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Mi, 09:39 Uhr
03.06.2015

Treffen der Konfirmandenjubilare

Von weit her sind viele der älteren Herrschaften gekommen, die sich zum Fest der Jubelkonfirmation in die Unterkirche Bad Frankenhausen einladen ließen, wie kn erfahren hat...

Wie erfreuten sie sich als sie eintraten und den hellen und renovierten Kirchenraum erblickten. Natürlich ist vieles noch nicht fertig, aber die frischen Farben lassen das Kircheninnere freundlich erstrahlen.

Am Sonntag Trinitatis (= Fest der Dreifaltigkeit) trafen sich etwa 50 Jubilare, die vor 50, 60, 65 und 70 Jahren in der Unterkirche konfirmiert wurden.
In ihrer Predigt sagte Pfarrerin Magdalena Seifert unter anderem: „Wir erinnern uns an Ihre Konfirmationen, liebe Teilnehmer unseres Festes.

1945 – 1950 – 1955 – 1965.
Das sind die Jahre, an die wir dabei in besonderer Weise denken. Und jedes dieser Jahre spricht für sich. Jedes dieser Jahre hatte seine besonderen geschichtlichen Ereignisse und hatte seine besondere Stimmung.
Zu Palmarum 1945 – da war der Krieg noch immer nicht zu Ende. Und er hatte doch schon unermeßlich viel Leid und große Not auch in Ihre Familien gebracht.

Treffen der Konfirmandenjubilare (Foto: Foto Görtz-Mäder) Treffen der Konfirmandenjubilare (Foto: Foto Görtz-Mäder)

Gruppenbild der Jubilare – Foto Görtz-Mäder

Fünf Jahre später – 1950 - war der Mangel der Nachkriegszeit noch immer zu spüren. Es begannen auch schon wieder gesellschaftliche Verwerfungen und es ging um Orientierung.
Woran halten wir uns? Wer zeigt uns einen guten Weg für unser Leben, nachdem alle Großspurigkeit und Menschenverachtung ins Verderben geführt hatten?
Das waren auch ihre Fragen, liebe Konfirmanden von damals.

Es hat mich sehr beeindruckt, was die Schriftstellerin Christa Wolf – Jg. 1929 und 1946 als Jugendliche mit ihrer Familie nach Bad Frankenhausen gekommen, in ihren Erinnerungen aus diesen Jahren erzählt. Sie berichtet von einem Pfarrer (nach unseren Recherchen muß es Pfarrer Grawley gewesen sein ), der diese Fragen der jungen Leute gespürt und der sie eingeladen hat zum Konfirmandenunterricht. Er wollte ihnen mit dem Lesen in der Bibel und Gesprächen über unseren Glauben eine Orientierung geben.

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In den folgenden Jahren dann war Konfirmandenunterricht und auch die Konfirmation nicht mehr selbstverständlich. Es wurden zwar noch fast alle Kinder getauft, es kamen noch viele zur Christenlehre, doch es kamen längst nicht mehr alle zur Konfirmation. Es machte sich neben einem Geist der Gleichgültigkeit zunehmend eine immer stärker werdende staatliche Repression breit.

Auch an dieser Stelle waren darum wieder Vorbilder gefragt. Menschen, an denen Sie, liebe ehemalige Konfirmanden, sich orientieren konnten. Das waren in erster Linie Ihre Familien – die Eltern, oft auch die Großeltern und die Paten, die Sie auf Ihrem Weg in unsere christliche Gemeinde begleitet haben und die sie nun darin unterstützt haben, sich konfirmieren zu lassen. Das waren auch Ihre Pfarrer, die Ihnen die Botschaft der Bibel nahegebracht haben, mit Ihnen gebetet und gesungen haben, und die vielleicht auch manchen Streit mit den Schulen oder Schulämtern für Sie ausgefochten haben.

Das Konfirmationsjubiläum ist ein Moment der Besinnung. Auch der Möglichkeit, mir ein paar Fragen zu stellen: Was trägt mein Leben? Was hat mir bis hierher geholfen?
Ist es nicht eine große Gnade, den Gottesdienst feiern zu können in einer Kirche, in der seit 800 Jahren Menschen Gottes Wort hören, ihn mit ihren Liedern loben und im Gebet zu ihm rufen?
Heute sollen Sie, liebe Jubilare, wissen – Gott steht zu seinem Segenswort, das er Ihnen in Ihrer Taufe und zu Ihrer Konfirmation gegeben hat.

Und er ruft uns immer wieder und lädt uns ein, unsere Wege mit ihm zu gehen.
Das Vertrauen darauf soll Ihnen heute von neuem gestärkt werden durch den Segen Gottes, der Ihnen an unserem Altar dann zugesprochen wird.“

Im Gottesdienst wurde auch deren gedacht, die aus Krankheitsgründen nicht dabei sein konnten bzw. die schon verstorben sind.
Festlich gestaltet wurde der Gottesdienst durch den Posaunenchor Oldisleben unter Leitung von Kantorin Schildmann.

Am Nachmittag trafen man sich zu einer fröhlichen Kaffeetafel, wurde über das Baugeschehen an und in der Unterkirche und die Veränderungen in der Stadt informiert und tauschte sich über manche Kinder- und Jugendstreiche und die weiteren Lebenswege aus. Viele nutzen auch die Gelegenheit zu einem Treffen mit den ehemaligen Klassenkameraden.

Peter Zimmer
Bad Frankenhausen
Autor: khh

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