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Mi, 09:00 Uhr
16.09.2015
nnz-Rundumschlag

Die Flüchtlingskrise (Teil 2)

Im ersten Teil wurden die Maßnahmen betrachtet, die bisher getroffen wurden, um Menschen von Europa fern zu halten. Im zweiten Teil unseres "Rundumschlags" zur Flüchtlingskrise soll sich mit der Situation im Nahen Osten, ihren Ursachen und Lösungsansätzen auseinandergesetzt werden...


Die Mechanismen, die den Zustrom an Neuankömmlingen über Jahre hinweg eingedämmt haben, sind am bröckeln und haben, zumindest vorübergehend, ihre Effektivität verloren. Wäre es nicht sinnvoller, die Ursachen für den Flüchtlingsstrom zu beseitigen?

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Die Politik habe versagt und man müsse doch jetzt endlich dafür sorgen, dass dieser Konflikt „da unten“ ein baldiges Ende findet, ist dieser Tage immer wieder zu hören. Die Forderung ist schön und gut, geht nur leider an der Realität vorbei. Es ist absolut notwendig eine Lösung für die Konflikte im Nahen Osten herbei zu führen, das steht außer Frage.

Als Mittel die derzeitige Situation in Europa kurzfristig zu entschärfen, taugt sie aber nicht. Selbst wenn sich die Weltgemeinschaft auf einen Lösungsweg einigen könnte, würde es Jahre dauern, bis die Effekte einsetzen.

Weltgeschichte

Die Konflikte, die auf der arabischen Halbinsel und darüber hinaus ausgetragen werden, sind der vorläufige Endpunkt einer Entwicklung die schon vor gut hundert Jahren mit dem Fall des osmanischen Reiches und der kalkulierten Grenzziehung der neuen Schutzmächte begonnen hat. Das die Grenzen im Nahen Osten so aussehen, als hätte man sie mit dem Lineal gezogen, ist kein Zufall und auch nicht der Faulheit ehemaliger Kolonialmächte geschuldet.

Die Flüchtlingskrise im historischen Kontext (Foto: Angelo Glashagel) Die Flüchtlingskrise im historischen Kontext (Foto: Angelo Glashagel)

Die eigentliche ethnische und religiöse Zusammensetzung der Region wurde von den Franzosen und Briten damals bewusst ignoriert. Man schuf Staaten, die ein bewusstes Missverhältnis in den Bevölkerungs- und Religionsgruppen aufwiesen, weil diese leichter zu kontrollieren waren, ohne das man, wie etwa in Afrika, eine klassische Kolonie hätte errichten müssen. Die Macht übertrug man der Minderheit im Lande, deren Loyalität gegenüber den europäischen Staaten dadurch sichergestellt war, dass sie für ihren Machterhalt auf die Unterstützung der Schutzmacht angewiesen waren. Die „Korrektur“ dieser Entscheidungen findet zur Zeit mit Waffengewalt und äußerster Brutalität statt.

Die Ereignisse der zurückliegenden Jahre sind in diesem Sinne historische Konsequenz. Man möge mich jetzt verbal steinigen aber der Einfluss der USA und ihrer Verbündeten wird in dieser Hinsicht überschätzt. Sicher, die Kriege und Interventionen sind die für uns Zeitgenossen die offensichtlichste und am einfachsten nachzuvollziehende Ursache für den ganzen Schlamassel. Im Grunde waren sie aber nicht viel mehr als ein Katalysator für eine Entwicklung, die uns so oder so ereilt hätte. Der arabische Frühling, der Fall der Diktatoren, die Aufstände und Bürgerkriege, all das wäre in der einen oder anderen Form ohnehin geschehen. Nur eben nicht jetzt, sondern einige Jahre, vielleicht Jahrzehnte später.

Die großen Mächte dieser Welt haben seit dem Ende des ersten Weltkrieges nie aufgehört sich im Nahen Osten einzumischen, mal offensichtlich, mal verdeckt. Und man wird nicht aufhören sich einzumischen, dafür ist die Region für die Weltwirtschaft zu wichtig. Gemeint ist damit nicht allein das Öl. Man stelle sich etwa vor, der Suez-Kanal würde nicht mehr offen stehen, weil in Ägypten Kräfte an die Macht kommen, die dem Westen ablehnend bis feindlich gegenüberstehen.

Der Arabische Frühling

Nur ist der Einfluss und das Maß an Kontrolle, das Washington und Moskau auf diese Entwicklung haben, geringer als man sich das in den Schaltzentralen der Macht wird eingestehen wollen, von Berlin, Paris und Brüssel ganz zu schweigen.

Vom arabischen Frühling wurde man überrollt. Nicht so sehr davon, das er stattgefunden hat, sondern eher von dem Ausmaß, den die Protestbewegungen angenommen haben und von der Geschwindigkeit, mit der sie sich verbreitet haben. Bei aller Einflussnahme, ob und von welcher Seite sie auch stattgefunden haben mag, war eine Kontrolle dieser Situation von außen schlicht unmöglich und die direkten Konsequenzen nicht beherrschbar.

Was diese weltgeschichtliche Episode noch alles bewirken wird, ist nicht abzusehen und dass es am Ende nur die Katastrophe bleibt, die es zur Zeit ist, ist nicht ausgemacht. Nehmen wir einen der alles überragenden Wendepunkte der europäischen Geschichte: die Franzosen haben 1789 gegen ihr „altes Regime“ aufbegehrt.

Die Folge waren Bürgerkrieg, Terror, Blutvergießen, unglaubliche Kriege auf dem gesamten Kontinent und schließlich die vorläufige Rückkehr der alten Mächte.

Gut 200 Jahre später leben die Franzosen in der 5. Republik und es gibt Historiker, die werden einem sagen, dass der Endpunkt dieser Entwicklung immer noch nicht erreicht ist. Historische Vergleiche hinken immer ein wenig weil die Grundvoraussetzungen andere sind. Lässt man aber zumindest den groben Vergleich zu, dann besteht für den Nahen Osten durchaus noch Hoffnung. In historischen Zeiträumen.

Eine unmögliche Aufgabe

Was nicht bedeutet, dass die Politik nichts tun kann oder soll um die aktuelle Entwicklung in „unserem“ Sinne zu beeinflussen. Es bedeutet lediglich, dass es noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern kann, bis im Nahen Osten Ruhe einkehrt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es erst schlimmer wird, bevor es besser werden kann ist groß. Nach den Taliban kam Al Qaeda, jetzt der IS und wenn es gelingt den IS zu zerschlagen werden sich andere Gruppen bilden, die dann die neuen Grenzziehungen forcieren.

Die USA sind nach ihren militärische Abenteuern im Irak und in Afghanistan nicht mehr willens, sich in das Schlangennest Naher Osten zu setzen und bleiben in der Luft. Die Regionalmächte Saudi-Arabien und Iran verfolgen ihre eigenen Interessen und heizen den Konflikt eher weiter an, als das sie ihn deeskalieren könnten oder wollten. Zumal beide Regime nicht über alle Maßen fest im Sattel sitzen und eine Kursänderung die radikalen Kräfte im eigenen Land weiter stärken könnte was den nächsten Krisenherd zur Folge hätte.

Man gebe der Gemengelage noch die Türkei und Israel hinzu, füge die gegenteiligen Interessen der Russen, Amerikaner und Europäer mitsamt ihrer Bündnispolitik bei und vergesse auch nicht die Interessen kleinerer lokaler Gruppen und Stämme. Kriege zu beginnen ist einfach, sie zu beenden ist sehr schwer. Ein Schuss, eine Bombe kann reichen, um Friedensbemühungen platzen zu lassen. Deswegen müsste der Wille zum Frieden bei allen Beteiligten vorhanden sein und das ist nicht erkennbar. Es ist nicht damit getan, dass Assad geht oder der IS verschwindet. Syrien und der Irak sind in dem ganzen Debakel nur die momentane Hauptaustragungsorte der grundlegenderen Konflikte und Hegemonialbestrebungen. An diesem Umstand wird auch eine Bundesregierung nicht viel ändern können. Die EU hätte mehr Gewicht, wenn sie mit einer Stimme sprechen könnte, die ist aber in ihren eigenen Querelen verfangen.

Afrika

Mit dem Fokus auf Syrien wird gerne vergessen das sich auch die Situation in Afrika weiter verschlechtert hat. Der Fall des libyschen Diktators Gaddafis hat nicht nur Libyen selbst in ein Katastrophengebiet verwandelt, sondern auch eine enorme Menge an billigen Waffen in die Subsahara gespült. Die Auswirkungen, die das schon jetzt hat, Stichwort Mali, und noch haben wird, bekommen wir bisher nur bedingt zu spüren.

Und das sind nur die kriegerischen Konflikte. Um die Wurzel des Problems zu packen müsste man nicht nur den Nahen Osten befrieden sondern auch die wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen in vielen afrikanischen Ländern verbessern. Das würde zum Beispiel bedeuten die Subventionen für deutsche, französische und auch amerikanische Landwirte einzustampfen oder die schwimmenden Fischfabriken des Westens von den Küsten des Kontinents abzuziehen.

Man müsste, und jetzt sollte sich manch einer fest halten, wahrscheinlich weitere Schuldenschnitte in Betracht ziehen. Man müsste anfangen, Entwicklungshilfe nicht nur als verlängerten Arm des Wirtschaftsministeriums zu begreifen. Und dem spekulativen Landerwerb Einhalt gebieten, worüber man sich unter anderen auch mit den Chinesen einig werden müsste. Kurz: die Politik der großen Mächte müsste es gemeinsam und in Einklang schaffen, das bisherige Wirtschaftssystem auf den Kopf zu stellen. Gegen den Widerstand mächtiger Lobbygruppen und der Kapitalmärkte. Wie wahrscheinlich es ist, das dass geschehen wird, möge jeder selbst entscheiden.

Die Forderung an die Politik, etwas gegen die Ursachen der Flüchtlingsströme zu unternehmen ist gut und richtig. Sie verlangt aber ein Maß an Einigkeit und Kooperation auf internationaler Ebene, das bisher nicht gegeben ist. Die Einigkeit herrscht noch nicht einmal auf europäischer Ebene. Solange jeder nur sich selbst der nächste ist, wird sich gar nichts ändern. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Flüchtlingsstrom nicht sobald versiegen wird. Das beste, auf das man zur Zeit hoffen kann, ist das die Konflikte nicht noch weiter um sich greifen.

Hier endet der zweite Teil unserer Betrachtung zur Flüchtlingsproblematik. Im dritten Teil sollen daraus mögliche Konsequenzen abgeleitet werden.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Leser X
16.09.2015, 09:34 Uhr
Nicht überzeugt
Sorry, aber mich überzeugt das nicht wirklich. Vieles ist interessant und sicher auch richtig.

Aber hier wird gleichzeitig wortreich der Versuch unternommen, die kriminelle Rolle der USA und seiner Vasallen herunterzuspielen.
I.H.
16.09.2015, 10:22 Uhr
Warten hat sich gelohnt
Eine sehr realistischste Analyse der Verhältnisse im nahen Osten. Nach meiner Einschätzung ist die gesamte Region ein einziges Pulverfass. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach den Diktatoren auch die autokratischen Monarchien der Region zusammen brechen ist immens hoch. Dies wird zu noch mehr Gewalt und noch mehr Flucht führen.

Unser Einfluss darauf geht tatsächlich gegen null. Allein die Verifizierung wer dort unten gegen wen kämpf ist bei dutzenden Konfliktparteien und täglich wechselnden Bündnissen nahezu unmöglich. Die jahrzehntelange Vernachlässigung unserer außenpolitischen Mittel trägt ihr Übriges zu unserer Hilflosigkeit bei. Unsere Armee zum Beispiel ist doch noch nicht einmal mehr dazu in der Lage, humanitäre Einsätze in Krisengebieten zu leisten.

Wir leben schon Jahrzehnte lang in einem Wolkenkuckucksheim. Bei aller berechtigten Kritik an der ungleichen Verteilung des Wohlstandes leben wir trotzdem in einem der reichsten und sichersten Länder dieser Erde und werden deshalb immer primäres Ziel von Flüchtlingsströmen sein.
Icke82ndh
16.09.2015, 11:05 Uhr
Diktator und Tyrann Gaddafi
Was der Diktator und Tyrann Gaddafi seinem Volk alles antat, wird jetzt täglich Stück für Stück bekannt. Hier eine Aufzählung seiner Grausamkeiten unter denen die Libyer 4 Jahrzehnte leiden mussten.

1.) Es gab keine Stromrechnung in Libyen. Strom war kostenlos für alle Bürger.

2.) Es gab keine Zinsen auf Kredite. Die staatlichen Banken vergaben Darlehen an alle Bürger zu null Prozent Zinsen per Gesetz.

3.) Ein Heim/Zuhause zu haben galt als ein Menschenrecht in Libyen.

4.) Alle Frischvermählten in Libyen erhielten 50.000 US-Dollar. Dieses Geld sollte den Menschen ermöglichen ihre erste Wohnung zu kaufen. Die Regierung wollte so zum Start einer Familie beitragen.

5.) Bildung und medizinische Behandlungen waren frei in Libyen. Bevor Gaddafi an die Macht kam konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen. Heute liegt die Zahl bei 83 Prozent.

6.) Wollten Libyer in der Landwirtschaft Karriere machen, erhielten sie Ackerland, eine Bauernhaus, Geräte, Saatgut und Vieh als Schnellstart für ihre Farmen und das alles kostenlos

7.) Wenn Libyer keine Ausbildung oder medizinische Einrichtungen finden konnten die sie benötigten, hatten sie die Möglichkeit mit der Hilfe staatliche Gelder ins Ausland zu gehen. Sie bekamen 2.300 USD im Monat für Unterkunft und Auto gezahlt.

8.) Wenn ein Libyer ein Auto kaufte, subventionierte die Regierung 50 Prozent des Preises.

9.) Der Preis für Benzin in Libyen war 0,14 $ (12 Rappen oder ca. 0,10 Euro) pro Liter.

10.) Wenn ein Libyer keine Arbeit bekam nach dem Studium, zahlte der Staat das durchschnittliche Gehalt des Berufs in dem er eine Arbeit suchte, bis eine fachlich adäquate Beschäftigung gefunden wurde.

11.) Libyen hat keine Auslandsschulden und ihre Reserven in Höhe von 150.000.000.000 $ sind jetzt weltweit eingefroren und wohl für immer verloren.

12.) Ein Teil jeden libyschen Öl-Verkaufs wurde direkt auf
die Konten aller libyschen Bürger gutgeschrieben.

13.) Mütter die ein Kind gebaren erhielten 5.000 US-Dollar.

14.) 25 Prozent der Libyer haben einen Hochschulabschluss.

15.) Gaddafi startete Das “Great-Man-Made-River-Projekt” (GMMRP oder GMMR, dt. Großer menschengemachter Fluss-Projekt) in Libyen Es ist das weltweit größte Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.

Gott sei Dank haben Nato und Rebellen das libysche Volk davon befreit.
henry12
16.09.2015, 11:18 Uhr
"Unser Einfluss darauf geht tatsächlich gegen null." ???
Da lacht das Brathuhn. Wo haben denn die sog. Revolutionen in der Region ihre Wurzeln? Aber nicht im Willen einer nach Freiheit strebenden Mehrheit. Das waren vor allem von den
USA gesteuerte und finanzierte Putsche.
I.H.
16.09.2015, 11:36 Uhr
Schon bei Obama angerufen?
Da lacht das Brathuhn und sämtliche Hühner tatsächlich @henry12. Soviel Einfluss ist bemerkenswert. Dann rufen Sie einflussreicher Geschichtenerzähler doch mal ganz schnell bei Obama und dem IS Chef an und befehlen ihnen eine Feuerpause. Vielleicht lachen die beiden sich ja tot und alles wird gut.
Wolfi65
16.09.2015, 12:09 Uhr
@Icke82ndh
Kann Ihnen nur zustimmen!
Mir ist noch ein Satz von Gaddafi bekannt, in dem er sagte: "Wenn ich nicht mehr da bin, dann wird Europa schwarz".
Und so wird es wohl kommen, vor lauter Willkommenskultur in complete Gemany.

Und ich möchte die anderen Kommentatoren bitten nicht so oft den Namen des amerikanischen Präsidenten zu rufen, denn wenn man ihn dreimal hintereinander ruft, ist er bei vierten mal da, um seinen stationierten Soldaten in Deutschland mit seinen Truppen zur Hilfe zu eilen.

Also Verbündete ja, bloß nicht das ganz Jahr auf dem Halse haben, denn freundliche Gäste fahren auch irgendwann wieder nach Hause.
arixtra
16.09.2015, 13:00 Uhr
..das ist ja hochinteressant..
""Man schuf Staaten, die ein bewusstes Missverhältnis in den Bevölkerungs- und Religionsgruppen aufwiesen, weil diese leichter zu kontrollieren waren""

na? kommt ihr drauf was hier in deutschland/europa der plan ist?
Eckenblitz
16.09.2015, 15:01 Uhr
Einfluss
ja ich denke auch der einfluss der deutschen in krisengebieten ist sehr gering. der amerikaner gibt sich als weltpolizei und wir machen das was der amerikaner verlangt, schließlich sind wir immer noch Besatzungsgebiet, oder?
wir liefern waffen in kriesegebiete und wundern uns dann auch noch wenn alles vorm baum läuft. Wichtig ist anscheinend nur, dass wir durch die waffenlieferungen arbeitsplätze schaffen, oder?
im klartext könnte man sagen wir schaffen arbeitsplätze über tote hinweg, oder? ist das nicht absurd?
Peppone
16.09.2015, 15:55 Uhr
Eine sehr objektive Betrachtung
der Ursachen und der Situation Herr Glashagel. Und sehr interessante Lösungsansätze. Ich denke Sie haben recht, es wird lange Zeit brauchen die Lage dort zu stabilisieren. Es lässt sich nicht mit solch einfachen wie falschen Floskeln ala "guter Russe - böser Ami", "deutsche Waffen zerstören die Welt", "IS ein Produkt des Westens" ...erklären und schon gar nicht lösen.
Real Human
16.09.2015, 16:01 Uhr
Ratlosigkeit und teils trollige Kommentare
Mit seinem „Rundumschlag“ reicht Herr Glashagel durchaus an das Niveau von Kommentarkolummnen großer Tageszeitungen heran. Ich hoffe, er bleibt der kleinen nnz noch eine Zeit lang erhalten :-) Na ja, die Luft da ganz oben soll ja immer dünner werden. Dass die weltpolitische Betrachtung vielleicht wieder etwas zu „wortreich“ geraten ist, hat auch Vorteile.

Klar, dass jemand, der eine qualifizierte und differenzierte Meinung äußert, auch gleich ein paar Bluthunde an seine Fersen bekommt. Aber das ist leider in fast allen Internetforen so. In Heises Telepolis nennt sich einer auch gleich „Der Terrier“.

Die Rolle der USA in der Welt ist sicher alles andere als rühmlich. Ich erinnere nur an 9/11-1973 (statt 9/11-2001). Vergessen wird von den Amerikahassern allerdings, dass ohne die USA der erste und zweite Weltkrieg wohl etwas anders verlaufen wären und „henry12“, „Icke82ndh“ sowie Andere jetzt vielleicht den „Nordhäuser Volksbeobachter“ austragen müssten. Ich habe mal eine interessante Alternativweltgeschichte gelesen: DAS REICH ARTAM von Volkmar Weiss – wirklich lesenswert, aber bitte dabei nur nachdenklich und nicht gleich andächtig werden!

Speziell zu „Icke82ndh“: Ja, man kann die „wohlwollenden“ Diktatoren auch gewähren lassen.

„Ob es so oder so oder anders kommt
so wie es kommt
so ist es recht.
Es kommt sowieso nie so
wie man es gerne möcht'.“

Eine solche Stimmung gab es auch in den USA – bis Pearl Harbor! Wir erleben gerade etwas Ähnliches. Zum Glück kommen 99,99 Prozent der Flüchtlinge sicher ohne Schusswaffen und Sprengstoff zu uns!

Man kann, wie es die USA (mega-dillettantisch) im Irak versucht haben, durchaus Nation-building betreiben, muss aber dafür nach der militärischen Besetzung des umzuformenden Landes sehr viel Geld ausgeben und sich Sympathien bei einer möglichst großen Mehrheit erarbeiten. Ich will versuchen einige wesentliche Gründe für den Erfolg der Westmächte nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland aufzuzählen:

• Hitlerdeutschland war nicht nur militärisch total besiegt, sondern auch moralisch völlig am Boden.(Der IS stützt sich moralisch aber auf eine Transzendenz versprechende Heilslehre, die viel universeller und mächtiger ist als Hitlers „Mein Kampf“!)

• Deutschland stand und steht den USA kulturell sehr viel näher als die Staaten des Nahen Ostens.

• Der Marshallplan führte zu einem schnellen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Gegensatz dazu standen die Demontagen in der SBZ. Ein schlechtes Beispiel macht die besten Absichten zunichte. (Sowjetunion in SBZ, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn / USA im Irak)

• Die Westalliierten bemühten sich intensiv um die Sympathie der alten Eliten. (Was ich MORALISCH verurteile, aber sonst teuflisch genial finde!) Die Sowjetunion tat in der SBZ und der „DDR“ fast das Gegenteil (Ausnahmen bestätigen die Regel.).
Wer aber die „Eliten“ auf seine Seite ziehen kann, bekommt den „doofen Rest“ des Volkes als Gratiszugabe! (Nebenbei: Bei Abschiebung in den Westen war „DDR“ die Abkürzung für „Der Doofe Rest“)
Die USA begingen im Irak den Fehler, sich die Eliten der Baath-Partei zum Feind zu machen.

• Den westlichen Massenmedien gelang es auf geniale Weise, niedere Konsuminstinkte in Westdeutschland gegen einen doktrinären Altruismus in der „DDR“ zu setzen und naturgemäße Pannen der Planwirtschaft groß herauszustellen. (Interessant aber zu weit führend wäre es herauszufinden, warum dieses Konzept bis jetzt nicht auch bei dem wirtschaftlich am Boden liegenden iranischen Mullah-Regime gegriffen hat.)

(Ende der Aufzählung)

@ „Wolfi65“: Ein teuflisch guter Kommentar, insbesondere das Gaddafi-Zitat betreffend. Ansonsten könnten wir aber bald gezwungen werden, uns zwischen zwei „Freunden“ zu entscheiden. (Denn Europa macht gerade Harakiri.)

Vielleicht kein ganz so abwegiger Gedanke: Deutschland wird Atommacht und damit wirklich souverän? Nö! Besser ist, die freien Hubots übernehmen möglichst bald das WWW! Raymond (K.) beeil Dich! ;–)

@ Annett W. Danke für die "Beruhigung", aber wir leben im 21. Jahrhundert. Deshalb sollte mensch sich mal auf https://www.youtube.com/watch?v=rjN6FhdY3do die Bedrohung mit dem Rang 1 (etwa bei 42:30) ansehen!

Respekt auch für den Kommentar von @ „nussbaum“ vom 16.09.2015, 08.41 Uhr!
othello
16.09.2015, 16:21 Uhr
Ergänzung und Kritik
Angelo Glashagel erklärt uns die Welt. Deshalb bin ich auch bereit, dazu einige Anmerkungen zu machen.

Sie erwähnen in dem Artikel nur einmal die USA, mit ihren militärischen Abenteuern im Irak und Afghanistan, welches gelinde gesagt, eine Verharmlosung der Rolle der USA und seiner Handlanger ist. Dieses Desaster ist eine der Ursachen für die Destabilisierung der gesamten Region. Diese Heuchler im Namen der Demokratie verfolgten doch nur machtpolitische und wirtschaftliche Interessen.

In Person eines J.W. Bush, der auch noch Gott ins Spiel brachte, erreichte diese Perversion einen Höhepunkt. Mit der Destabilisierung der Machtstrukturen in Nordafrika, vor allem der Verteuflung der Diktaturen im Irak, Libyen, Syrien, Ägypten, Tunesien, damit verbunden der logistische und ideologische Krieg unter dem Deckmantel der Demokratisierung hatten nur ein Ziel, nämlich den machtpolitischen Einfluss zu erhöhen und den wirtschaftlichen Zugang der Konzerne auf die Rohstoffe und Märkte zu ermöglichen. Diesem Streben standen diese Diktaturen im Weg.

Die Geschichte hat gezeigt, dass es pure Heuchelei ist, wenn die USA behaupten, sich für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen. In Zeiten des kalten Krieges bis zum Zusammenbruch des „ Sozialistischen Lagers „ waren es gerade die USA im Kampf gegen den Kommunismus, die jede Diktatur unterstützten und etablierten, die den Antikommunismus auf ihre Fahnen schrieb. Menschenleben, Menschenrechte wurden mit Füssen getreten, so lange es den USA beliebten und so ihren Konzernen den Zugang zu den Ressourcen dieser Länder ermöglichten. Die USA hatte Erfolg mit dieser Politik und setzte sie in diesem Sinne in den nächsten Jahrzehnten fort, wie zum Beispiel in Süd-und Mittelamerika, so auch in Nordafrika und den Arabischen Ländern.

Mit dem Motto, der Erfolg heiligt die Mittel, sind sie nun in der arabischen Welt und Nordafrika kläglich gescheitert und ihr Einfluss ist nun tatsächlich gering. Ein Obama kann es tatsächlich nicht mehr richten. Mit dieser Politik wurde die Pandora aus der Flasche gelassen, die bedeutet auch Religionskriege mit Machtpolitischen und wirtschaftlichen Aspekten, auf den die christlich geprägten Länder kaum noch Einfluss haben werden.

Deshalb bin ich der Meinung, dass sich Europa zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus diesem Konflikt heraushalten sollte, weil völlig unklar ist, wen man denn unter den kriegsführenden Parteien unterstützen soll. Es gibt hier kein gut und böse mehr und ich befürchte, dass es nur noch böse gibt, die an keinen Verhandlungstisch zu bringen sind. Eine Möglichkeit gibt es noch, nämlich ein totales Waffenembargo gegen alle kriegsführenden Parteien. Doch dieses ist wahrscheinlich eine Illusion.

Herr Glashagel ! In ihrem Beitrag haben sie nicht einmal das Wort Religion erwähnt. Sie suggerieren damit, dass dieser Aspekt überhaupt keine Rolle spielt. Warum ? Gerade bei den weiter anhaltenden Flüchtlingsströmen mit den unterschiedlichen Religionshintergründen könnten auch bei uns Konflikte entstehen, die erheblichen Einfluss auf unser gesellschaftliches Gefüge haben werden. In leichten Ansätzen sind diese Konflikte schon jetzt in Flüchtlingsunterkünften nicht zu übersehen.

Herr Glashagel ! Ich hoffe, Sie nehmen meinen Beitrag zur Diskussion entgegen und gehen auch in ihrem nächsten Artikel darauf ein.
Ickarus
16.09.2015, 20:06 Uhr
Kritik und Ergänzung
@othello, Ihren Ergänzungen sowie Ihrer Kritik kann man unter diesem Artikel nichts weiter hinzufügen! Diesbezüglich vertrete ich Ihren Anmerkungen voll und ganz!
Bodo Schwarzberg
16.09.2015, 22:00 Uhr
A. Glashagel: Westen nicht freisprechen
Der Autor schreibt sinng., er halte die kurzfristige Kontrolle der die Flüchtlingsströme auslösenden Konflikte durch die USA bzw. den Westen für kaum möglich: Das stimmt wohl leider: Nur werden in diesem Teil von Glashagels Wortmeldung zum einen die Ursachen für diesen Kontrollverlust kaum erwähnt: Die unmenschlichen und durchaus die Region stabilisierenden Diktatoren Iraks, Libyens und Syriens wurden bzw. werden von den USA und Verbündeten unter Feuer genommen bzw. deren Vergehen zumindest militärisch unterstützt. Die billigen Waffen in den Länder Afrikas, von denen er schreibt, stammen vornehmlich aus westlichen Ländern, deren Konzerne sich an ihnen und den mit ihnen ausgetragenen Konflikten eine goldene Nase verdienen.

Der Westen hat demnach versucht, "Kontrolle" auszuüben. Dass er sie nun nicht mehr hat, ist Ausdruck des Abenteuertums seiner KontrollVERSUCHE. Dass der Arabische Frühling und die mit ihm einhergehende Instabilität seine Ursache auch mit in der Beeinflussung durch die "freiheitliche" westliche Gesellschaft mit all ihren Verlockungen hat (Stichwort: Medien) steht außer Frage. Das hat ja schon in der DDR funktioniert. Auch hier trägt der Westen eine große Verantwortung bzw. Schuld. In diesem Sinne dürften viele Flüchtlinge Wirtschaftsflüchtlinge sein, auch jene aus Ost- und Südosteuropa.

Die Wurzeln des IS liegen entscheidend in der von Deutschland nicht verurteilten und auf Lügen basierenden Irak- Aggression der USA und der Briten begründet. Ihr Anführer Bagdadi wurde in US-Haft radikalisiert. Auch dies steht zumindest nicht in diesem Teil des Textes. Besonders missfällt mir eine möglicherweise hörbare "Fastfreisprechung" des Westens bei der Lösung des Flüchtlingsproblems: Die Wirkung von Gegenmaßnahmen sei, wenn überhaupt nicht kurzfristig effektiv. Solche Einschätzungen führen meist zum Fehlen wirksamen Engagements: NUR LANGFRISTIGES Engagement aber, z.B. gezielte und viel stärkere Entwicklungshilfe statt Rüstungsexporte, kann die Probleme lösen. Das trifft auch auf den Klimawandel zu.

Gerade die von Glashagel beschriebene Haltung ist es, die
die Menschheit in den Ruin stürzt. Wenn das, was ich heute tue, erst in zwei Jahrzehnten wirkt, ist das den meisten viel zu weit weg. Diese Haltung wird aber leider auch viel zu sehr von den Medien befeuert. Und so geschieht nichts und unsere Politiker fühlen sich von Ereignissen, wie den Flüchtlingsströmen, hilflos überrollt.
I.H.
17.09.2015, 07:30 Uhr
Fehlen nur noch die Indianer
Da sind sie endlich, die erhobenen Zeigefinger und Oberlehrer, die selbst den Inhalt von Kolumnen anderer bestimmen wollen. Nur, im Gegensatz zu A. Glashagel haben sie nicht einen einzigen Lösungsansatz für die Probleme im nahen Osten.

Ihr krankhafter auf Unwahrheiten basierender Antiamerikanismus (Nordafrika und der nahe Osten stecken voll russischer Waffen und nicht Waffen des Westens) hat den Nährwert von Baumwolle. Die USA werden langfristig weiterhin die Hegemonialmacht auf dieser Welt bleiben, deshalb sind Lösungen ohne sie oder gar gegen sie naiver Nonsens.

Dicke Pullover, Bastschuhe, der Klimawandel und Putintreue werden den nahen Osten leider auch nicht befrieden. Genauso wenig werden Grundsatzdiskussionen über Religionen weiter helfen. Das alles interessiert die kriegsführenden Parteien im nahen Osten einen feuchten Dreck.
Leser X
17.09.2015, 09:57 Uhr
täuschen Sie sich nicht...
... bezüglich der Rolle der USA. Das ist ein verwesender Kolloß auf tönernen Füßen, der sich - noch - auf Kosten der Weltgemeinschaft durchfrißt. Das wird die Welt sich nicht ewig bieten lassen.

Und was heißt hier Antiamerikanismus? Nennen wir es Friedensliebe. Die kann nun mal nicht einhergehen damit, dass man dieses unzivilisierte Land - oder genauer: dessen kriminellen Monarchen - mag. Entweder ist man für den Frieden oder für Amerika. Beides zusammen passt nun mal nicht...
Peppone
17.09.2015, 10:39 Uhr
Glaubt wer an Reinkarnation?
Ich für meinen Teil glaube nicht an Reinkarnation. Deshalb werde ich den seit 70 Jahren von Agitproplern vorhergesagten Zusammenbruch der USA wohl nicht mehr erleben. Vermutlich werde ich noch nicht einmal den noch viel öfter wunschprophezeiten Zusammenbruch der "verwesenden" BRD erleben. Den möchte ich auch nicht erleben. Auf "Friedensliebe" von der Art ideologische Denksperre kann ich auch verzichten.
Anna Lüst
17.09.2015, 11:26 Uhr
Staatsbürgerkunde...
...Klasse 8, da passt Ihr 0815 - Feindbild prima rein, @ Leser X,
sogar das Vokabular könnte dem entnommen sein. Sie sollten unbedingt noch auf die historische Mission der Arbeiterklasse und die Errichtung der Diktatur des Proletariats eingehen.
Leser X
17.09.2015, 11:38 Uhr
Anna, das könnte ich wohl...
... aber damit würde ich Sie gewiss überfordern:::)))
Anna Lüst
17.09.2015, 12:18 Uhr
2 mal Konjunktiv,
Leser X, das ist doch viel zu schwammig. Sie kommen mir vor wie ein kleines Kind, dem man das Spielzeug weggenommen hat. Deshalb noch mal hier in aller Deutlichkeit:
Bringen Sie klare und prägnante Fakten und nicht so eine inhaltslose Polemik. Und noch eines:
Lesen Sie meinen Nicknamen aufmerksam und seien Sie sich dessen bewusst:
SIE HABEN MIR NICHTS VORAUS!
Und glauben Sie mir:
SIE können mich keinesfalls überfordern.
Johann George
17.09.2015, 12:19 Uhr
Der Unterschied...
...bei den Kommentaren pro und contra U.S.A. hier im Forum ist der, dass die Amerikakritiker Argumente vorbringen, während die Russlandhasser einfach geifern, difarmieren und hetzen.
Wer nicht begreift, welche kriminelle Rolle die US-Regierung und ihre Thinktanks momentan spielen, der sollte sich vielleicht verbal etwas Zurückhaltung auferlegen.
Bierchen
17.09.2015, 12:28 Uhr
Also LeserX.....
Was erlauben LeserX??
Sollen sein dankbar für Amerika!! Amerika ist wunderbar!! Sehen Sie denn nicht wie schön jetzt Demokratie in Lybien, Irak, Afganistan und bald auch in Syrien!! Warum nur wollen Leute von dort nicht mehr in ihren schick zerbomten Häusern sitzen?? Auch undankbares Pack.....

Machen alle Augen auf....Amerika ist wunderbar....
Können auch hören Rammstein-Lied: Amerika!!
Leser X
17.09.2015, 12:46 Uhr
Liebe Anna,
nun seien Sie noch nicht gleich beleidigt.

Gern würde ich ja noch mit Ihnen ins Detail gehen. Aber ich fürchte, in politischen Dingen sind Sie - sagen wir mal: beratungsresistent...
othello
17.09.2015, 14:15 Uhr
Religionsdiskussion überflüssig Brathuhn - ..?
Brathuhn-Therapeut ! Da ich mich in ihrem letzten Kommentar bezüglich Oberlehrer zu Teilen auch angesprochen fühle, sind einige klärende Worte von Nöten.
Grundsätzlich finde ich den Artikel des Herrn Glashagel gut, auch bezogen auf einige Lösungsvorschläge. Deshalb liegt es mir auch fern, den Inhalt seiner Artikel zu bestimmen.
Genau wie Sie selbst, habe ich nur einige ergänzende, aus meiner Sicht wichtige Anmerkungen gemacht, welche auf historischen Fakten beruhen. Diese Anmerkungen/Ergänzungen sollten nicht als Kritik an Herrn Glashagel verstanden werden,
Es stimmt, wenn Sie sagen, dass ohne die USA als Hegemonialmacht die Probleme im Nahen Osten nicht gelöst werden können und es stimmt auch, dass Waffen nicht nur westlicher Produktion in diesen Kriegen verwendet werden und das in diesem Fall auch Russland eine entscheidende Rolle im negativen Sinne zukommt.Sie Herr @ Brathuhn-Therapeut beziehen Ihre Kritik an meinem Beitrag aber sicher auf meinen Hinweis auf die Rolle der Religionen, die von Herrn Glashagel nicht erwähnt wurden. Ich möchte Herrn Glashagel auch nicht vorschreiben, was er zu schreiben hat. Zur geschichtlichen Wahrheit und zur Darstellung der gegenwärtigen Situation gehört aber auch, dass auf die Rolle der unterschiedlichen Religionen hingewiesen wird, die ein Teil der Probleme sind. Nicht mehr und nicht weniger kann man erwarten. Irre ich mich, wenn im Nahen Osten Schiiten gegen Sunniten und radikale Islamisten gegeneinander kämpfen, um nur einige Beispiele zu nennen. Werden in diesen Ländern nicht Andersgläubige oder Ungläubige verfolgt und ausgegrenzt ? Diese Beispiele könnte man auch auf weitere Regionen in der Welt beliebig fortsetzen. Dieses gehört zur geschichtlichen Wahrheit und zur Darstellung der Welt.
Es stimmt, dass Grundsatzdiskussionen über Religionen in diesem Konflikt nicht weiter helfen und es die kriegsführenden Parteien im nahen Osten einen feuchten Dreck interessiert.
Diskussionen über den Einfluss der Religionen auf Personengruppen und religiös ambitionierte Regierungen sind gerade in der heutigen Situation bezogen auf Europa und auch die innenpolitischen Probleme kein „ feuchter Dreck „. Waren und sind vielleicht Probleme mit dem Islam und die Diskussionen in unserer Gesellschaft über diese Probleme „ feuchter Dreck“ ?
Sind Länder, die sich auf ihr Christentum berufen und aus diesem Grund die Aufnahme von Muslimen verweigern, kein Problem ? Glauben sie wirklich, dass es in Zukunft in Deutschland bei der Masse der Einwanderung von Muslimen aller individuell unterschiedlichen Religionsauffassungen keine Probleme und Diskussionen über Religionen geben wird ?
Es wird Spannungen geben, innerhalb der Muslimgemeinschaft und auch innerhalb der deutschen Gesellschaft über diese zu erwartenden Probleme. Nur mit Diskussionen und Lösungsvorschlägen sollte man diese Probleme angehen. Diese Problembewältigung darf man nicht dem rechten Rand überlassen, denn dann wird es tatsächlich gefährlich.
Wenn ich höre, welche Vorschläge von Frau Käßmann und dem christlichen Innenminister Deutschlands zum Problem der vielen einwandernden Muslime vorbringen, dann kann mir nur Angst und Bange werden. Beide schlugen vor, dass doch mehr Menschen in die Kirchen eintreten sollten ! Da verschlägt es sogar mir die Sprache.
Herr Taft
17.09.2015, 15:07 Uhr
@othello sovielr Probleme
11 mal (wenn ich mich nicht verzählt habe) verwenden Sie in Ihrem Post das Wort "Problem". Wissen Sie wann ein Problem zu einer Herausforderung wird ? In dem Moment in dem man aufhört alles schwarz und negativ zu sehen.

Ich bin überzeugt, dass die gegenwärtige Flüchtlingsflut langfristig nicht zu mehr Schwierigkeiten führt. Im Gegenteil ! Ich hoffe, dass es der gemeine, spießige Deutsche endlich schafft sein kleinkariertes Denken endlich aufzugeben. Diese Menschen bereichern uns durch neue Denkweisen, viel viel emotionaler als wir es kennen. Es wäre doch toll, wenn das momentane Bild Deutschlands in der Welt - als offen, modern und tolerant gelten wir - erhalten bliebe . Wenn das verstaubte Deutschtum endlich mal ein bisschen bunter und fröhlicher wird. Diese Menschen werden einen Beitrag dazu leisten.

Ein Problem ist so lange ein Problem wie man versucht dagegen vorzugehen....und genau das funktioniert hier nicht.
Real Human
17.09.2015, 15:18 Uhr
Danke „othello“!
Religionen sind sich ein wichtiger Teil der gegenwärtigen Probleme. Ich habe im Moment leider keine Zeit, darauf näher einzugehen.

Religionen würde ich knapp mit einem Medikament vergleichen, das meist schwere Nebenwirkungen hat. Oft übersteigen die Nebenwirkungen die gewünschten(???) Wirkungen beträchtlich. Besonders deutlich wird dies schon in den Büchern Mose. Schon die Wurzeln sind also auch von beträchtlicher Giftwirkung; und sie wirken bis ins Atomzeitalter!

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
I.H.
17.09.2015, 15:36 Uhr
Zu hoch aufgehangen
In allen Religionskriegen spielten immer sehr weltliche Ziele die tragende Rolle. Es ging immer um Land, Besitz, Einfluss... Die Religion war immer nur der Aufhänger.
ndhkg
17.09.2015, 15:56 Uhr
Liebe Gutmenschen
Glaubt Ihr tatsächlich das hier in Europa mit der Flüchtlingswelle nur Menschen landen die hier nur ihr Heil vor den grausamen Kriegen suchen?
Es kommen auch Dschihadisten die gesagt haben wir bringen den Krieg nach Europa!!
Diese völlig außer Kontrolle geratene Völkerwanderung bringt uns auch etwas was hier keiner haben möchte.
Auf "diese" Bereicherung für unsere Gesellschaft kann ich gut verzichten. Mir wird Angst und Bange wie naiv hier einige dieses Problem verdrängen und schön reden.

Wenn dem ersten deutschen der Kopf abgeschnitten wird, möchte ich die Kommentare derer hören die uns die Suppe eingebrockt haben. Dann will es keiner gewesen sein.......
Flüchtlinge die hier Schutz vor Krieg und Gewalt suchen sind auch mir willkommen, aber bitteschön liebe Gutmenschen haltet es wie mein Physiklehrer, der sagte vor jeder Aufgabenstellung immer : " Vor Inbetriebnahme des Mundwerks Gehirn einschalten" . Dies erwarte ich auch von den unseren Politikern. Ansonsten endet die Wahl 2017 in einem Desaster.
Real Human
17.09.2015, 16:38 Uhr
Nein, „Brathuhn-Therapeut“!
Schon wenn Sie sich mit der Geschichte des Islams beschäftigen (dazu gab es interessante Dokumentationen auf arte oder 3sat), werden Sie feststellen, dass Religion und Politik schon in ihren Anfängen fast untrennbar miteinander verwoben waren. Mohammed war Religionsstifter und Politiker in einer Person. Das wird Ihnen jeder gebildete Muslim bestätigen können!

Heute streitet man sich um die Auslegung alter „Weisheiten“ und achtet sorgfältig darauf, dass ja keine neue konkurrenzfähige Religion entsteht. Was war Moses im Alten Testament? Priester und (Macht-) Politiker gab es mindestens bis ins Europäische Mittelalter immer auch in Personalunion. Bischöfe und Päpste führten blutige Kriege. Wer regiert heute wirklich im Iran?
othello
17.09.2015, 16:43 Uhr
@Nussbaums schöne Welt !
@ Nussbaum. Ein wenig mehr Vernunft hätte ich Ihnen schon zugetraut !
Zu Ihrer Information möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich dafür bin, dass die Flüchtlinge hier aufgenommen werden, dass ich auch der Meinung bin, diese können eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sein und auch wichtig sind, für unsere wirtschaftliche Entwicklung. Es sind Menschen, die unsere Hilfe brauchen und auch bekommen sollen, selbst wenn es für uns Deutsche vorübergehend auch Einschränkungen geben wird und einen finanziellen Kraftakt bedeuten wird.

Sie blenden in ihrer Blauäugigkeit aber aus, dass es bei Teilen dieser Flüchtlinge auch Personengruppen geben wird, mit deren Integration es Schwierigkeiten geben wird auch wegen ihrer Religionszugehörigkeit. Wollen sie bestreiten, dass es schon in der Vergangenheit und Gegenwart mit diesen religiösen Gruppen Schwierigkeiten gab und die Integration nicht gelungen ist ? Wie kann man nur so euphorisch sein, diese, ja ich nenne es Probleme, völlig auszublenden.
Deshalb ist es Aufgabe unserer Politik, alles zu tun, dass diese erforderliche Integration gelingt und dazu sind alle gesellschaftlichen Gruppen aufgefordert. Ist diese Meinung „ Deutschtümelei „ ?

Brathuhn- Therapeut ! Danke für die Belehrung, darauf wäre ich selbst niemals gekommen !
ndhkg
17.09.2015, 20:18 Uhr
Ups gebt mir aber nicht die Schuld nur weil ich es wusste das es so kommt
Und der erste läuft schon mit dem Messer rum .... aber angi wird sagen ....der wollte nur spielen....
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2015/09/schuesse-auf-der-heerstrasse.html
Kama99
17.09.2015, 21:41 Uhr
Das Benehmen...
....unserer zukünftigen Gäste konnte man gestern gut an der Serbischen/Ungarischen Grenze sehen. Wenn die ihren Willen nicht bekommen rasten sie aus. Wenn die erst mal bei ihrer Gastgeberin in Berlin vor der Tür stehen, weil sie ihr Versprochenes nicht erhalten haben und sich so benehmen, na dann viel Spaß Frau Merkel. Wie ich vorhin im Radio gehört habe soll es für bestimmte Flüchtlinge weniger Geld geben, dann geht es hier sowieso Rund.
I.H.
17.09.2015, 22:17 Uhr
Ja @Joerg B.
"...dass Religion und Politik schon in ihren Anfängen fast untrennbar miteinander verwoben waren..." Da haben Sie recht. Nichts anderes behaupte ich.

Religion war immer nur ein Mittel der Politik. Genau so waren und sind Ideologien immer nur ein Mittel der Politik. Das Primat hat immer die Politik, die Religion oder die Ideologie sind nur die Werkzeuge! ;)

@besorgte Bürger:
War das nicht euer Wunsch, dass Flüchtlinge in Zukunft weniger Geld bekommen? Und jetzt hier herumbarmen, dass es deshalb bald "rund geht"? Euch kann es niemand recht machen! :(
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