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Sa, 08:58 Uhr
14.02.2015

Zitate zu unserer Zukunft (13)

Immer wieder wird von einigen Lesern, aber auch generell in unserer Gesellschaft unwillig, ungläubig und mit Unverständnis auf kritische Darstellungen reagiert, die unsere Umweltsituation zum Inhalt haben. Demonstriert und gestritten wird für mehr Geld und für mehr Arbeitsplätze, nicht aber für eine Politik, die grundlegend auf die globalen ökologischen Bedrohungen reagiert...


Zahlreiche Autoren, von Psychologen, über Ökonomen bis hin zu Ökologen, haben sich über das zugrunde liegende Verdrängungsverhalten Gedanken gemacht, oder doch zumindest ihr Unverständnis darüber geäußert.

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Steht doch nicht weniger auf dem Spiel, als die Stabilität der Biosphäre, jener hauchdünnen Schutzschicht also, die in ihrer mit Leben erfüllten Art auf wohl viele Lichtjahre einzigartig zu sein scheint. Einige, wie zum Beispiel Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung (PIK), sehen einige der sie tragenden Säulen bereits zusammenbrechen.

Es erhebt sich daher die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, verstärkt gegen diesen Verdrängungsprozess zu protestieren, und gegen Jene, die den Menschen weltweit so wenig reinen Wein einschenken. Wie jüngst z.B. auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, wo gegen jede Vernunft Milliardeninvestitionen in gigantische und zweifelhafte Wirtschaftsprojekte im Sinne einer Ankurbelung des Wachstums gefordert wurden und wo Wachstum entgegen aller bisherigen Erfahrungen und angesichts von immer mehr anthropogen bedingten Umweltkatastrophen als nicht im Widerspruch zur Sicherung unserer Lebensgrundlagen stehend, bezeichnet wurde.

Der vielfach ausgezeichnete Psychologe, Wissenschaftsjournalist und Buchautor Hoimar von Ditfurth, er moderierte in den 80er Jahren die ZDF-Sendung Querschnitt, landete 1985 mit dem Buch „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. Es ist so weit“, einen Bestseller, der zu einem der Leitbücher der damaligen Umweltbewegung wurde. Aus diesem Buch stammt das folgende Zitat:

„Wir haben bei unserer Geburt deshalb eine bewohnbare Erde vorgefunden, weil alle Generationen vor uns mit den ‚Zinsen‘ ausgekommen sind, die das Kapital der lebenden Natur laufend abwirft. Wir sind die erste Generation der gesamten Geschichte, die sich daran nicht mehr hält. Unsere schiere Zahl macht es uns unmöglich, uns mit der laufenden natürlichen Regenerationsrate zu begnügen.

Wir haben begonnen, das Kapital selbst anzugreifen. Niemand scheint sehen zu wollen, dass wir damit die Quellen zukünftiger Produktion zerstören. Dass wir den kommenden Generationen ihre Überlebenschancen auf fundamentale Weise beschneiden. Dass wir, wie ein französischer Biologe es vor einigen Jahren ebenso drastisch wie treffend ausdrückte, ‚dabei sind, unsere Enkel zu ermorden‘…. …Deutlichkeit also ist unerlässlich, erst recht in einer Gesellschaft, die noch immer nicht wahrhaben will, wie groß die Gefahr ist, in der sie schwebt. In welcher die denkfaule, bequeme Neigung grassiert, den Lauf der Dinge ‚den dafür Zuständigen‘ zu überlassen, denen ‚da oben‘, die schon wüssten, was zu tun sei. Das Erschrecken wird groß sein, wenn den Leuten aufgeht, wie gering das Wissen ist, wie unterentwickelt die Sensibilität und wie groß die Ratlosigkeit derer, von denen sie sich ‚verantwortlich geführt‘ glauben.“

Bodo Schwarzberg

Quelle: DITFURTH, H. v. (1985): So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. – Es ist soweit.“ Lingen. 432 S.
Autor: red

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