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Sa, 09:53 Uhr
06.06.2015

Schnellere Hilfe bei seelischen Problemen

Auf eine Psychotherapie muss man oft lange warten. Besonders schwierig ist das für Menschen mit akuten Problemen. Was viele nicht wissen: Die Wartezeit lässt sich überbrücken und mitunter verkürzen...


Der Nordthüringer Thomas K. leidet an Depressionen, seit seine Frau ihn vor einem halben Jahr verlassen hat. Nach anfänglicher Wut und Trauer über den Verlust fällt er immer tiefer in ein emotionales Loch und sucht sich schließlich Hilfe. Der 55-Jährige telefoniert zahlreiche Psychotherapeuten durch. Die Antwort ist bei allen gleich: Zurzeit ist leider kein Therapieplatz frei.

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Wie Herrn K. geht es vielen. Drei Monate müssen Patienten im Schnitt auf die Behandlung bei einem Therapeuten warten, der direkt mit der Krankenkasse abrechnen kann. So das Ergebnis einer Studie der Bundespsychotherapeutenkammer. „Für Betroffene, die dringend Hilfe brauchen, ist das zu lang“, sagt Sina Holdaway von der Erfurter Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Überbrücken lässt sich die Wartezeit durch kurzfristige Einzelgespräche. Angeboten werden diese zum Beispiel in psychologischen Notfall-Ambulanzen von Krankenhäusern oder durch Beratungsstellen der Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverbände. „Die Anlaufstellen sind vielfältig“, erklärt Patientenberaterin Holdaway. Orientierung und Unterstützung bei der richtigen Auswahl bietet neben der UPD der sogenannte Sozialpsychiatrische Dienst, der sich meist in jeder größeren Stadt findet.

„Eine Dauerlösung sind Einzelgespräche allerdings nicht“, so Holdaway. Patienten, die auf absehbare Zeit keinen Platz bei einem Kassen-Therapeuten finden, können daher noch einen anderen Weg gehen: Sie beantragen bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse, dass sie in einer Privatpraxis behandelt werden. Das ist per Gesetz möglich, wenn sich die Therapie nicht aufschieben lässt. Holdaway: „Dafür bittet man seinen Arzt um eine entsprechende Bestätigung, notiert die Absagen der Psychotherapeuten und schickt beides an die Kasse.“

Wichtig zu wissen: Bei diesem sogenannten Kostenerstattungsverfahren muss der Patient die Therapiesitzungen zunächst selbst bezahlen und bekommt das Geld später von der Versicherung zurück. „Bevor es losgeht, sollten Patienten daher eine schriftliche Zusage der Kasse haben – sonst können sie am Ende auf den Behandlungskosten sitzenbleiben“, sagt Holdaway.
Autor: red

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Kommentare
Sparer
06.06.2015, 14:16 Uhr
Sinnvoll wäre doch zu
erklären, wieso der vorgeschlagene Weg, für den im Dunkeln gefangenen Patienten, eine Erleichterung bringen soll?
Also telefonieren und Absagen protokollieren, Hausarzt aufsuchen, alles schriftlich bei der Kasse einreichen und den Bescheid abwarten. Vorher Geld vorstrecken.Ach ja und allen noch glaubhaft erläutern, dass man sich in einer akuten Krise befindet.
Aber man kann ja auch selbst damit fertig werden, was ist schon ein akuter Depressionsschub gegen Beschäftigung mit den Vorschriften und den bürokratischen Hürden.
Ich kenne mindestens zwei Beispiele, die so zum erfolgreichen Selbstmord führten, weil keine Hilfe zum richtigen Zeitpunkt verfügbar war. Die Familie ist da hilflos und hat oft keine Chance die Spirale zu unterbrechen! Also erklären Sie mir,
wieso Ihre Vorschläge für akute Fälle erfolgreich sein sollen?
ndh-85
07.06.2015, 09:48 Uhr
Nicht nachvollziehbar
Ich kann diesen Lösungsansatz überhaupt nicht nachvollziehen. Es nimmt so viel Zeit in Anspruch, diese ganzen Schritte zu durchlaufen. Da geht in einem Akutfall jede notwendige Zeit verloren, die man eigentlich schon für die Bewältigung seiner psychischen Probleme hätte nutzen können. Es ist erniedrigend als Betroffener durch die Psychotherapeuten aufgrund fehlender Terminkapazitäten abgewiesen zu werden. In einer echten Akutsituation wird man auf sich allein gestellt. Da interessiert es keinen, ob man gerade aus der Klinik entlassen wurde oder zum aktuellen Zeitpunkt sich in seiner psychologischen Verfassung hilflos fühlt.

Selbst wenn man die im Artikel beschriebenen Schritte einhalten würde, heißt das ja nicht , dass man seinem Ziel näher ist. Es gibt ja sogenannte Probesitzungen, wo der Patient für sich erst einmal die Möglichkeit hat , zu schauen, ob die Chemie zwischeneinander passt und er sich eine Zusammenarbeit mit dem Therapeuten vorstellen kann. Was nützt einem ein schneller Termin dann, wenn einem der Therapeut nicht verstehen kann und man die Aussage erhält "Ich weiß gar nicht wie ich Ihnen helfen soll". Ist alles schon vorgekommen. Ich persönlich halte diesen Lösungsvorschlag nicht sehr hilfreich.
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