megawatt. Damit rangiert MITNETZ STROM unter den Verteilnetzbetreibern bundesweit an dritter Stelle. Zum Vergleich: Das ostdeutsche Braunkohlekraftwerk Lippendorf bei Leipzig hat eine installierte Leistung von rund 2.000 Megawatt.
Die dezentralen Anlagen müssen in den Netz- und Systembetrieb integriert werden und sollen teilweise die Aufgaben der zentralen Großkraftwerke übernehmen. Dazu gehören vor allem Beiträge zu den vier System-Dienstleistungen Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Betriebsführung und Versorgungswiederaufbau.
Aufgrund der großen Zahl von dezentralen Anlagen mit zumeist wetterabhängiger Erzeugung in Ostdeutschland sind vielfältige Herausforderungen zu bewältigen. Bestehende Prozesse müssen verändert und neue technische Lösungen geschaffen werden. Beispielsweise sollten die Verteilnetzbetreiber in das Prüfverfahren von Anlagen für die Regelleistungserbringung stärker einbezogen werden als bisher. Sie müssen prüfen, ob die Anlagen diese Leistung tatsächlich erbringen können, ohne das dadurch Risiken für die Sicherheit des Verteilnetzes entstehen.
Insgesamt kommt damit den Verteilnetzbetreibern eine wichtige Rolle für die Sicherheit der Stromversorgung zu. Gleichzeitig gewinnt auch eine intensive Abstimmung zwischen Verteil- und Übertragungsnetzbetreibern an Bedeutung, so Schweer weiter.
Ostdeutschland ist Labor der Energiewende
Die sich verändernden Anforderungen an die Netzbetreiber sind in Ostdeutschland besonders deutlich zu spüren. Die neuen Bundesländer haben einen der weltweit höchsten Anteile an fluktuierender Erzeugung und können als das Labor der Energiewende bezeichnet werden. Im Netzgebiet der MITNETZ STROM deckten die erneuerbaren Energien im Jahr 2013 bereits 65 Prozent des Stromverbrauchs – bundesweit lag der Anteil bei rund 25 Prozent. In einigen ländlichen Gebieten wird bereits sehr viel mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als verbraucht werden kann.
Die Verteilnetzbetreiber der Arbeitsgemeinschaft der Flächennetzbetreiber OST, zu der neben MITNETZ STROM die Avacon AG, E.DIS AG, ENSO NETZ GmbH, HSN Magdeburg GmbH, Städtische Werke Magdeburg GmbH, TEN Thüringer Energienetze GmbH und WEMAG Netz GmbH gehören, und der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz sehen dies als Chance und wollen mit ihrer Kooperation die Herausforderungen gemeinsam angehen.
Inhalt des 10-Punkte-Programms ist unter anderem eine netzübergreifende Ermittlung des Bedarfs an Systemdienstleistungen. Mit der Durchführung von Pilotprojekten sollen konkrete Lösungen für die heutigen und zukünftigen Herausforderungen entwickelt werden. Auch die Weiterentwicklung des gegenseitigen Informations- und Datenaustausches ist geplant. Insgesamt wird eine stärkere Zusammenarbeit der Netzbetreiber untereinander sowie mit den Netznutzern angestrebt. Zudem sind auch gemeinsame Trainings der beteiligten Mitarbeiter vorgesehen.
Das 10-Punkte-Programm, an dem neben der Arbeitsgemeinschaft der Flächennetzbetreiber OST und dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz auch die Verteilnetzbetreiber Stromnetz Berlin GmbH und Stromnetz Hamburg GmbH mitgewirkt haben, ist auf der Internetseite der MITNETZ STROM unter www.mitnetz-strom.de abrufbar.
Autor: khhDie Arbeitsgemeinschaft der Flaschennetzbetreiber OST und der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz haben sich auf ein gemeinsames 10-Punkte-Programm für die Sicherstellung der Stabilitat der Stromversorgung verständigt. Die Unternehmen wollen künftig noch enger miteinander zusammenarbeiten. Ziel ist es, gemeinsam Losungen für die sich rasant verändernden Anforderungen an die Stromnetze in Ostdeutschland zu entwickeln. Im Mittelpunkt der bundesweit beispielhaften Kooperation stehen die Systemdienstleistungen, mit denen die Sicherheit der Systemstabilität der Stromversorgung durch die Netzbetreiber gewährleistet wird.
Hintergrund der Initiative der Netzbetreiber, an der MITNETZ STROM als größster regionaler Vierteilnetzbetreiber in Ostdeutschland federführend mitgewirkt hat, ist die Energiewende, die einen fundamentalen Wandel des Energieversorgungssystems mit sich bringt.
bundesweite Vorreiterrolle.
Das 10-Punkte-Programm ist ein Meilenstein und hat eine Vorbildfunktion fur Deutschland. Die Energiewende verändert die Aufgaben von Übertragungsnetzbetreibern und Vierteilnetzbetreibern und damit die Art und Weise der Zusammenarbeit grundlegend. Dies haben die Netzbetreiber in Ostdeutschland erkannt. Mit dem gemeinsam verabschiedeten 10-Punkte-Programm übernehmen sie eine bundesweite Vorreiterrolle bei der Umsetzung des Umbaus der Energieversorgung. Die neue Form des Miteinanders stößt nicht nur national, sondern auch international auf großes Interesse und wird hoffentlich viele Nachahmer finden, so Dr. Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM.
Wandel von zentraler zu dezentraler Energieerzeugung
In der Vergangenheit waren wenige große Kraftwerke im Übertragungsnetz für die zentrale Bereitstellung von Strom verantwortlich. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien nimmt die Zahl der dezentralen Anlagen zur Stromerzeugung stark zu. Diese sind zu 97 Prozent an die Verteilnetze angeschlossen. Allein im Netzgebiet der MITNETZ STROM, das sich über Teile der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt, befinden sich mehr als 34.000 dezentrale Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien produzieren. Die installierte Leistung der erneuerbaren Energien liegt bei knapp 7.000 Megawatt. Damit rangiert MITNETZ STROM unter den Verteilnetzbetreibern bundesweit an dritter Stelle. Zum Vergleich: Das ostdeutsche Braunkohlekraftwerk Lippendorf bei Leipzig hat eine installierte Leistung von rund 2.000 Megawatt.
Die dezentralen Anlagen müssen in den Netz- und Systembetrieb integriert werden und sollen teilweise die Aufgaben der zentralen Großkraftwerke übernehmen. Dazu gehören vor allem Beiträge zu den vier System-Dienstleistungen Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Betriebsführung und Versorgungswiederaufbau.
Aufgrund der großen Zahl von dezentralen Anlagen mit zumeist wetterabhängiger Erzeugung in Ostdeutschland sind vielfältige Herausforderungen zu bewältigen. Bestehende Prozesse müssen verändert und neue technische Lösungen geschaffen werden. Beispielsweise sollten die Verteilnetzbetreiber in das Prüfverfahren von Anlagen für die Regelleistungserbringung stärker einbezogen werden als bisher. Sie müssen prüfen, ob die Anlagen diese Leistung tatsächlich erbringen können, ohne das dadurch Risiken für die Sicherheit des Verteilnetzes entstehen.
Insgesamt kommt damit den Verteilnetzbetreibern eine wichtige Rolle für die Sicherheit der Stromversorgung zu. Gleichzeitig gewinnt auch eine intensive Abstimmung zwischen Verteil- und Übertragungsnetzbetreibern an Bedeutung, so Schweer weiter.
Ostdeutschland ist Labor der Energiewende
Die sich verändernden Anforderungen an die Netzbetreiber sind in Ostdeutschland besonders deutlich zu spüren. Die neuen Bundesländer haben einen der weltweit höchsten Anteile an fluktuierender Erzeugung und können als das Labor der Energiewende bezeichnet werden. Im Netzgebiet der MITNETZ STROM deckten die erneuerbaren Energien im Jahr 2013 bereits 65 Prozent des Stromverbrauchs – bundesweit lag der Anteil bei rund 25 Prozent. In einigen ländlichen Gebieten wird bereits sehr viel mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als verbraucht werden kann.
Die Verteilnetzbetreiber der Arbeitsgemeinschaft der Flächennetzbetreiber OST, zu der neben MITNETZ STROM die Avacon AG, E.DIS AG, ENSO NETZ GmbH, HSN Magdeburg GmbH, Städtische Werke Magdeburg GmbH, TEN Thüringer Energienetze GmbH und WEMAG Netz GmbH gehören, und der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz sehen dies als Chance und wollen mit ihrer Kooperation die Herausforderungen gemeinsam angehen.
Inhalt des 10-Punkte-Programms ist unter anderem eine netzübergreifende Ermittlung des Bedarfs an Systemdienstleistungen. Mit der Durchführung von Pilotprojekten sollen konkrete Lösungen für die heutigen und zukünftigen Herausforderungen entwickelt werden. Auch die Weiterentwicklung des gegenseitigen Informations- und Datenaustausches ist geplant. Insgesamt wird eine stärkere Zusammenarbeit der Netzbetreiber untereinander sowie mit den Netznutzern angestrebt. Zudem sind auch gemeinsame Trainings der beteiligten Mitarbeiter vorgesehen.
Das 10-Punkte-Programm, an dem neben der Arbeitsgemeinschaft der Flächennetzbetreiber OST und dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz auch die Verteilnetzbetreiber Stromnetz Berlin GmbH und Stromnetz Hamburg GmbH mitgewirkt haben, ist auf der Internetseite der MITNETZ STROM unter www.mitnetz-strom.de abrufbar.