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Mo, 13:07 Uhr
08.12.2014

Welche Pille wars noch gleich?

Weil sie oft an chronischen Krankheiten leiden, nehmen ältere Menschen die meisten Arzneimittel ein: mit 60 Jahren im Schnitt drei, mit 70 vier bis fünf, mit 80 bis zu acht Präparate – pro Tag. Da kann man schnell mal den Überblick verlieren. Wer auf Nummer sicher gehen will, der wendet sich im Zweifelsfall am besten an die Apotheke vor Ort...

Nur die Hälfte aller chronisch Kranken hält sich dabei an die ärztlichen Verordnungen. Apothekerin Andrea Seifert, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis), kennt die Gründe: „Bei Senioren haben Seh- und Hörvermögen, Feinmotorik und Gedächtnis häufig nachgelassen. Sie verstehen womöglich die Anweisung des Arztes nicht richtig und wissen zuhause nicht mehr, wie und warum sie ein Medikament nehmen sollen.

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Ähneln sich die Präparate äußerlich und fällt das Lesen von Packungsaufschrift und Beipackzettel schwer, können sie die Medikamente oft auch nicht mehr richtig zuordnen. So werden Präparate zur falschen Zeit oder doppelt eingenommen, verwechselt oder ganz vergessen. Manche Patienten brechen aus Unsicherheit oder aufgrund von Nebenwirkungen eine gebotene Arzneimitteltherapie sogar komplett ab“, umreißt Seifert die Probleme vieler Senioren. Die Folgen können gravierend sein: Werden Tabletten z. B. zum statt vor dem Essen eingenommen oder ein Asthmaspray falsch angewendet, behindert dies die Wirkung oder führt zu unangenehmen bis gefährlichen Neben- oder Wechselwirkungen. Über- und Unterdosierungen oder Therapieabbrüche können – etwa bei Mitteln gegen Bluthochdruck oder Gerinnungshemmern – sogar lebensbedrohlich sein.

Doch es lässt sich Ordnung ins Medikamentenchaos bringen: „Wer sich nicht sicher ist, wofür und wie ein Medikament einzunehmen ist, wendet sich am besten an die Apotheke vor Ort. Dort kann man umfassend, kompetent und individuell zu Wirkung und Anwendung informieren“, rät die Apothekerin.

Orientierung im Medikamentendschungel bietet die Apotheke vor Ort (Foto: Andrea Seifert) Orientierung im Medikamentendschungel bietet die Apotheke vor Ort (Foto: Andrea Seifert)

Gut informierte Patienten zeigen nämlich nicht nur erwiesenermaßen eine höhere Therapietreue, sie sind auch besser vor unerwünschten Effekten geschützt: „Wer eine Medikationsliste mit sämtlichen verordneten wie auch den rezeptfrei erworbenen Arzneimitteln führt, behält den Überblick und kann sich in der Apotheke gezielt zu Neben- und Wechselwirkungen beraten lassen. Langzeitmedikationen sollte man jährlich gemeinsam mit dem Arzt überprüfen und ggf. anpassen. Unter Umständen lässt sich mit einem Kombipräparat auch die Zahl der einzunehmenden Mittel reduzieren“, empfiehlt Seifert.

In der Apotheke erhältliche Dosiersysteme helfen zusätzlich dabei, den Überblick zu behalten: in Tages- oder Wochenboxen lassen sich Kapseln und Tabletten exakt nach Tag und/oder Tageszeit vorsortieren – bis zu eine Woche im Voraus. „Besser nicht länger, da Tabletten außerhalb der Originalverpackung rasch altern“, empfiehlt Seifert: „Das Apothekenpersonal ist beim Befüllen gerne behilflich und unterstützt auch bei der Auswahl der passenden Box.“ Die sollte gut lesbar beschriftet sowie übersichtlich aufgeteilt sein (mindestens vier Einheiten pro Tag) und über ausreichend große und tiefe Fächer verfügen. Wer zusätzlich originalverpackte Präparatemuster aufbewahrt, kann im Zweifelsfall jede Pille identifizieren. Dazu lagert man alle Präparate am besten an einem einzigen Ort, der dunkel, kühl und trocken sein sollte, also nicht in Küche oder Bad. Müssen Tabletten geteilt werden, sollte man dies immer mit einem Tablettenteiler tun: einfach zu bedienen, hilft er dabei, die exakte Dosierung einzuhalten. Die Handhabung kann man sich ebenfalls in der Apotheke zeigen lassen.

Sogar beim Dran denken können sich Vergessliche unterstützen lassen: Spezielle Apps, Klebezettel in der Wohnung oder schlicht der Wecker erinnern pünktlich an Tropfen, Pillen und Co. Wer’s persönlicher mag, bittet Freunde oder Verwandte um regelmäßige Anrufe. Ein apothekerlicher Tipp: „Für die Umwelt eine gute Gelegenheit, Wahrnehmung, Verhalten und Geisteszustand zu beobachten, um im Zweifelsfalls unterstützend einzugreifen oder rasch professionelle Hilfe einzuschalten.“ Wohnen Angehörige zu weit entfernt, kann der Arzt nämlich Besuche des mobilen Pflegedienstes verordnen, der dann bei der Medikamenteneinnahme behilflich ist.
Autor: red

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