Do, 22:28 Uhr
24.09.2015
Kulturszene aktuell
Olympiasiegerin bei der Ebelebener Werkstattlesung
Die 15.Werkstattlesung innerhalb von sechs Jahren ist schon ein beachtenswerter Erfolg für die Helbestadt....
Dieses Mal betraten die Organisatoren um Bürgermeister Uwe Vogt und Werkstattleiter Dieter Lamczyk Neuland, denn es wurde kein Buch vorgestellt. Vielmehr ging es um Die zwei Seiten einer Goldmedaille um Erlebnisberichte der Olympiasiegerin Manuela Henkel.
Neben dem, was man in Statistiken nachlesen kann, bekamen die etwa 70 Gäste Einblicke in die Gefühlswelt einer Leistungssportlerin, die man aus den Medien nicht erfährt. In einer Kurzvita stellte Claudia Vogt die Sportlerin vor: In Neuhaus am Rennweg geboren, in Großbreitenbach aufgewachsen und in Oberhof dem Leistungssport verschrieben. Oft sehen die Zuschauer nur die Erfolge, aber dazu gehört hartes Training und das immer wieder Überwindenmüssen, um zum Team zu gehören.
Frau Henkel nahm an drei Olympiaden, acht Weltmeisterschaften und über 200 Weltcuprennen teil. Der größte Erfolg ihrer Laufbahn war der Gewinn der Goldmedaille bei den Winterspielen in Salt Lake City als Startläuferin der 4 x 5 Langlaufstaffel der Damen. Ein Jahr später konnte sie diesen Erfolg bei der Nordischen Ski WM in Val de Fiemme in Italien. Mit der interessanten Frage nach dem Leben danach (nach dem Titel, nach Beendigung des Leistungssports) warf Frau Vogt wichtige Fragen zu Beginn der Lesung auf.
Manuela Henkel berichtete in sehr emotionaler Weise über den 21. Februar 2002, den Tag, der ihr Leben veränderte. Es gab tiefe Einblicke in die Gedanken und Fragen, die sie menschlich rund um das Ereignis beschäftigten, über einen langen Weg dorthin mit Höhen und Tiefen. Sie gab den Zuhörern eine Beschreibung des Leistungssports als tagtäglichen knochenharten Job. Und wie viele der Sportler kämen nie in den Genuss einmal ganz oben zu stehen.
Sie schilderte ihre Gedanken vor, während und nach dem Goldlauf. So erfuhr man über den nicht einfachen Umgang mit dem Trainer genauso wie über dieses stundenlange Warten, bevor der Wettbewerb am Nachmittag startete. Die wichtige Entscheidung, welchen Ski man nimmt bzw. wie gewachst werden soll. Oder die Information über die Sperrung der russischen Mannschaft, den großen Favoritinnen, damit wurden die Karten völlig neu gemischt. Dann die Order, immer hinter einer führenden Mannschaft hinterherzulaufen. Und dann war sie mit dem Ski einfach schneller als die vor ihr laufende Slowakin Petra Majdic und überholte diese.
Damit war die Order außer Kraft gesetzt, aber ehrlicherweise hatte der Trainer Jürgen Wolf gar nicht damit gerechnet, dass Manuela Henkel schnellste sein könnte. Dann die Zeit des Wartens. Als mit Evi Sachenbacher die letzte Läuferin kurz vor dem Ziel war und man keine freie Sicht hatte, begannen unbeschreibliche Sekunden. Als die Schlussläuferin dann vor der Norwegerin Anita Moen auftauchte, war die Goldsensation perfekt.
Dann die Siegerehrung und so vieles was für Frau Henkel wie im Traum vorüberging, worüber sie viel später begann zu recherchieren. Man erfuhr auch, warum sie (wie viele andere Sportler) sich nie ins Ziel fielen ließ oder welche Gedanken sie bei den Olympiasiegen ihrer Schwester Andrea hatte, als sie nur mit Mühe in das Läuferlager kam. Für ihren Vortrag hatte sie sich ausführlich mit den Geschehnissen um den Olympiasieg beschäftigt und versucht, ihre Gefühls- und Gedankenwelt aufzuschreiben.
Einer der Höhepunkte war für die Besucher die unmittelbare Gelegenheit, die Goldmedaille aus nächster Nähe zu betrachten. Im zweiten Teil der Veranstaltung nutzten viele Gäste die Möglichkeit, ihre Fragen an die Sportlerin zu stellen. Aber auch vom Leben danach konnte man einen Einblick erhalten: Mit dem Modelabel Ella Henk hat sich die ehemalige Sportlerin eine eigene Marke geschaffen. Und sie ließ es sich nicht nehmen, diese besondere Art der Winterröcke vorzuführen.
Eine gelungene Veranstaltung, nicht nur für Sportinteressierte
Uwe Vogt
Wbeleben
Autor: khhDieses Mal betraten die Organisatoren um Bürgermeister Uwe Vogt und Werkstattleiter Dieter Lamczyk Neuland, denn es wurde kein Buch vorgestellt. Vielmehr ging es um Die zwei Seiten einer Goldmedaille um Erlebnisberichte der Olympiasiegerin Manuela Henkel.
Neben dem, was man in Statistiken nachlesen kann, bekamen die etwa 70 Gäste Einblicke in die Gefühlswelt einer Leistungssportlerin, die man aus den Medien nicht erfährt. In einer Kurzvita stellte Claudia Vogt die Sportlerin vor: In Neuhaus am Rennweg geboren, in Großbreitenbach aufgewachsen und in Oberhof dem Leistungssport verschrieben. Oft sehen die Zuschauer nur die Erfolge, aber dazu gehört hartes Training und das immer wieder Überwindenmüssen, um zum Team zu gehören.
Frau Henkel nahm an drei Olympiaden, acht Weltmeisterschaften und über 200 Weltcuprennen teil. Der größte Erfolg ihrer Laufbahn war der Gewinn der Goldmedaille bei den Winterspielen in Salt Lake City als Startläuferin der 4 x 5 Langlaufstaffel der Damen. Ein Jahr später konnte sie diesen Erfolg bei der Nordischen Ski WM in Val de Fiemme in Italien. Mit der interessanten Frage nach dem Leben danach (nach dem Titel, nach Beendigung des Leistungssports) warf Frau Vogt wichtige Fragen zu Beginn der Lesung auf.
Manuela Henkel berichtete in sehr emotionaler Weise über den 21. Februar 2002, den Tag, der ihr Leben veränderte. Es gab tiefe Einblicke in die Gedanken und Fragen, die sie menschlich rund um das Ereignis beschäftigten, über einen langen Weg dorthin mit Höhen und Tiefen. Sie gab den Zuhörern eine Beschreibung des Leistungssports als tagtäglichen knochenharten Job. Und wie viele der Sportler kämen nie in den Genuss einmal ganz oben zu stehen.
Sie schilderte ihre Gedanken vor, während und nach dem Goldlauf. So erfuhr man über den nicht einfachen Umgang mit dem Trainer genauso wie über dieses stundenlange Warten, bevor der Wettbewerb am Nachmittag startete. Die wichtige Entscheidung, welchen Ski man nimmt bzw. wie gewachst werden soll. Oder die Information über die Sperrung der russischen Mannschaft, den großen Favoritinnen, damit wurden die Karten völlig neu gemischt. Dann die Order, immer hinter einer führenden Mannschaft hinterherzulaufen. Und dann war sie mit dem Ski einfach schneller als die vor ihr laufende Slowakin Petra Majdic und überholte diese.
Damit war die Order außer Kraft gesetzt, aber ehrlicherweise hatte der Trainer Jürgen Wolf gar nicht damit gerechnet, dass Manuela Henkel schnellste sein könnte. Dann die Zeit des Wartens. Als mit Evi Sachenbacher die letzte Läuferin kurz vor dem Ziel war und man keine freie Sicht hatte, begannen unbeschreibliche Sekunden. Als die Schlussläuferin dann vor der Norwegerin Anita Moen auftauchte, war die Goldsensation perfekt.
Dann die Siegerehrung und so vieles was für Frau Henkel wie im Traum vorüberging, worüber sie viel später begann zu recherchieren. Man erfuhr auch, warum sie (wie viele andere Sportler) sich nie ins Ziel fielen ließ oder welche Gedanken sie bei den Olympiasiegen ihrer Schwester Andrea hatte, als sie nur mit Mühe in das Läuferlager kam. Für ihren Vortrag hatte sie sich ausführlich mit den Geschehnissen um den Olympiasieg beschäftigt und versucht, ihre Gefühls- und Gedankenwelt aufzuschreiben.
Einer der Höhepunkte war für die Besucher die unmittelbare Gelegenheit, die Goldmedaille aus nächster Nähe zu betrachten. Im zweiten Teil der Veranstaltung nutzten viele Gäste die Möglichkeit, ihre Fragen an die Sportlerin zu stellen. Aber auch vom Leben danach konnte man einen Einblick erhalten: Mit dem Modelabel Ella Henk hat sich die ehemalige Sportlerin eine eigene Marke geschaffen. Und sie ließ es sich nicht nehmen, diese besondere Art der Winterröcke vorzuführen.
Eine gelungene Veranstaltung, nicht nur für Sportinteressierte
Uwe Vogt
Wbeleben