Lutz W.
25.09.2015, 22:29 Uhr
Warum "Sparen" nur auf Kosten der Bürger?
Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller,
das Sparen in der Stadt geht nicht, wie von Ihnen formuliert, auf Kosten einer Person. Nein, ganz im Gegenteil, seit Beginn der Haushaltskrise in der Stadt Sondershausen, geht das Sparen ausschließlich auf Kosten der Bürger und Unternehmen in unserer Kreisstadt.
Zahlreiche Gebührenerhöhungen angefangen bei der Grundsteuer, der Gewerbesteuer, den Gebühren für die öffentlichen Bäder oder den Kita-Beiträgen (und da ist noch nicht Schluss) gingen ausschließlich auf Kosten der Bürger. Nicht ein einziger Mitarbeiter innerhalb der Stadtverwaltung, ja nicht einmal die Mitarbeiter, die die Stadt in diese missliche Lage gebracht haben, mussten bislang auch nur einen einzigen Cent zum Sparen beitragen.
Von welchen herausfordernden Arbeiten reden Sie denn, wenn Sie von dem wichtigen Fachbereich Kultur sprechen? Ich möchte nicht absprechen, dass dieser Fachbereich von großer Bedeutung für die Musikstadt Sondershausen ist. Jedoch hat dieser Fachbereich mit Frau Köhler-Beckmann eine ausgesprochen fähige Mitarbeiterin, die nach meinem Kenntnisstand auch bislang den Großteil der Arbeit absolviert hat. Zum Fachbereich Kultur gehören das Lohorchester, das Schlossmuseum, die Bibliothek, die Musikschule und die Landesmusikakademie.
Das Lohorchester ist organisiert in einer Theater- und Orchester GmbH mit einem geschäftsführenden Intendanten. Hier hat die Stadt Sondershauen mit dem täglichen operativen Geschäft überhaupt nichts zu tun, da dies durch die Leitung der GmbH geschieht. Die Stadt ist lediglich dafür zuständig, den jährlichen Zuschuss zur Verfügung zu stellen, womit ebenfalls der Fachbereich Kultur nichts zu tun hat, da er über die Kämmerei an die GmbH ausgereicht wird. Der einzige Punkt, wo seitens eines Trägers (Stadt Sondershausen) eingegriffen wird, ist bei den auszuhandelnden Theaterverträgen, bei denen zwischen dem Land und den Trägern ein städtischer Anteil vereinbart wird. Dies geschieht derzeit alle 4 Jahre. Da unsere Stadt den Beinamen Musikstadt trägt, ist dies definitiv die Aufgabe des Bürgermeisters und rechtfertigt keine so hoch dotierte Stelle.
Das Schlossmuseum ist eine eigenständige Einrichtung der Stadt Sondershausen unter der Leitung von Christa Hirschler, welche ebenfalls eine fachlich kompetente Führungspersönlichkeit für diesen Bereich ist. Auch hier wird keine weitere übergeordnete Führungspersönlichkeit benötigt, die überdies keinerlei fachlichen Input liefern kann.
Die Musikschule ist eine Einrichtung des Landkreises, welche überdies ohnehin kreisweit tätig ist. Hier gibt es mit Herrn Matthias Deichstetter eine Persönlichkeit, der diese Einrichtung prägt und ebenfalls mit hoher Fachkompetenz leitet.
Die Landesmusikakademie ist gar eine Einrichtung des Landes Thüringen und erhält, wenn man den bekannten Zahlen glauben schenkt, nur einen kleinen Zuschuss von der Stadt. Das Haus arbeitet genau wie die Musikschule vollkommen unabhängig von der Stadt Sondershauen und hat mit Herrn Prof. Dr. Eckart Lange eine landesweit geachtete Persönlichkeit, der diese Bildungseinrichtung leitet.
Die Bibliothek der Stadt Sondershausen arbeitet ebenfalls vollkommen eigenständig und wird durch Frau Christine Most geleitet. Lesen Sie einfach mal auf der Website der Stadt nach, denn da finden Sie all diese Informationen sauber gegliedert.
Sie fordern dazu auf, Ihnen zu verraten, wer diese Aufgaben im Fachbereich Kultur in Zukunft stemmen soll. Dazu sage ich Ihnen, das sollen genau die Mitarbeiter machen, die diese Aufgaben auch bislang gestemmt haben!
Wie Sie sehen, ist eine erste Beigeordnete an dieser Stelle vollkommen unnötig, zumal die Stadt über ihre Verwaltung hinaus auch einen Kulturausschuss vorhält. Bei richtungsweisenden Themen, kann man diesen sicher beraten und beschließen lassen.
Sie fordern Gehaltsverzicht von hauptamtlichen Mitarbeitern, zugunsten einer unnötigen hauptamtlichen Beigeordneten. Ich denke zwar auch, dass nicht alle Positionen innerhalb der Stadtverwaltung optimal besetzt sind, doch im Vergleich zur Position der ersten Beigeordneten, sitzen an den Schlüsselpositionen innerhalb der Verwaltung Mitarbeiter, die diese Stelle auf Grund ihrer fachlichen Ausbildung und der damit einhergehenden Kompetenz besetzen. Ob Sie es glauben oder nicht, aber ein Großteil dieser Mitarbeiter wird tatsächlich für das operative Geschäft einer Stadtverwaltung benötigt und verdient dementsprechend auch, tariflich bezahlt zu werden.
Als letzten Punkt stellen Sie die Aufwandsentschädigung der mutigen Stadträte in Frage. Ich weiß zwar nicht, was Sie sich an dieser Stelle ausgerechnet haben, aber selbst wenn man die monatliche Ehrenamtsentschädigung aller Stadträte zusammen einsparen würde, käme man nicht einmal annähernd auf die Hälfte der Kosten, die die einzelne Stelle der ersten Beigeordneten im Monat verursacht. Dazu kommt, dass (wie mehrfach in der Presse dargestellt) die Abgeordneten der Volkssolidarität ihre Ehrenamtsentschädigung zur Unterstützung von Vereinen in der Stadt Sondershausen zur Verfügung stellen. Hier wäre es sicher schön, wenn diesem Beispiel auch andere Stadträte folgen würden.
Verlogen sind also ausschließlich die Menschen, denen Macht wichtiger ist, als die finanzielle Stabilisierung der Stadt und nicht diejenigen, die derzeit von einigen Wenigen innerhalb der SPD gesteinigt werden.
Ihnen kann ich nur empfehlen, beschäftigen Sie sich mit den tatsächlichen Fakten, bevor Sie solche unqualifizierten Bemerkungen in einem Leserbrief niederschreiben.
Micha123
25.09.2015, 23:22 Uhr
@Lutz W
Ihr Kommentar trifft genau zu. Es ist kein Geheimnis, dass die Mitglieder der Volkssolidarität ihr Aufwandsentschädigung, welche sie im Stadtrat erhalten - spenden. Die SPD und der Rest machen es nicht.
Für den Fachbereich Kultur ist Frau Kraffzick nur Leiterin. Also kein Amtsleiter. Dafür muss man z.B. ein Studium als Verwaltungsfachangestellter im gehobenen Dienst besitzen. Welches Frau Kraffzick nicht besitzt.
Viele hier im Forum haben erkannt, dass es nur um ein Machtspiel der SPD geht, wenn man die Stelle der 1. Beigeordneten halten will. Herr Dönhoff forder Frau Bräunicke zum Rücktritt aller Parteiämter auf.
Da müsste man eigentlich auch im Gegenzug die Thüringer SPD auffordern, dass Frau Marx alle Parteiämter aufgibt und aus dem Landtag austritt. Denn wer behauptet, dass das Sparen kein Grund ist, dass man eine SPD Frau absetzt - der vertritt nicht die Interessen der Bürger, sondern die der Partei Macht.
Man kann nur hoffen, dass der Wähler dies bei zukünftigen Wahlen nicht vergisst.
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