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Mi, 06:51 Uhr
27.05.2015

Tarifverhandlungen für Einzelhandel vertagt

Die erste Runde der Tarifverhandlungen 2015 für die Beschäftigten des Einzelhandels in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen endete gestern nach rund drei Stunden ohne Ergebnis...

Der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer begründete zunächst ausführlich die von den Arbeitnehmern geltend gemachte Forderung nach einer Anhebung der Löhne, Gehälter und Azubivergütungen. Die Verdi Forderung von einem Euro pro Stunde, entspricht in den unteren Entgeltgruppen einer Erhöhung von über 10 %.

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Verdi stellt damit im Tarifgebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine der bundesweit im oberen Bereich angesiedelten Forderungen. Selbst in der Entgeltgruppe K II/7, in der eine Vielzahl der Beschäftigten im Einzelhandel eingruppiert ist, würde eine derartige Erhöhung eine Gehaltserhöhung um 7,1 % bedeuten.

Die Forderungen ver.dis lehnte die Arbeitgeberseite als vollkommen überzogen ab. Die Arbeitgeber haben den Arbeitnehmern ihrerseits folgendes Angebot unterbreitet:
- Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen nach einem Nullmonat um 1,5 %.
- Einmalzahlung für alle Arbeitnehmer in Höhe von 215 Euro (Teilzeitbeschäftigte antei-lig), zahlbar in zwei Raten in 2016. Auszubildende erhalten einen Betrag in Höhe von 50 % des Wertes für Vollzeitbeschäftigte.
- Neuabschluss des Tarifvertrages Warenverräumung sowie Erhöhung der Vergütung ebenfalls um 1,5 %.
- Gesamtlaufzeit: 21 Monate.

- „Zukunftsleistung": Bereitstellung eines finanziellen Volumens in Höhe der Einmalzah-lung auch für die Folgejahre zur Finanzierung von Regelungen im Zusammenhang mit der neuen Entgeltstruktur oder für Demografie-Themen. Die Festlegung des Verwen-dungszwecks muss bis September 2016 erfolgen.

- Prozessvereinbarungen zum Thema Entgeltstruktur-Verhandlungen und Demografie-Verhandlungen
Die Arbeitgeberseite unterstrich in den Gesprächen in Halle, dass sie eine Allgemeinverbind-lichkeitserklärung (AVE) der Tarifverträge durch die Arbeitgeber aufgrund völlig fehlender Akzeptanz bei der überragenden Mehrheit der Mitgliedsunternehmen deutlich ablehnt.

Mit einem Angebot bereits in der ersten Verhandlungsrunde unterstreiche die Arbeitgeberseite zugleich die Bereitschaft, im Ringen um einen angemessenen Entgelttarif zügig einen Kompromiss zu finden, betonte deren Verhandlungsführer Andreas Schrödinger. Die Arbeitnehmerseite wies das vorgelegte Angebot nach einer kurzen Unterbrechung allerdings als völlig unzureichend zurück.

Die 2. Runde der Tarifverhandlungen findet am 17. Juni 2015 in Leipzig statt.
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