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Fr, 07:00 Uhr
22.05.2015

Lichtblick: Rückblick und Ausblick

Manchmal, wenn die Zeit es zulässt, stöbere ich in alten Sachen. Ich habe einen Koffer voller Erinnerungsgegenstände. Jeder einzelnen gehört zu einem bestimmten Ereignis, einer bestimmten Lebensphase oder Person...


Das ist zum Beispiel eine Mappe voller Gedichte, die ich in den Krisenzeiten des Heranwachsens geschrieben habe, oder der kaputte Vergaser meines ersten Motorades. Diese Dinge zeigen mir wie sich mein Leben verändert hat.

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Es ist eine Ewigkeit her als ich das letzte Gedicht verfasst habe. Mein erstes Motorrad ist auch mein letztes geblieben und wartet seit vielen Jahren in einer Scheune darauf wieder zum Leben erweckt zu werden. Dorthin hatte ich es gebracht, als mir mit 18 Jahren das Geld für den Motoradführerschein fehlte. Ich habe ihn nie nachgeholt.

Die Begegnung mit diesen Gegenständen der Erinnerung bringt mich ins Nachdenken. Was ist aus den Träumen geworden, die ich als Junger Mann geträumt habe? Was aus meine Zielen und Plänen? In welchen Lebensbereichen bin ich so geworden wie ich nie werden wollte? Auf welche Erfüllten Träume, geglückten und gut gestalteten Lebensmomente kann ich zurückblicken?

Die Erinnerung und die damit verbundenen Fragen sind aber nur der Anfang. Aus Ihnen können sich neue Pläne und Überlegungen, Träume und Hoffnungen bilden. Der Blick zurück ist gut, manchmal auch sentimental, kitschig und ärgerlich. Aber es soll für mich – wie auch immer die Erinnerungen sich angefühlt haben – nicht die einzige Blickrichtung bleiben. Die Erinnerungen sind mir eine Hilfe beim Blick in die Zukunft.

Dadurch können neue Fragen entstehen: Was will ich von den schönen, aber leider vergangenen Erinnerungen – wenn es denn geht – in meine Leben zurückholen? Welche Bitterkeit, welchen Übermut und Impulsivität will ich vermeiden? So können sich neue Wege andeuteten.

Aus meinem Erinnerungskoffer sind Blicke in verschiedene Richtungen entstanden. Wie bei einer Wandertour in den Bergen habe ich zurück und voraus geschaut. Und wie bei einer Bergtour sind die nächsten Schritte gerade dort zu gehen wo ich eben stehe. Das ist nicht immer leicht. Manchmal ist das Leben ziemlich steil und es sind brausende Gebirgsbäche zu überwinden. Gott lädt uns ein uns von ihm durch das Leben begleiten zu lassen. Er verspricht nicht die Flüsse auszutrocknen oder die Geröllfelder zu asphaltieren.

Aber er ist mit uns auf dem Weg. So haben es Generationen von Menschen erlebt, so erleben es Menschen auch heute. Und je mehr ich in meinem Erinnerungskoffer wühle umso deutlicher kann ich seine Gegenwart in meiner Lebenswanderung erahnen.
Gregor Rehm
Autor: red

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